Quartalsbericht: Nokia kämpft weiter mit Rückgang im Kerngeschäft

Nokia hat im vierten Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um elf Prozent auf 880 Millionen Euro verzeichnet und damit die Analystenprognose von 834 Millionen Euro übertroffen. Wie der finnische Telco-Ausrüster am 29. Januar 2026 bekanntgab(öffnet im neuen Fenster) , stieg der Umsatz auf 6,13 Milliarden Euro. Nokia rechnet jedoch für das erste Quartal mit einem etwas stärkeren Umsatzrückgang als saisonbedingt üblich.
Bei der Reorganisation wurde Nokia ab Anfang 2026 in die Bereiche Netzwerk- und Mobilfunkinfrastruktur aufgeteilt. Netzwerkinfrastruktur konsolidiert die Geschäftsbereiche optische Netze, IP-Netze und Festnetze von Nokia. Mobilfunkinfrastruktur vereint die Bereiche Kernnetze, Funknetze und Technologiestandards.
Der Umsatz von Nokias Mobilfunknetzausrüstung ging im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent zurück. Das Unternehmen verzeichnete Wachstum im Mittleren Osten, in Japan und Indonesien, jedoch geringere Umsätze in Nordamerika, obwohl in den USA chinesische Ausrüster wie Huawei und ZTE ausgeschlossen sind. Insgesamt stabilisiert sich das Geschäft jedoch weiter, und die Bruttomarge stieg im Quartal von 37,3 auf 40,1 Prozent.
Chef des Verwaltungsrats tritt ab
Nokia verzeichnete einen deutlichen Umsatzanstieg um 19 Prozent bei Netzwerkausrüstung, angetrieben durch die stark gestiegene Nachfrage bei KI und Rechenzentren.
"Mit Blick auf 2026 konzentrieren wir uns auf eine disziplinierte Umsetzung, um das Wachstum in den Bereichen KI und Cloud zu nutzen und die Effizienz zu steigern" , sagte der neue Konzernchef Justin Hotard. "Wir sehen eine starke Nachfrage nach Netzwerkinfrastruktur, da wir neue Produkte auf den Markt bringen, unsere Präsenz in den Bereichen KI und Cloud ausbauen und in langfristiges Wachstum investieren."
Der Anteilskauf von Nvidia an Nokia in Höhe von einer Milliarde US-Dollar ist dabei ein zentraler Bestandteil der Neuausrichtung. Nokia werde seine 5G- und 6G-Software an die Hardware von Nvidia in Richtung AI-RAN anpassen, wurde zuvor erklärt . Nvidia hält circa 2,9 Prozent der Anteile. Die Kooperation will Nvidias GPU-Technologie in Nokias Basisstationen integrieren, was die Netzwerkinfrastruktur grundlegend revolutionieren soll.
Die Verwaltungsratsvorsitzende Sari Baldauf werde zurücktreten, gab Nokia weiter bekannt. Timo Ihamuotila aus dem Gremium werde als neuer Vorsitzender vorgeschlagen, Meredith Whittaker, Präsidentin der Signal Technology Foundation aus den USA, als neues Aufsichtsratsmitglied.