Quartalszahlen: Der starke US-Dollar macht Microsoft zu schaffen
Im vierten Quartal konnte Microsoft zwar wachsen - durch Sanktionen, den Ukrainekrieg und den starken Dollar aber weniger, als gehofft.
Microsoft hat im jüngsten Quartal (Q4 für das Jahr 2022) trotz einer deutlichen Umsatzsteigerung schlechter als erwartet abgeschnitten. Coronalockdowns in China, Belastungen durch den Ukrainekrieg und der zuletzt schwache PC-Markt erschwerten die Geschäfte, teilte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. In den drei Monaten bis Ende Juni verdiente Microsoft 16,7 Milliarden Dollar und damit zwei Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsätze legten um zwölf Prozent auf 51,9 Milliarden Dollar zu.
Trotz der deutlichen Geschäftszuwächse hatten Analysten mit besseren Zahlen gerechnet. Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Die Bilanz litt auch erheblich unter dem starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälerte.
US-Dollar und Euro fast eins zu eins
Aktuell liegt die US-Währung bei 0,99 Euro. Microsoft ist international vor allem durch Cloudangebote und Windows breit aufgestellt. An den US-Dollar gekoppelte Dienste, also etwa Cloudressourcen, kosten entsprechend mehr. Ohne diesen Wechselkurseffekt hätte das Umsatzplus dem Unternehmen nach bei 16 Prozent gelegen.
Microsoft gibt zudem an, dass der Konzern 113 Millionen US-Dollar in eine laufende strategische Umstrukturierung investierte. Das Geld wurde größtenteils für Abfindungen verwendet, um diverse Angestellte aus dem Unternehmen zu entlassen. Zudem läuft das OEM-Geschäft mit Windows-Lizenzen derzeit eher schlecht: Der Umsatz in diesem Bereich ging um 2 Prozent zurück. Dafür verkaufte Microsoft mehr Surface-Geräte (Umsatzplus von 10 Prozent) und Xbox-Dienstleistungen (6 Prozent Umsatzplus).
Für das Fiskaljahr 2022, das bei Microsoft im Sommer endet, verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzplus von 18 Prozent. Insgesamt wurden 198,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Der Nettogewinn lag bei 72,7 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 19 Prozent.