Quatschberichte: Googles KI-Ticker verhunzt die Bundesliga-Berichterstattung

Google hat sein Liveangebot für Fußballspiele überarbeitet und setzt dabei auf automatisch generierte Kommentare. Die Qualität der Texte wirft die Frage auf, ob Google überhaupt kontrolliert, was die KI auswirft.
Wie der Spiegel berichtet(öffnet im neuen Fenster) , nutzt Google seit einigen Wochen für seine Fußball-Liveticker ein neues System. Anders als zuvor arbeitet das Unternehmen hierfür nicht mehr mit menschlichen Redakteuren, sondern lässt die Spielkommentare von einer künstlichen Intelligenz erstellen. Auch auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) regen sich Nutzer über das Angebot auf und haben Screenshots gepostet.
Wer die automatisierten Spielberichte liest, stößt sich an merkwürdigen Formulierungen. Die Texte wirken, als wären sie zunächst auf Englisch verfasst und dann maschinell ins Deutsche übertragen worden. Dabei scheint die Übersetzungssoftware wenig Rücksicht auf sprachliche Feinheiten zu nehmen.
Ungewöhnliche Wortwahl und endlose Wiederholungen
Bei der Berichterstattung über Bundesliga- und Champions-League-Spiele fallen vor allem die gewöhnungsbedürftigen Textbausteine auf. Begriffe wie "probing Versuch" tauchen auf, obwohl das englische Wort im deutschen Kontext fehl am Platz wirkt. Auch Formulierungen wie "während sich diese Überprüfung entfaltet" oder "der Spielstand steht zart" klingen unnatürlich, berichtet der Spiegel.
Besonders auffällig sind die ständigen Wiederholungen. Ortsnamen werden dutzendfach genannt, als müsse den Lesern permanent in Erinnerung gerufen werden, wo das Spiel stattfindet. Auch banale Informationen werden immer wieder eingestreut.
Die inhaltliche Tiefe der Kommentare bleibt begrenzt. Das System liefert überwiegend Allgemeinplätze. Teams müssen "wachsam" bleiben, Abwehrreihen sollen "Ruhe bewahren" – mehr Erkenntnisgewinn bieten die Texte kaum.
Partnerwechsel ermöglicht mehr Ligen
Google hat den Wechsel auf das KI-System gegenüber dem Spiegel inzwischen bestätigt. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass die Migration zu einem neuen Datenanbieter der Grund für die Umstellung sei. Der bisherige Partner hatte demnach noch menschliche Redakteure eingesetzt.
Durch den Wechsel kann Google nach eigenen Angaben nun Livekommentare für deutlich mehr Ligen und in mehr Sprachen anbieten als zuvor.



