Abo
  • Services:
Anzeige
Stefan Filipp: mit Hartnäckigkeit zum Erfolg
Stefan Filipp: mit Hartnäckigkeit zum Erfolg (Bild: IBM Research/CC-BY 2.0)

Quantencomputer: Ein Forscher in den unergründlichen Weiten des Hilbertraums

Stefan Filipp: mit Hartnäckigkeit zum Erfolg
Stefan Filipp: mit Hartnäckigkeit zum Erfolg (Bild: IBM Research/CC-BY 2.0)

Stefan Filipp radelt mit dem E-Bike jeden Tag zu seinem Arbeitsplatz bei IBM Research in Zürich, wo er an der Quantendatenverarbeitung mit supraleitenden Schaltkreisen arbeitet. Das Schlimmste für ihn wäre, wenn sich der Quantencomputer nicht realisieren ließe.
Ein Interview von Werner Pluta

Quanten! Quanten! Quanten! Am 23. Juni 2017 geht es auf der Golem.de-Quantenkonferenz um eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der IT. Auf der Konferenz treten führende Quantenforscher aus aller Welt auf. Aber wer sind die Experten? Wir haben nachgefragt. Heute: Stefan Filipp von IBM Research. Er wird über die Frage diskutieren, ob Quantencomputer besser sind als Supercomputer.

Anzeige

Golem.de: Wer war der Held Ihrer Kindheit?

Stefan Filipp: Auch nach längerem Nachdenken kann ich keinen wahren Helden finden, mit dem ich mich voll und ganz identifizieren könnte.

Golem.de: Welche Erfindung bewundern Sie am meisten?

Filipp: Klingt zwar etwas abgedroschen, aber die Erfindung des Buchdrucks ist für mich eine der wichtigsten Erfindungen. Viele spätere Erfindungen und Errungenschaften wären ohne die einfache Verfügbarkeit von Wissen für die breite Öffentlichkeit nicht möglich gewesen.

Golem.de: Auf welches Gadget würden Sie nicht verzichten und warum?

Filipp: Es ist zwar vielleicht kein Gadget im eigentlichen Sinne, aber mein E-Bike - um 30 Kilometer täglichen Arbeitsweg in angemessener Zeit ohne Stau zu bewältigen. Einfach genial.

Golem.de: Was lesen Sie privat am liebsten?

Filipp: Abgesehen von der NZZ am Sonntag und dem Economist zur Zeit am liebsten Gegenwartsliteratur, beispielsweise Bücher des österreichischen Autors Thomas Glavinic oder die Geschichten aus Neapel von Elena Ferrante.

Golem.de: Welchen technischen Trend lehnen Sie ab?

Filipp: Dinge mit eingebautem Ablaufdatum zu entwerfen und zu verkaufen, die nicht länger als ein Jahr verwendbar sind, weil sie entweder mangels Qualität kaputt oder auf Grund von Inkompatibilitäten nicht mehr verwendbar sind.

Golem.de: Wie erklären Sie Ihren Großeltern Ihr Forschungsgebiet?

Filipp: Dass wir an Computern arbeiten, die manche mathematische und physikalische Probleme viel schneller lösen können als ein herkömmlicher Computer. Und dass diese Computer mit einzelnen Elektronen arbeiten, wobei ein Elektron nicht nur an zwei verschiedenen Plätzen sitzen kann, sondern sogar an beiden gleichzeitig; wie bei einer Welle, die aus mehreren Wellenbergen besteht.

Golem.de: Was fasziniert Sie am Thema Quantentechnologie?

Filipp: Die unergründlichen Weiten des Hilbertraums. Obwohl die Grundlagen mittlerweile einigermaßen klar sind, gibt es auf dem Gebiet noch ein breites Spektrum an Dingen, die unerforscht oder nicht vollständig verstanden sind.

Golem.de: Wie lange haben Sie gebraucht, um Quantenphysik zu verstehen?

Filipp: Ich habe gelernt, mit der Quantenphysik umzugehen und zu rechnen, ohne jedes Mal über konzeptionelle Schwierigkeiten wie die "Welle oder Teilchen"-Frage zu stolpern.

Golem.de: Wer war Ihr wichtigster Lehrmeister?

