Quartalszahlen: Intel verkauft ein Fünftel weniger Desktop-Prozessoren

Intel hat die Ergebnisse für das zweite Quartal 2015 bekanntgegeben ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) und neben leichtem Gewinn- sowie Umsatzwachstum einige interessante Details zu den Geschäftsbereichen veröffentlicht. Der Prozessorhersteller setzte 13,2 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 2,9 Milliarden US-Dollar um. Verglichen mit dem Vorjahresquartal sank Intels Umsatz geringfügig bei etwas mehr Gewinn, sequenziell steigerte sich der Konzern nach einem mäßigen ersten Quartal 2015 deutlich – der Gewinn legte um gut ein Drittel zu.
Spannend sind die Zahlen aus den einzelnen Geschäftsbereichen: Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2014 gibt Intel an, im ersten Halbjahr 2015 ein Fünftel weniger Desktop-Prozessoren verkauft zu haben. Letztes Jahr konnten Kunden noch beim Haswell-Refresh und den Übertakter-Chips namens Devil's Canyon zugreifen, dieses Jahr stellte Intel einzig zwei Broadwell-Modelle vor. Im Notebook-Segment kommt Broadwell ebenfalls nicht so gut an wie Haswell, Intel verkaufte vier Prozent weniger Chips. Einziger Erfolg: Intel konnte fast ein Viertel mehr Tablet-Prozessoren in den Handel drücken.
Consumer-Geschäft leidet unter Broadwell und der ehemaligen Mobile-Sparte
Folgerichtig sehen die Zahlen der Client Computing Group (CCG) schlecht aus. Dieser Geschäftsbereich kombiniert seit einigen Monaten die einstige PC Client Group (Desktop- und Notebook-Prozessoren) mit der desaströsen Mobile and Communications Group (Tablet- und Smartphone-Chips sowie Modems), deren Chef Intel verlassen wird . Die CCG setzte verglichen mit dem Vorjahresquartal nur 7,54 statt 8,7 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von gerade einmal 1,6 statt 2,59 Milliarden US-Dollar um.
Die Data Center Group, also die Server- und Enterprise-Sparte, legte hingegen zu: Der Umsatz stieg um 16 Prozent, der Gewinn stagniert bei rund 1,84 Milliarden US-Dollar. Eine der letzten Neuigkeiten in der Data Center Group waren die für Micro-Server gedachten Prozessoren vom Typ Xeon D . Der Kauf des FPGA-Herstellers Altera wird in den Quartalsergebnissen nur kurz erwähnt, die Geschäftszahlen beeinflusst er vorerst nicht.
Im Bereich Internet der Dinge und Software tut sich wenig, letztere Sparte macht kaum Gewinn – einer der Gründe, warum Intels Präsidentin Renée James zurücktrat . Im dritten Quartal 2015 werden Intels Prozessor-Generation Skylake und Microsofts Betriebssystem Windows 10 veröffentlicht. Intel erwartet einen Umsatz von 13,8 bis 14,8 Milliarden US-Dollar.



