Abo
  • Services:
Anzeige
Nicolas Brunner: Die Widerlegung der Quantentheorie würde neue Möglichkeiten eröffnen.
Nicolas Brunner: Die Widerlegung der Quantentheorie würde neue Möglichkeiten eröffnen. (Bild: privat)

Quantenthermodynamik: Ich muss nicht immer online sein

Nicolas Brunner: Die Widerlegung der Quantentheorie würde neue Möglichkeiten eröffnen.
Nicolas Brunner: Die Widerlegung der Quantentheorie würde neue Möglichkeiten eröffnen. (Bild: privat)

Nicolas Brunner ist Physiker und arbeitet an Forschungsthemen wie der Quantenthermodynamik, die sich unter anderem mit Nanomaschinen beschäftigt. In der großen Welt hält er das Fahrrad für die größte Erfindung und genießt es, ab und zu offline zu sein, wie er im Gespräch mit Golem.de erzählt.
Ein Interview von Werner Pluta

Quanten! Quanten! Quanten! Am 23. Juni 2017 geht es auf der Golem.de-Quantenkonferenz um eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der IT. Auf der Konferenz treten führende Quantenforscher aus aller Welt auf. Aber wer sind die Experten? Wir haben nachgefragt. Heute: Nicolas Brunner von der Universität in Genf. Auf der Konferenz erklärt er, was Quantenteleportation ist und wozu sie eingesetzt werden kann.

Anzeige

Golem.de: Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Nicolas Brunner: Ich weiß nicht, ob ich einen hatte. Zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.

Golem.de: Welche Erfindung bewundern Sie am meisten?

Brunner: Das Fahrrad.

Golem.de: Auf welches Gadget würden Sie nicht verzichten und warum?

Brunner: Die Kaffeemaschine - weil sie mich in die richtige Stimmung für die Arbeit versetzt.

Golem.de: Was lesen Sie privat am liebsten?

Brunner: Thriller, die Bücher von Jo Nesbø zum Beispiel. Damit erfrische ich meinen Geist und kann abschalten.

Golem.de: Welchen technischen Trend lehnen Sie ab?

Brunner: Allzu sehr vernetzte Mobiltelefone oder andere Mobilgeräte. Ich habe kein Mobiltelefon mit Internetzugang, weil ich es zumindest in bestimmten Situationen mag, offline zu sein, im Zug zum Beispiel.

Golem.de: Wie erklären Sie Ihren Großeltern Ihr Forschungsgebiet?

Brunner: Als erstes erzähle ich ihnen, dass ich mich mit der Physik in sehr kleinem Maßstab beschäftige, der Physik von Atomen und Molekülen - das ist die Quantenphysik. Dann versuche ich auszudrücken, dass das eine sehr faszinierende Welt ist, weil die Physik dort sich dramatisch von der Physik unterscheidet, die wir um uns herum erfahren. Es ist sehr faszinierend, sich vorzustellen, wie die Welt in diesem Maßstab aussieht und was man mit dieser neuen Physik anstellen kann.

Golem.de: Was fasziniert Sie am Thema Quantentechnologie?

Brunner: Mich fasziniert eher Quantentheorie, also noch eine Ebene darunter, und eben, dass die Physik sich so dramatisch von der unterscheidet, die wir jeden Tag erfahren. Es ist auch faszinierend, dass die Menschen vor so langer Zeit, vor fast einem Jahrhundert, nur durch Vorstellung eine so schöne und mathematisch konsistente Theorie aufstellen konnten, die eine der besten Theorien ist, die wir bisher haben.

Golem.de: Wie lange haben Sie gebraucht, um Quantenphysik zu verstehen?

Brunner: Ich bin nicht sicher, ob ich die Quantenphysik verstehe. Aber um sie schätzen zu lernen, habe ich die ganze Zeit gebraucht, seit ich damit arbeite, also zwölf Jahre. Und ich bin sicher, dass ich sie in den kommenden Jahren noch mehr schätzen lernen werde.

Golem.de: Wer war Ihr wichtigster Lehrmeister?

Brunner: Nicolas Gisin, mein Doktorvater.

Golem.de: Mit welchem beruflichen Erfolg geben Sie am liebsten an?

Brunner: Mein Beitrag zur Entwicklung des Device Independent Quantum Information Processing. Das ist in dem Fachbereich ein neuer Trend, bei dem es darum geht, bestimmte informationstheoretische Aufgaben wie beispielsweise Kryptografie oder den Austausch geheimer Botschaften zu lösen. Nach diesem neuen Paradigma kann man das mit Black Boxes machen. Man muss nicht genau wissen, wie die Krypto-Geräte funktionieren und kann trotz des fehlenden Wissens Sicherheit garantieren.

