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Quantum Gardens: IBM verschiebt Umzug der Zentrale

Eigentlich sollten die Mitarbeiter von IBM aus Böblingen nach Ehningen umziehen. Nun kommt es erstmal genau andersherum.
/ Andreas Fischer
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Das Gelände in Ehningen (Bild: Ozean Group)
Das Gelände in Ehningen Bild: Ozean Group

Der Innovationscampus Quantum Gardens in Ehningen ist eines der Leuchtturmprojekte Baden-Württembergs(öffnet im neuen Fenster) , mit dem Ministerpräsident Winfried Kretschmann "in der Zukunft Maßstäbe setzen" wollte. Nun herrsche auf dem Gelände jedoch "seit Monaten Stillstand" , berichtet die Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) .

Das betreffe auch IBM. Der Konzern habe eigentlich noch in diesem Frühjahr seine Deutschlandzentrale in neue Gebäude in Ehningen verlegen wollen, so die Wirtschaftswoche. Doch nun komme es anders.

Schlag auf Schlag

Im Sommer des vergangenen Jahres meldete zuerst der Bauträger des IBM-Neubaus, die Düsseldorfer Firma Development Partner, Insolvenz an. Dann wurde Ajmal Rahmani, der Eigentümer der Ozean Group, die das Gelände 2021 von IBM gekauft und dann darauf das Projekt Quantum Gardens gestartet hatte, von der US-Regierung auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Der afghanische Unternehmer Rahmani soll 200 Millionen US-Dollar unterschlagen haben, bestreitet diese Vorwürfe jedoch energisch. Ende des vergangenen Jahres stoppte dann auch noch die Gemeinde Ehningen das laufende Bebauungsplanverfahren, wie die Kreiszeitung Böblinger Bote berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Man nehme die Sanktionen sehr ernst und habe das Verfahren daher "auf Eis gelegt" .

Umgekehrter Umzug

Nun zog IBM die Konsequenzen. "Wir planen die in Ehningen angemieteten Gebäude in Kürze zu verlassen und unsere Ehninger Mitarbeitenden in der IBM-Lokation in Böblingen unterzubringen" , sagte IBM-Sprecher Michael Kieß den Stuttgarter Nachrichten(öffnet im neuen Fenster) . Damit werde das Böblinger Labor zum "De-facto-Sitz der Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz" .

Intern sollen mehr als 2.000 IBM-Mitarbeiter von dem Umzug betroffen sein. Sie ziehen den Berichten nach zu den bereits etwa 1.200 Mitarbeitern in Böblingen. Platz sei dort genug vorhanden. Die Böblinger Gebäude stammen noch "aus der Zeit der Lochkarten, in der mit deutlich mehr Personal gearbeitet wurde" .

Nicht klar sei jedoch, ob die dortigen Parkplätze und die Kantine ausreichend groß dimensioniert seien. Aber eigentlich hätte es ja auch genau andersherum laufen sollen. Wie es in Ehningen weitergeht, ist noch offen. Immerhin gibt es laut Stuttgarter Nachrichten "einen zarten Hoffnungsschimmer, dass die insolvente Gesellschaft wieder tragfähig werden könnte" .

Bis auf der Baustelle die Arbeit wieder aufgenommen werden könne, müssten aber noch viele Hürden genommen werden. Böblingen werde so lange Hauptsitz bleiben, bis der Neubau in Ehningen bezugsfertig sei.


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