Filipp: Wahrscheinlich meine Eltern. Es gab hier und da wichtige Lehrer und Professoren, die mir Neues gezeigt haben, aber keinen konkreten Lehrmeister.

Golem.de: Mit welchem beruflichen Erfolg geben Sie am liebsten an?

Filipp: Ich gebe mit meinen Erfolgen nicht gerne an. Ich freue mich aber immer, wenn ein Experiment funktioniert.

Golem.de: Welchen Misserfolg in Ihrer Forschungsarbeit würden Sie gern vergessen?

Filipp: Ich denke, es gab keine großen Misserfolge. Mit genügend Hartnäckigkeit funktionieren die meisten Experimente schließlich doch. Oder man hat gelernt, warum sie nicht funktionieren. Wenn ein Antrag abgelehnt wird, ist das aber schon ärgerlich.

Golem.de: Was wäre für Sie in Bezug auf Ihre Forschung der absolute Alptraum?

Filipp: Wenn wir herausfänden, dass wir aus irgendeinem Grund zu meinen Lebzeiten keinen nützlichen Quantenrechner bauen könnten.

Golem.de: Welche Frage beschäftigt Sie derzeit am intensivsten?

Filipp: In welcher Welt meine Kinder wohl erwachsen werden, und ob sie sich darin wohlfühlen werden.

Golem.de: Werden Quantencomputer endlich die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest beantworten können?

Filipp: Auf jeden Fall. Wir müssen ihn nur bauen und natürlich die Frage richtig formulieren können.


eye home zur Startseite
codepage.net 23. Jun 2017

Das erinnert nicht nur an "Per Anhalter durch die Galaxis" sondern ist eine bewusste...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. AVL List GmbH, Graz (Österreich)
  2. IT Services mpsna GmbH, Herten
  3. STAHLGRUBER GmbH, Poing bei München
  4. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Stuttgart


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 799,90€

Folgen Sie uns
       


  1. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  2. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  3. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  4. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  5. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog

  6. Die Woche im Video

    Schwachstellen, wohin man schaut

  7. UAV

    Matternet startet Drohnenlieferdienst in der Schweiz

  8. Joint Venture

    Microsoft und Facebook verlegen Seekabel mit 160 Terabit/s

  9. Remote Forensics

    BKA kann eigenen Staatstrojaner nicht einsetzen

  10. Datenbank

    Börsengang von MongoDB soll 100 Millionen US-Dollar bringen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Metroid Samus Returns im Kurztest: Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin
Metroid Samus Returns im Kurztest
Rückkehr der gelenkigen Kopfgeldjägerin
  1. Doom, Wolfenstein, Minecraft Nintendo kriegt große Namen
  2. Nintendo Das NES Classic Mini kommt 2018 noch einmal auf den Markt
  3. Nintendo Mario verlegt keine Rohre mehr

Galaxy Note 8 im Test: Samsungs teure Dual-Kamera-Premiere
Galaxy Note 8 im Test
Samsungs teure Dual-Kamera-Premiere
  1. Galaxy S8 und Note 8 Bixby-Button lässt sich teilweise deaktivieren
  2. Videos Youtube bringt HDR auf Smartphones
  3. Galaxy Note 8 im Hands on Auch das Galaxy Note sieht jetzt doppelt - für 1.000 Euro

Zukunft des Autos: "Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
Zukunft des Autos
"Unsere Elektrofahrzeuge sollen typische Porsche sein"
  1. Concept EQA Mercedes elektrifiziert die Kompaktklasse
  2. GLC F-Cell Mercedes stellt SUV mit Brennstoffzelle und Akku vor
  3. ID Crozz VW stellt elektrisches Crossover vor

  1. Re: Endlich remove für Streams

    Das... | 21:44

  2. Re: Der starke Kleber

    ArcherV | 21:44

  3. Re: Vodafone ist schlimm - Unitymedia funktioniert

    Silberfan | 21:37

  4. Re: Typich das Veralten der Massen

    violator | 21:19

  5. Re: wie kommt ihr darauf, dass QI bei anderen...

    Silberfan | 21:18


  1. 15:37

  2. 15:08

  3. 14:28

  4. 13:28

  5. 11:03

  6. 09:03

  7. 17:43

  8. 17:25


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel