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Quartalszahlen: Nvidia wächst trotz Angst vor KI-Blase weiter

Nvidia wächst weiter deutlich über Markterwartung. Trotz Diskussionen über eine mögliche KI -Blase bleibt der Chipkonzern klar auf Wachstumskurs.
/ Przemyslaw Szymanski , dpa
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Das Nvidia-Logo am Hauptsitz des Unternehmens in Kalifornien (Symbolbild) (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Das Nvidia-Logo am Hauptsitz des Unternehmens in Kalifornien (Symbolbild) Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Der KI-Boom lässt das Geschäft des Chipkonzerns Nvidia weiterhin explosiv wachsen. Im vergangenen Quartal(öffnet im neuen Fenster) sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 57 Milliarden US-Dollar (49,4 Milliarden Euro) hoch. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 22 Prozent.

Der starke Anstieg erklärt sich auch dadurch, dass Nvidias Hardware inzwischen das Fundament für viele KI-Anwendungen bildet und zu einer Schlüsseltechnologie wurde.

Sie werden sowohl für das aufwendige Training von KI-Modellen wie etwa für den Chatbot ChatGPT eingesetzt als auch beim Betrieb der Software. Die Nvidia-Ergebnisse sind damit zu einem Gradmesser für den Zustand der KI-Industrie geworden.

Angst vor KI-Blase

In den vergangenen Wochen wurden an den Börsen jedoch die Befürchtungen größer, dass die großen Erwartungen an das zukünftige Geschäft mit künstlicher Intelligenz zu einer Blase bei den Aktienkursen von Tech-Unternehmen geführt haben könnten. Entsprechend zeigten sich Anleger etwas vorsichtiger.

So sank der Börsenwert von Nvidia binnen weniger Wochen von 5 auf rund 4,5 Billionen US-Dollar. Der Chipkonzern ist damit allerdings weiterhin das wertvollste Unternehmen an der Börse.

Nvidia-Chef Jensen Huang sprach die Sorgen nach der Präsentation der Quartalszahlen direkt an. "Es wird viel über eine KI-Blase gesprochen" , sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Aber von unserem Standpunkt aus sehen wir etwas ganz anderes."

Viele Branchen stünden erst am Anfang der Umgestaltung durch künstliche Intelligenz mit sogenannter Agenten-Software, die eigenständig agieren könne – und noch mehr Rechenleistung im Hintergrund brauche.

Auch in diesen Industrien werde die KI zum Einsatz kommen. Dementsprechend rechnet Nvidia damit, dass die jährlichen Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur zum Ende des Jahrzehnts drei bis vier Billionen US-Dollar erreichen können.

Wachstum auch ohne Geschäft in China

Unter dem Strich steigerte Nvidia den Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 31,9 Milliarden US-Dollar. Beim Ergebnis pro Aktie lag der Konzern über den Schätzungen der Analystinnen und Analysten. Deren Erwartungen übertraf Nvidia auch mit der Prognose von 65 Milliarden US-Dollar Umsatz im laufenden Vierteljahr sehr deutlich.

Die Marktexperten hatten im Schnitt mit einer Vorhersage von gut 61,5 Milliarden US-Dollar Umsatz gerechnet. Das Wachstum schafft Nvidia weiterhin ohne den einst wichtigen chinesischen Markt, in dem der Konzern nach US-Ausfuhrbeschränkungen und Gegenmaßnahmen der Regierung in China derzeit kein Geschäft mehr hat.

An den Märkten kam die Entwicklung dennoch gut an: Die Nvidia-Aktie legte im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als drei Prozent zu. Auch Kurse anderer Chipkonzerne lagen im Plus. Für Aktien der großen Nvidia-Kunden Google, Microsoft, Amazon und Meta ging es ebenfalls aufwärts.


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