Qualcomm-CEO: "Wir mussten die beste Performance haben"

Nach der Nuvia-Übernahme will Qualcomm mit eigenen CPU-Kernen künftig die Messlatte für Laptop/Smartphone-SoCs darstellen, noch vor Apple.

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Ein Wafer mit Snapdragon 8cx für Windows-on-ARM-Laptops
Ein Wafer mit Snapdragon 8cx für Windows-on-ARM-Laptops (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Der neue Qualcomm-CEO Cristiano Amon hat einen klaren Führungsanspruch formuliert: "Wir mussten die beste Performance haben, wenn es um akkubetriebene Geräte geht", sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Qualcomm hat in den vergangenen Jahren primär lizenzierte Cortex-Kerne von ARM genutzt.

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Nach der Übernahme von Nuvia sollen wieder eigene Designs verwendet werden; die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch. Nuvia arbeitete zuletzt an einem ARM-basierten CPU-Kern, dem Phoenix, welcher extrem effizient sein soll. Das ist wichtig bei akkubetriebenen Geräten, also Smartphones und Laptops mit Windows 10/11 on ARM, deren Entwicklung Qualcomm seit mehreren Jahren forciert.

Hinter Nuvia steht mit Gerard Williams III und dessen Team geballte Erfahrung, er selbst war bei Apple 2010 bis 2019 für alle CPU-Entwicklungen als Senior Director for Platform Architecture verantwortlich. Williams III entwarf in dieser Zeit die Kern-Designs vom Cyclone (A7) bis zum Firestorm (A14/M1), gestaltete also ein Jahrzehnt lang die CPU-Entwicklung bei Apple.

Krait lässt grüßen

Qualcomm hat einst eigene Kerne entworfen: Frühere SoCs wie der Snapdragon S3 nutzten Scorpion-, spätere Snapdragons dann Krait-Cores. Beide unterschieden sich von ARMs Cortex-Designs, was in einer höheren Leistung und besseren Effizienz resultierte. Beim 32-Bit-Taipan-Kern wurde Qualcomm durch Apples A7 mit 64-Bit-Cyclone-Design jedoch kalt erwischt, es folgte der Wechsel zu kaum modifizierten Cortex-Standard-Kernen, den Kryos.

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Mit diesem Vorgehen lassen sich zwar durchaus gute SoCs entwerfen, aber eben keine, die sich hinsichtlich Effizienz oder Performance nennenswert von der Konkurrenz absetzen. Eigene Designs erfolgreich umzusetzen, ist keinesfalls trivial, so hat Samsung nach vielen Jahren das für die M-Cores verantwortliche Team eingestampft. Im Gegenzug wurde die RDNA2-Technik von AMD lizenziert, sie ersetzt die Mali-Grafik von ARM.

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Dazu eine kleine Anekdote: Samsungs erste eigene CPU-Kerne, die M-Cores, hießen Mongoose und Meerkat. Beide gehören zu den Mangusten, diese Raubtiere jagen Skorpione und Giftnattern wie Kraits.

Spätere Kerne wurden als Cheetah (Gepard) und Lion (Löwe) bezeichnet, was als Anspielung auf AMDs Cat-Cores verstanden werden kann, da sich das geschlossene SARC-Team teilweise aus ehemaligen AMD-Leuten zusammensetzte, die einst die Cat-Cores (Bobcat, Jaguar, Puma) etwa für die Playstation 4 und die Xbox One entwickelten.

Klares Nein zu Datacenter-CPUs

Weil Nuvias Phoenix-Kern ursprünglich für Server gedacht war und Qualcomm in diesem Segment mit den Centriq-CPUs und den eigenen Falkor-Kernen gescheitert ist, äußerte sich CEO Amon auch zu diesem Thema: Eigene Prozessoren für Datacenter werde man nicht entwickeln, die Technik stehe aber für CPU-Lizenznehmer zur Verfügung.

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