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Qualcomm 4002/4004: Wenn die Kaffeemaschine das WLAN weckt

Ifa 2013
Von Qualcomm gibt es nun einen WLAN-Chip, der vor allem für das Internet der Dinge geeignet ist. Hersteller können auf dem WLAN-Chip etwa der Kaffeemaschine sogar Anwendungen mit Alljoyn laufen lassen, was einen eigenen Microcontroller für die Maschine selbst ersparen kann.
/ Andreas Sebayang
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Qualcomm will viele Haushaltsgeräte mit seinen WLAN-Chips ausstatten. (Bild: Qualcomm)
Qualcomm will viele Haushaltsgeräte mit seinen WLAN-Chips ausstatten. Bild: Qualcomm

Qualcomm hat abseits der Ifa in Berlin seine neue Plattform QCA4002/4004(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, die vor allem Haushaltsgeräte ins heimische WLAN bringen soll und dabei sehr sparsam mit der Energie umgeht. Sie eignen sich also insbesondere für mobile Geräte wie etwa Fernbedienungen, aber auch für Waschmaschinen, Klimaanlagen, Öfen, Wecker oder eben eine Kaffeemaschine. Dabei nutzt Qualcomm das eigene Open-Source-Projekt Alljoyn(öffnet im neuen Fenster) .

Dessen Framework soll im Laufe des Jahres 2014 auf der neuen Qualcomm-Plattform funktionieren und dann eine Basiskommunikation von einer Kaffeemaschine zum Fernseher oder Wecker ermöglichen. Auf Nachfrage wollte sich Qualcomm zur Alljoyn-Verfügbarkeit nicht weiter äußern. Die QCA4002/4004-Plattform funktioniert aber auch ohne Alljoyn. Qualcomm stellte Alljoyn 2011 vor und nutzt die Technik auch in seiner eigenen Smartwatch mit Mirasol-Display .

Haushaltsgeräte mit dem Smartphone steuern

Der Sinn dahinter ist eine umfassende Kommunikation zwischen den Geräten. So benachrichtigt die Kaffeemaschine bei fertigem Kaffee den Anwender über den Fernseher oder auch den Wecker. Denkbar wäre, dass der Nutzer erst geweckt wird, wenn der Kaffee fertig ist oder der Ofen über den Fernseher eine fertige Pizza meldet. Mit dem Alljoyn-Framework(öffnet im neuen Fenster) , das bereits auf zahlreichen Plattformen funktioniert, können einfache Nachrichten gesendet und empfangen werden.

Damit kann die Programmierung der Haushaltsgeräte beispielsweise auf dem Smartphone durchgeführt werden, und zwar über Gerätekategorien und Herstellergrenzen hinweg. Der Anwender braucht also nicht mehr für jedes WLAN-Gerät im Heim eine eigene Smartphone-App. Auch Smart-TVs können hier eingebunden werden. Etwa als Empfänger von Nachrichten anderer Geräte, die Broadcast-Signale aussenden und selbst kein Display haben, oder als Sender, der das Fernsehprogramm auf dem Tablet anzeigt. Auch Bildnachrichten können verschickt werden und Alljoyn-Lautsprecher können Tonsignale empfangen.

Der WLAN-Chip legt sich zum Energiesparen häufig schlafen

Für Qualcomm ist der neue Chip ein Internet-of-Everything-System-on-a-Chip. Fällt also unter das Internet der Dinge. Die beiden Chips 4002 und 4004 sind dabei unterschiedlich abhängig von der übrigen Hardware. Der 4002er Chip beispielsweise braucht noch Intelligenz des Geräts, etwa zur Energieversorgung oder die Kernfunktion der Maschine. Er ist somit eine Ergänzung, um solche bestehenden Designs ins Netzwerk zu bringen. Gleichzeitig kann sich der Entwickler auf einen besonders einfachen Chip für die Kernfunktionen konzentrieren, was Kosten sparen soll.

Der 4004er ist hingegen ein Chip, der unabhängig vom Gerät arbeitet. Er hat beispielsweise die Möglichkeit, sich direkt an der Energieversorgung zu bedienen, und Entwickler können Anwendungen direkt auf dem 4004er Chip schreiben. Das Alljoyn-Framework unterstützen beide Chips.

Die Kaffeemaschine überholt das Notebook

Technisch arbeitet Qualcomm dabei mit dem etwas älteren, aber für die Zwecke ausreichenden Standard IEEE 802.11n (1x1-Konfiguration), und zwar nicht nur auf dem 2,4-GHz-Band, sondern auch auf dem viel weniger belasteten 5-GHz-Band. Damit wäre die Beispielkaffeemaschine des Jahres 2014 funktechnisch besser ausgestattet als so manches Notebook. Das Antennendesign kann auf Wunsch direkt auf das Mainboard mit dem Chip aufgedruckt werden.

Besondere Voraussetzungen braucht es für die WLAN-Kaffeemaschine laut Qualcomm nicht. Die Chips unterstützen zwar besondere Energiesparmodi, allerdings ist das auf Seiten des Netzwerks nicht relevant. Ein ganz normaler WLAN-Router ist ausreichend.

Der Chip soll besonders energiesparend sein. Die Leistungsaufnahme im Sleep-Mode liegt bei 1mW. Der Chip kann bei Bedarf in etwa 10 ms aufwachen und Daten senden. Das Gerät meldet sich kurz im Netzwerk zur Kontrolle, um Daten empfangen oder senden zu können, und schläft dann wieder. Das ist vor allem für Sensoren wie Rauchmelder oder Fernbedienungen notwendig. Das WLAN wird dank der Intelligenz erst aktiviert, wenn der Kaffee fertig ist. Dann erst sendet das Gerät die neuen Daten zu Smartphones, Wecker oder TV-Geräten.

Der Chip wird derzeit in Musterstückzahlen angeboten. Erst im vierten Quartal 2013 sollen die Chips breit verfügbar sein.


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