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Quellcode: Ericsson-Chef sieht Tests von Netzwerktechnik skeptisch

Ericsson ist nicht dafür, 5G -Updates lange zu testen, sonst drohten Sicherheitslücken . Bei Überprüfungen erhalte man nur eine Momentaufnahme.
/ Achim Sawall
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Ericsson-Chef Börje Ekholm (Bild: Ericsson)
Ericsson-Chef Börje Ekholm Bild: Ericsson

Ericsson-Chef Börje Ekholm beurteilt die Einsicht in Quellcode und Sicherheitsüberprüfungen von 5G-Ausrüstung skeptisch. "Wir als Industrie müssen für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Netzes sorgen" , sagte er(öffnet im neuen Fenster) im Interview mit dem Handelsblatt. Tests seien "kein Allheilmittel" .

Bei der Überprüfung erhalte man "im Grunde nur eine Momentaufnahme, die nicht das gesamte Netz darstellt" , argumentierte Ekholm, die Entwicklung sei ein kontinuierlicher Prozess. "Außerdem drohen Sicherheitslücken, wenn man wichtige Updates lange testet. Das wäre ein echtes Problem" , warnte Ekholm. Eine "allumfassende Antwort" habe die Industrie noch nicht gefunden.

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Der Konzernchef wollte sich nicht dazu äußern, welche Folgen ein Ausschluss von Huawei hätte, wie es die USA von Partnern fordern: "Über solche Szenarien spekulieren wir nicht." Er ließ aber durchblicken, dass sein Unternehmen die Lücke angeblich schließen könnte: "Prinzipiell bereiten wir uns aber auf eine schnelle 5G-Einführung vor. Unsere Fabriken und Zulieferer sind darauf eingestellt."

Ekholm sagte auf dem MWC 2019 in Barcelona, der Ausrüster habe kommerzielle 5G-Verträge mit zehn Netzbetreibern sowie 42 Absichtserklärungen. Das Unternehmen führe bereits 5G-Netzwerke in den USA, Europa, Asien und Australien ein. Laut Ekholm werden die ersten kommerziellen 5G-Nutzer mobile Breitbandkunden sein, die "massive und äußerst kosteneffiziente Kapazitätserweiterungen" erhielten.

Nokia und Ericsson produzieren in direkter Nachbarschaft von Huawei im chinesischen Shenzhen, wie die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg kürzlich betonte(öffnet im neuen Fenster) .

Seit Ekholm im Januar 2017 zum Chief Executive Officer ernannt wurde, konzentriert sich Ericsson auf sein Kerngeschäft, die Herstellung von Telekommunikationsgeräten.


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