Quantencomputer: Quera will Millionen Rechenschritte bis 2028 schaffen
Dem praktischen Einsatz von Quantencomputern stehen bislang zwei Probleme entgegen: Einerseits verfügen sie über verhältnismäßig wenige Qubits, andererseits sind die zu fehleranfällig. Letzteres beschränkt die Anzahl ausführbarer Operationen, bevor Fehler die Daten unbrauchbar machen. An dem Punkt setzt das US-amerikanische Start-up Quera an, und es sieht sich auf einem guten Weg(öffnet im neuen Fenster).
Im Jahr 2028 soll die nächste eigene Hardware-Generation namens Libra mit mindestens 256 logischen Qubits fertig sein. Der Fokus des Start-ups liegt seit Beginn auf der Fehlerkorrektur. Entsprechend spricht Quera auch nur über die Leistung der logischen Qubits, die auf eine logische Fehlerrate von 10-6 kommen sollen. Gemeint sein dürfte die logische Fehlerrate pro Fehlerkorrekturzyklus.
Die niedrige Fehlerrate soll Algorithmen mit Millionen Operationen möglich machen, was bereits in praktisch interessante Regionen vordringt. Quera will Libra über Amazons Cloud-Dienst Braket anbieten – wie schon die erste Hardwaregeneration Aquila.
Korrektur mit wenig Aufwand
Quera setzt zur Implementierung der Qubits auf neutrale Atome. Die sollen insbesondere bei der Fehlerkorrektur vorteilhaft gegenüber anderen Ansätzen sein: Generell weisen sie hohe Kohärenzzeiten auf und erfordern keine aufwendige Kühlung. Zudem können die mittels optischer Pinzetten gefangenen Atome bewegt werden.
Letzteres lässt sich nutzen, um effiziente Fehlerkorrekturmechanismen(öffnet im neuen Fenster) zu implementieren. Die Anzahl der logischen Qubits hängt vom konkret verwendeten Korrekturmechanismus ab und ist nicht vollständig frei wählbar. Damit erklärt sich auch die auf den ersten Blick merkwürdig anmutende Angabe von mindestens 256 logischen Qubits.
Langfristig will Quera noch komplexere Systeme mit deutlich längeren Algorithmen bauen: In einer nicht peer-reviewten Veröffentlichung im April 2026(öffnet im neuen Fenster)simulierte Quera Fehlerkorrekturmechanismen für 580 und 1.156 logische Qubits und kam auf logische Qubit-Fehlerraten pro Korrekturzyklus von 2,9 x 10-11 und 1,3 x 10-13. Benötigt wurden nur rund zwei physische Qubits, um ein fehlerkorrigiertes logisches Qubit darzustellen.
Ob der Ansatz für Libra genutzt wird, teilte Quera nicht mit. Eine ausführliche Roadmap will das Unternehmen am 24. Juni 2026 vorstellen.


