Quartalszahlen: TSMC übertrifft dank "KI-Megatrend" die eigenen Erwartungen
Mit dem veröffentlichten Quartalsbericht(öffnet im neuen Fenster) ist klar: TSMC hat im ersten Quartal 2026 bei allen Metriken seine eigenen Erwartungen übertroffen. Der Umsatz lag mit 35,9 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal leicht, die Bruttomarge mit 66,2 Prozent sogar deutlich über den Erwartungen. Mit 4,17 Millionen ausgelieferten 12-Zoll-Wafer-Equivalenten hat TSMC die Produktion binnen eines Jahres um fast 30 Prozent gesteigert.
Für das zweite Quartal 2026 erwartet der Halbleiterhersteller noch bessere Zahlen: Die Umsatzprognose liegt bei 39 bis 40,2 Milliarden US-Dollar, die Erwartungen für die Marge bei 65,5 bis 67,5 Prozent. TSMCs Führung beruhigte zudem angesichts der Lage im Nahen Osten: Bei Chemikalien und technischen Gasen wie Helium habe man Reserven und beziehe von verschiedenen Lieferanten.
Auch bei der Energieversorgung, die in Taiwan größtenteils durch Gaskraftwerke erfolgt, sieht TSMCs Führung keine Probleme. Taiwans Versorgung mit LNG sei bis Mai definitiv gesichert, die Regierung bemühe sich zudem um eine Diversifizierung der Lieferungen.
TSMCs größtes Problem: zu wenig Fertigungskapazität
TSMCs größtes Problem sind aktuell die begrenzten Fertigungskapazitäten. Um diese auszubauen, hob der Konzern für das laufende Jahr 2026 die Prognose für Investitionen auf 52 bis 56 Milliarden US-Dollar an, die auch in ältere Prozesse fließen.
Obwohl sich die Ausbeute beim Ende 2025 gestarteten 2-nm-Prozess gut entwickelt, steigt die Nachfrage nach 3-nm-Fertigung weiter. Er ist für GPUs, KI-Beschleuniger, CPUs und künftig auch HBM-Base-Dies gefragt. Um die Nachfrage zu bedienen, baut TSMC erstmals nach Einführung eines neuen Prozesses die Kapazität des Vorgängers aus. Neben komplett neuen Werken werden dazu auch zuvor für die 5-nm-Prozesse eingesetzte Maschinen umgenutzt. Um besser auf Schwankungen der Nachfrage reagieren zu können, ging TSMC zudem dazu über, Maschinen flexibel für 7-, 5- und 3-nm Prozesse zu nutzen.
Trotz der Maßnahmen und Optimierungen, die die Produktivität der bestehenden Werke steigern sollen, kann TSMC aktuell weniger Wafer liefern als Kunden diese nachfragen. Das werde sich auch 2027 wohl nicht ändern, wenn die ersten neuen 3-nm-Fabs den Betrieb aufnehmen. Bis sie ihre volle Produktivität erreichen, dauert es allerdings auch einige Monate.
Drei Prozessfamilien machen drei Viertel des Umsatzes
Die Bedeutung der modernsten Prozesse hat für TSMC weiter zugenommen: Der Umsatzanteil der 7-nm-Familien sank im Jahresvergleich zwar von 15 auf 13 Prozent, dafür machte der Konzern nun mit den 3-nm-Prozessen ein Viertel seines Umsatzes. Vor einem Jahr waren es noch 22 Prozent.
Der Anteil der 5-nm-Prozesse lag unverändert bei 36 Prozent. Bei der Aufteilung nach Gerätekategorie sind die Verschiebungen relativ klein: 26 Prozent des Umsatzes machten Chips für Smartphones aus, ein Minus von zwei Prozent, das zum HPC-Segment wanderte. Der Umsatz mit IoT-Chips stieg um einen Prozentpunkt, den wiederum das Automotive-Segment verlor.
Musks Terafab bereitet C.C. Wei keine schlaflosen Nächte
Auf die Frage eines Analysten nach Elon Musks Terafab sagte TSMCs CEO C.C. Wei lediglich, es gebe in der Halbleiterbranche keine Abkürzungen. TSMC werde aufgrund der laufenden Bauprojekte schneller neue Fertigungskapazitäten aufgebaut haben, als Intel ein mögliches neues Werk für Musk in Texas bauen und in Betrieb nehmen könne. Man sei zudem zuversichtlich, Musks Unternehmen als Kunden zurückgewinnen zu können. Das Kernproblem, das zu den Terafab-Plänen sowie einem Wechsel zu Samsung führte, seien die aktuellen Kapazitätsengpässe gewesen.
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