Quantencomputer: Eine Hochsicherheitsvitrine mit Quanten-Qualitäten

IBMs mit viel Brimborium auf der CES gezeigtes Q System One ist zwar nicht der Durchbruch beim kommerziellen Quantencomputing - aber er positioniert IBM weit vorne im Geschäft.

Eine Analyse von Dirk Eidemüller veröffentlicht am
IBMs Q System One
IBMs Q System One (Bild: IBM)

Auf den ersten Blick schaut der Kasten aus wie ein futuristisches Kunstwerk. Ein knapp drei Meter langer und breiter Kubus aus hermetisch versiegeltem Borsilikatglas umschließt einen zentralen, glänzenden Metallzylinder, der aus einer dunklen Tragestruktur hängt. Der Schriftzug IBM Q System One offenbart dann, worum es sich bei diesem Apparat handelt, den IBM auf der Technologiemesse CES in Las Vegas vorgestellt hat: Es ist laut Firmenankündigung das erste Quantencomputing-System für den kommerziellen Einsatz überhaupt.

Inhalt:
  1. Quantencomputer: Eine Hochsicherheitsvitrine mit Quanten-Qualitäten
  2. Viel mehr als nur ein Marketing-Coup

Das heißt nun nicht, dass man sich dieses Gerät bestellen und liefern lassen kann. IBM hat schon in der Vergangenheit Quantencomputing-Dienste per Cloud angeboten und Nutzern die Möglichkeit eröffnet, Quantencode auf diesen Maschinen laufen zu lassen. Auch die Dienste des Q System One werden auf diese Weise vertrieben.

Die neue Maschine ist rein von ihren Rechenleistungen her keine Überraschung. Im Herzen von Q System One arbeitet eine Recheneinheit mit 20 Qubits. Das ist noch ein gutes Stück entfernt von der sogenannten quantum supremacy, also dem Punkt, ab dem ein Quantencomputer dank seiner besonderen Rechenfähigkeiten selbst klassische Supercomputer aussticht.

IBM hat sogar selbst bereits vergleichbar leistungsfähige Quantencomputer im Angebot: Über die öffentlich zugängliche Q Experience haben schon gut 100.000 Menschen weltweit auf Quantenrechnern mit 5 beziehungsweise 14 Qubits experimentieren können. Das hat inzwischen zu über 130 Forschungsarbeiten geführt. Und das Q Network weist hochkarätige Partner aus Forschung und Industrie auf, wie etwa das Cern, das Fermilab oder Exxonmobil. Diese nutzen bereits Systeme mit 20 Qubit.

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Ist das Q System One also nichts weiter als eine Marketing-Masche? Versucht IBM hier einfach, ein bereits funktionsfähiges System optisch aufgebrezelt auf einer großen Messe als etwas ganz Neues zu präsentieren? Wenn man sich die Spezifikationen ein wenig genauer anschaut, sieht man, dass das eine zu scharfe Beurteilung wäre.

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Viel mehr als nur ein Marketing-Coup 
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