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Quartal: Vodafone verliert 650.000-Kabel-TV-Kunden

Der Rückgang der TV-Nutzer hat sich bei Vodafone Deutschland stark beschleunigt. Laut Deutschlandchef Marcel de Groot war man darauf vorbereitet. Die Konzernzentrale erwartet 50 Prozent Abwanderung.
/ Achim Sawall
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Vodafones neue GigaTV Home Sound (Bild: Vodafone Deutschland)
Vodafones neue GigaTV Home Sound Bild: Vodafone Deutschland

Vodafone Deutschland hat im ersten Quartal 650.000 Fernsehkunden verloren. Das hat ein Unternehmenssprecher Golem.de bestätigt. Vodafone Deutschlandchef Marcel de Groot erklärte, man sei auf die Auswirkungen dieser Gesetzesänderung gut vorbereitet. "Es war klar, dass der Markt sich dadurch zunächst etwas verkleinern würde. Wir sind aktuell voll im Plan. Viele Verbraucher entscheiden sich auch in Zukunft für unsere TV-Produkte."

Die britische Vodafone Group prognostiziert (PDF)(öffnet im neuen Fenster) noch erheblich höhere Verluste durch das Ende des Nebenkostenprivilegs: "Basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen gehen wir davon aus, dass wir rund 50 Prozent der 8,5 Millionen MDU-TV-Haushalte behalten werden."

Auch beim Mobilfunk wenig Wachstum

Im vierten Quartal 2023 betrug der Rückgang nur 140.000 TV-Kabelkunden. Laut einer Unternehmenspräsentation der Vodafone Group aus dem Jahr 2023 erwirtschaftete Vodafone Deutschland mit Verträgen mit der Wohnungswirtschaft einen jährlichen Umsatz von 800 Millionen Euro.

Rund 12,5 Millionen Haushalte in Deutschland erhielten Fernsehen bislang über das Kabelnetz, abgerechnet über das in den 1980er Jahren eingeführte Nebenkostenprivileg. Das änderte sich mit der TKG-Novelle, mit der die Kabelnetzgebühren nicht mehr auf die Mietnebenkosten umgelegt werden dürfen. Viele Mieter werden deswegen wohl abwandern.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebitda AL) der Vodafone Group sank um 11,3 Prozent auf 11 Milliarden Euro. Der Umsatz gab um 2,5 Prozent auf 36,7 Milliarden Euro nach.

Vodafone Deutschland gewann im ersten Quartal 51.000 neue Mobilfunkvertragskunden. Das entspricht nur einem Drittel des Zuwachses von Telefónica Deutschland (O2) im selben Zeitraum. Die Deutsche Telekom legt am 16. Mai 2024 ihren Geschäftsbericht vor.


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