Quartalszahlen: Intels erster Verlust seit Jahrzehnten

Miserables Optane- und Server-Geschäft, weniger Investitionen für Fabs: Intel-CEO Pat Gelsinger sieht das Unternehmen auf der Talsohle.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein "geköpfter" (und gegrillter) Sapphire Rapids mit zwei der vier Dies
Ein "geköpfter" (und gegrillter) Sapphire Rapids mit zwei der vier Dies (Bild: der8auer)

Intel hat die Geschäftszahlen des zweiten Quartals 2022 vorgelegt - und diese sind desaströs: Der Umsatz fiel verglichen zum Vorjahr von 19,631 auf 15,321 Milliarden US-Dollar und anstelle eines Gewinns von 5,061 Milliarden US-Dollar muss der Hersteller einen Verlust von 454 Millionen US-Dollar verbuchen. Infolgedessen wird Intel seine Investitionsausgaben für etwa neue Fabs um 4 Milliarden auf 23 Milliarden US-Dollar reduzieren. Die Ausschüttungen an die Aktionäre aber wurden erhöht.

Die Resultate sind überraschend, zumal Intel vorab keine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Die Client Computing Group (CCG) brach von 10,253 auf 7,665 Milliarden US-Dollar ein, wobei die Notebook-Sparte stärker betroffen ist als die Desktop-Abteilung. Datacenter und AI (DCAI) fiel von 5,547 auf 4,649 Milliarden US-Dollar und Intel musste 559 Millionen US-Dollar für das gescheiterte Optane-Geschäft abschreiben.

Ciao, Optane!

Somit ist der nicht flüchtige 3D-XPoint-Phasenspeicher am Ende angelangt, ohne jemals auch nur ansatzweise erfolgreich gewesen zu sein. Intel hatte 3D-XPoint samt den darauf basierenden Optane-Produkten wie NV-DIMMs und SSD erstmals 2015 vorgestellt, ursprünglich wollte auch der damalige Partner Micron die Technik verwenden. Mittlerweile hat Intel das Joint Venture aufgelöst und die gemeinsamen Fabs verkauft, zuletzt wurden daher entsprechende Wafer von Micron eingekauft.

Der Gewinn der CCG viertelte sich von 4,029 auf 1,085 Milliarden US-Dollar und DCAI stürzte gar auf ein Zehntel ab - von 2,090 Milliarden US-Dollar auf kümmerliche 214 Millionen US-Dollar. Intel-CEO bezeichnete dieses Resultat als "enttäuschend" und sagte, dass es für die nächste Xeon-Generation namens Sapphire Rapids ein weiteres Stepping geben werde. Das erklärt die erneute Verzögerung: Erste Modelle wurden zwar bereits ausgeliefert, der Großteil aber erfordert die verbesserte Revision.

Den Blick nach vorne richten

Immerhin: Netzwerk und Edge (NEX) machte noch Gewinn, wenngleich mit 241 Millionen US-Dollar nicht allzu viel, und Mobileye konnte ein Plus von 190 Millionen US-Dollar einfahren. Die Intel Foundry Services (IFS) hingegen machten ein Minus von 155 Millionen US-Dollar und Accelerated Computing Systems and Graphics (AXG) eines von 507 Millionen US-Dollar. Unterm Strich steht ein Verlust von 454 Millionen US-Dollar, wobei der Ausblick mit 15 bis 16 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2022 ebenfalls nicht gut aussieht.

Pat Gelsinger gibt sich jedoch optimistisch: "Ich glaube, unsere Wende nimmt eindeutig Gestalt an, ich erwarte Q2 und Q3 als finanzielle Talsohle", sagte er. Der Sapphire-Rapids-Nachfolger Emerald Rapids für 2023 soll sehr gut aussehen, Sierra Forest und Granite Rapids für 2024 sollen bald den Power-on-Schritt erreicht haben.

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gruffi 01. Aug 2022

Apple verkauft seine Chips doch an andere. Z.B. an Peter Hacke von nebenan. Und was genau...

Allandor 29. Jul 2022

Es geht doch nur Um ein Quartal, nicht um das gesamte Jahr, wenn ich mich nicht irre.

JouMxyzptlk 29. Jul 2022

Wenn Intel das nicht auf die teuersten der teuersten Xeons beschränkt hätte sondern für...



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