Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Quantennavigation: Neues britisches Navigationssystem soll nicht störbar sein

In Großbritannien wird ein Navigationssystem entwickelt, das gegen Störungen nicht anfällig ist. Dabei kommt Quantentechnologie zum Einsatz.
/ Werner Pluta
18 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Testflugzeug von Qinetiq: "auf präzise, sichere und zuverlässige Navigationssysteme angewiesen" (Bild: Qinetiq)
Testflugzeug von Qinetiq: "auf präzise, sichere und zuverlässige Navigationssysteme angewiesen" Bild: Qinetiq

In Großbritannien ist ein neues Navigationssystem getestet worden, das nicht gestört werden kann. Heutiger Standard in der Luftfahrt ist das Satellitennavigationssystem GPS - doch das ist anfällig gegen Störungen.

Das GPS nutzt Satellitensignale zur Positionsbestimmung. Diese sind jedoch schwach und lassen sich stören. Solche Störungen treten verstärkt seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor zwei Jahren auf, im Ostseeraum , aber auch über dem Schwarzen Meer, dem Kaspischen Meer und dem östlichen Mittelmeer.

In Großbritannien wird ein neues Quanten-Trägheitsnavigationssystems (Quantum Inertial Navigation System, Q-INS) entwickelt, das auf dem Flugzeug installiert werden und deshalb sicher vor Störungen sein soll. Ein Teil davon wurde erfolgreich an Bord eines Flugzeugs getestet, wie das britische Forschungsministerium mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Minister Andrew Griffith war beim letzten Flug der Testreihe dabei.

Atome erkennen die Flugrichtung

Das Navigationssystem nutzt eine optische Atomuhr sowie ein auf ultrakalten Atomen basierendes Quantensystem. Die auf minus 273 Grad Celsius gekühlten Atome sollen dabei die Richtung des Flugzeugs und die Beschleunigung messen. Zusammen mit der Atomuhr soll eine sehr genaue Positionsbestimmung und Navigation möglich sein.

"Von Passagierflügen bis hin zur Schifffahrt sind wir alle auf präzise, sichere und zuverlässige Navigationssysteme angewiesen" , sagte Griffith. "Die wissenschaftliche Forschung, die wir hier im Bereich der Quantentechnologie unterstützen, könnte durchaus die nötige Widerstandsfähigkeit zum Schutz unserer Interessen bieten."

Entwickelt wird das System von einem Konsortium, das von dem Technologieunternehmen Infleqtion geführt wird. Mit beteiligt ist auch ein Ableger der Fraunhofer Gesellschaft, das Fraunhofer Centre for Applied Photonics (CAP) in Glasgow sowie die Luft- und Raumfahrtunternehmen BAE Systems und Qinetiq.


Relevante Themen