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Quartalsbericht: 1&1 gibt 67 Millionen Euro für sein Mobilfunknetzwerk aus

Wer ein komplett neues Mobilfunknetzwerk aufbaut, zahlt dafür viele Milliarden Euro. 1&1 ist mit seinen Ausgaben sehr vorsichtig.
/ Achim Sawall
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Eine Antenne von 1&1 Mobilfunk (Bild: 1&1 Mobilfunk)
Eine Antenne von 1&1 Mobilfunk Bild: 1&1 Mobilfunk

1&1 hat im ersten Quartal 2025 67 Millionen Euro für den Aufbau seines neuen Mobilfunknetzes ausgegeben, nach 42,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das gab der Mobilfunkbetreiber am 12. Mai 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Für ein Unternehmen, das ein neues Netzwerk aufbaut, ist dies kein besonders hoher Betrag. Welchen Anteil an der Summe die Kosten für die Frequenzersteigerung im Jahr 2019 haben, wurde nicht bekanntgegeben.

Von den drei großen Mobilfunkbetreibern liegen noch keine Angaben zum Anfangsquartal 2025 vor. Aber zum Vergleich lassen sich Angaben aus dem vierten Quartal 2024 heranziehen: Die Telekom weist ihre Investitionssumme für Deutschland insgesamt aus, für Festnetz und Mobilfunk zusammen. Die Gesamtinvestition im vierten Quartal 2024 belief sich auf 1,1 Milliarden Euro, im Gesamtjahr 2024 wurden 4,6 Milliarden Euro investiert. Im gesamten Jahr 2024 hat O2 Telefónica mehr als 1 Milliarde Euro in Netz und Services investiert, leicht mehr als im Vorjahr.

Der Konzernumsatz von 1&1 stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 4,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn pro Aktie sank von 35 auf 31 Cent. Das Unternehmen begründet den Gewinnrückgang neben dem Mobilfunkausbau mit Abschreibungen von Investitionen in den Ausbau seines Glasfasernetzes bei 1&1 Versatel sowie des Mobilfunknetzes.

1&1: meist kein eigenes Netz

1&1 Mobilfunk betreibt das erste Netz in Europa, das komplett auf Open RAN basieren soll, liegt aber bei den Antennen um Jahre hinter den Vorgaben der Bundesnetzagentur zurück und benötigt für die Versorgung seiner Kunden National Roaming von Telefónica und künftig Vodafone. Überall, wo 1&1 kein eigenes Netz hat, ist der Anbieter auf das Roaming angewiesen.

1&1 Finanzchef Carsten Theurer nannte in der Telefonkonferenz mit Analysten Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro für den Wechsel des Roaming Partners. 1&1 erreichte zudem erstmals über 1.000 eigene aktive Funkmasten. Doch das hatte Unternehmenschef Ralph Dommermuth bereits am 27. März 2024 bei der Analysten- und Investorenkonferenz zum Jahresfinanzbericht 2024 bekanntgegeben .

"Abschreibungen im ersten Quartal 2025 beziehen sich primär auf installierte Netztechnik sowie auf die für 1&1 nutzbaren Mobilfunkfrequenzen. Aktiviert und abgeschrieben wurden zudem Einmalzahlungen, die im auslaufenden National-Roaming-Vertrag mit Telefónica planmäßig alle fünf Jahre angefallen sind" , sagte 1&1-Sprecherin Lisa Pleiß.

Der Großteil der Investitionen von 67 Millionen Euro entfalle "auf den Roll-out sowie den Betrieb des 1&1-Mobilfunknetzes auf Basis der neuen OpenRAN-Technologie" .


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