Qualcomm 205 Mobile Plattform: Mit Semi-Smartphones und 45 Tagen Standby gegen 2G
Qualcomms neue Mobilplattform 205 soll vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern den Umstieg von 2G auf 4G (LTE) beschleunigen. Bisher sind laut Qualcomm die neuen Funktechniken vor allem hochwertigen und damit teuren Chips vorbehalten. Die 205er-Plattform soll diese Techniken in günstige Telefone bringen. In vielen Märkten sind allerdings schon 50 Euro für ein Telefon viel Geld.
Qualcomm verweist auf Zahlen, die in vielen Märkten noch immer einen hohen Anteil sogenannter Feature Phones ausweisen. Im riesigen indischen Markt lag der Anteil 2016 etwa noch bei 56 Prozent, in Afrika bei 43 und in Indonesien bei 38 Prozent. Qualcomm beruft sich dabei auf Zahlen von IDC.
Alle grundlegenden Funktionen sind enthalten
Mit Hilfe der 205er-Plattform bietet Qualcomm Netzbetreibern Merkmale von Feature Phones in Verbindung mit LTE an. Die Betreiber können dafür sorgen, dass die Masse der Nutzer das effizientere Spektrum nutzt und damit die Möglichkeit, die 2G-Frequenzen auf absehbare Zeit abzuschalten und für modernere Funktechniken zu verwenden. In den USA, wo der Anteil der Feature Phones unter zehn Prozent ist, geschieht das bereits. AT&T hat sein 2G-Netz abgeschaltet .
Die 205er-Plattform soll leistungsfähig genug sein, um einfache Smartphones anzutreiben. Für Feature Phones verspricht Qualcomm unter anderem die Möglichkeit, Videostreams anzuschauen (H.264, VP8) und einfache Spiele zu spielen. Auch allgemeine NFC-Funktionen und das Bezahlen damit gehören zum Funktionsumfang.
Die Entwicklung entsprechender Mobiltelefone dürfte nicht schwer werden: Der 205er-Chip ist ein pin-kompatibler Ableger des Snapdragon 210/212 . Qualcomm wird den Namen Snapdragon in Zukunft allerdings nicht mehr für solche Chips verwenden. Der Chip ohne den Namen Snapdragon bietet zwei nicht näher benannte ARM-Kerne mit je 1,1 GHz und eine Adreno-304-Grafikeinheit, die allerdings nur VGA als Auflösung zulässt. Funkseitig wird LTE Cat 4 dank des X5-Modems unterstützt. 2G und 3G beherrscht das Modem auch.
Der Prozessor wird in einem 28-Nanometer-Verfahren gefertigt und ist für Mobilfunktelefonentwickler ab sofort verfügbar. Die ersten Telefone soll es im Laufe des zweiten Quartals 2017 geben.
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