Golem.de: Welchen Misserfolg in Ihrer Forschungsarbeit würden Sie gern vergessen?

Brunner: Ich bin mir sicher nicht, ob es etwas gibt, das ich wirklich vergessen will, weil man aus diesen Misserfolgen auch lernt. Aber es gibt es einige Probleme, die ich jahrelang versucht haben zu lösen, ohne Erfolg.

Golem.de: Was wäre für Sie in Bezug auf Ihre Forschung der absolute Alptraum?

Brunner: Das ist eine interessante Frage. Der Punkt ist in der Forschung ist: Alles, das auf den ersten Blick schlecht zu sein scheint, kann neue Möglichkeiten eröffnen. Man könnte sagen, es wäre ein Drama, wenn die Quantentheorie falsch ist. Aber das könnte auch großartig sein, denn dann gäbe es so viel mehr zu entdecken. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sehe ich keinen.

Golem.de: Welche Frage beschäftigt Sie derzeit am intensivsten?

Brunner: Die Quantenthermodynamik. Die Thermodynamik ist ein weiterer Zweig der Physik, den es seit der Entwicklung der Dampfmaschine gibt. Er befasst sich mit Wärme, Arbeit und Entropie. Heute gibt es großen Aufwand, um thermische Maschinen im Nanomaßstab zu bauen, also etwa molekulare Motoren. Wenn die Maschinen so klein sind, werden die Effekte der Quantentheorie relevant. Darum geht es in der Quantenthermodynamik. Es geht darum zu verstehen, was man mit diesen Nanomaschinen machen kann.

Golem.de: Werden Quantencomputer endlich die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest ermitteln?

Brunner: (lacht) Nein.


eye home zur Startseite
der_wahre_hannes 09. Jun 2017

Hier ist Regen angekündigt und zwar bis Dienstag. was mich aber bestimmt nicht davon...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IHK für München und Oberbayern, München
  2. ROTEXMEDICA GMBH, Trittau
  3. via Harvey Nash GmbH, Berlin
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Vaihingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. ab 59,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (-10%) 53,99€
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Folgen Sie uns
       


  1. Rockstar Games

    "Normalerweise" keine Klagen gegen GTA-Modder

  2. Stromnetz

    Tennet warnt vor Trassen-Maut für bayerische Bauern

  3. Call of Duty

    Modern Warfare Remastered erscheint alleine lauffähig

  4. Gmail

    Google scannt Mails künftig nicht mehr für Werbung

  5. Die Woche im Video

    Ein Chef geht, die Quanten kommen und Nummer Fünf lebt

  6. Hasskommentare

    Koalition einigt sich auf Änderungen am Facebook-Gesetz

  7. Netzneutralität

    CCC lehnt StreamOn der Telekom ab

  8. Star Trek

    Sprachsteuerung IBM Watson in Bridge Crew verfügbar

  9. SteamVR

    Valve zeigt Knuckles-Controller

  10. Netflix und Amazon

    Legale Streaming-Nutzung in Deutschland nimmt zu



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mieten bei Ottonow und Media Markt: Miet mich!
Mieten bei Ottonow und Media Markt
Miet mich!
  1. Elektronikkonzern Toshiba kann Geschäftsbericht nicht vorlegen
  2. Zahlungsabwickler Start-Up Stripe kommt nach Deutschland
  3. Übernahmen Extreme Networks will eine Branchengröße werden

Qubits teleportieren: So funktioniert Quantenkommunikation per Satellit
Qubits teleportieren
So funktioniert Quantenkommunikation per Satellit
  1. Quantencomputer Ein Forscher in den unergründlichen Weiten des Hilbertraums
  2. Quantenprogrammierung "Die physikalische Welt kann kreativer sein als wir selbst"
  3. Quantenoptik Vom Batman-Fan zum Quantenphysiker

Skull & Bones angespielt: Frischer Wind für die Segel
Skull & Bones angespielt
Frischer Wind für die Segel
  1. Forza Motorsport 7 Dynamische Wolken und wackelnde Rückspiegel
  2. Square Enix Die stürmischen Ereignisse vor Life is Strange
  3. Spider-Man Superheld mit Alltagssorgen

  1. Re: Beim Controller sehe ich Oculus vorn

    Spawn182 | 00:24

  2. Re: Wasserstoff

    masel99 | 00:08

  3. Re: Taschenrechnerbug behoben?

    sio1Thoo | 24.06. 23:50

  4. Re: Erik Range hat meiner Ansicht nach Recht

    Umaru | 24.06. 23:46

  5. Re: Nutzt irgendjemand hier wirklich noch google-mail

    FreiGeistler | 24.06. 23:44


  1. 13:30

  2. 12:14

  3. 11:43

  4. 10:51

  5. 09:01

  6. 17:40

  7. 16:22

  8. 15:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel