Trendwende: Netflix kann Kundenzuwachs wieder steigern
Netflix hat im dritten Quartal mehr als doppelt so viele neue Abonnenten hinzugewonnen wie erwartet. Wie der Streaminganbieter am 18. Oktober 2022 nach Handelsschluss an der Börse in New York mitteilte(öffnet im neuen Fenster), kamen im Septemberquartal 2,4 Millionen neue Abonnenten hinzu. Der Streamingkonzern hatte selbst nur einen Nettozuwachs von 1 Million Kunden prognostiziert.
"Nach einem herausfordernden ersten Halbjahr glauben wir, dass wir auf dem Weg sind, das Wachstum wieder zu beschleunigen", hieß es in dem Brief an die Aktionäre, den Netflix zum Quartalsbericht herausgibt.
Zum Quartalsende erreichte Netflix weltweit 223,09 Millionen Nutzerkonten. Der Kundenzuwachs ist immer noch geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als 4,4 Millionen neue Kunden verbucht wurden. Netflix erwartet, im laufenden vierten Quartal des Jahres 4,5 Millionen neue zahlende Kunden hinzuzugewinnen.
Der Umsatz von Netflix stieg um 5,9 Prozent auf 7,93 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um 3,5 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar zurückging.
Werbeeinblendungen und Maßnahmen gegen nicht zahlende Nutzer
Netflix leidet unter dem Konkurrenzdruck durch Amazon Prime Video und Sky, seit dem Jahr 2019 wachsen auch Disney+, Apple TV+ und weitere Anbieter. Neu hinzukommen Angebote wie Paramount+. Ein neues Netflix-Angebot mit Werbeeinblendungen soll monatlich 4,99 Euro kosten und wieder mehr Neukunden gewinnen. In Deutschland wird das Abo mit Werbeanteil am 3. November 2022 starten. Amazon eröffnete mit Freevee erst im August einen werbefinanzierten Streamingkanal.
Zudem geht Netflix gegen das Teilen von Passwörtern vor und will Nutzer dazu bringen, dafür zu bezahlen. Ab dem Jahr 2023 werde es eine Richtlinie dazu geben, erklärte Netflix. Profile eines Netflix-Kontos sollen sich bald auf ein neues Konto übertragen lassen, hieß es zuvor. Die Funktion werde international zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen geht davon aus, dass weltweit 100 Millionen Netflix-Konten mit anderen geteilt würden. Die Zusatzgebühr wird weniger kosten als ein eigenes Netflix-Konto.
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