Quake 2: John Carmack begrüßt KI statt "Millimeterpapier"
Wenige Tage nach der Veröffentlichung eines KI-generierten Levels von Quake 2 hat sich John Carmack zu Wort gemeldet – er war Chef-Programmierer des Originals. Carmack äußert sich zum Einsatz von KI bei der Spieleentwicklung generell und geht insbesondere darauf ein, was das für Beschäftigte in der Branche bedeuten dürfte.
"Bei meinen ersten Spielen musste ich Maschinencode von Hand zusammensetzen und Zeichen auf Millimeterpapier in Hexadezimalziffern umwandeln" , schreibt der Programmierer auf der Plattform X(öffnet im neuen Fenster) . "Der Software-Fortschritt hat diese Arbeit so irrelevant gemacht wie die Wartung von Streitwagenrädern."
Spieleentwicklung: Fortschritt durch Technik
Carmack geht es mit dem Beispiel offensichtlich darum, klarzumachen, dass seiner Auffassung nach der Bau von "Powertools im Mittelpunkt aller Fortschritte in der Computertechnik" steht.
Das KI-generierte Quake 2 wurde Anfang April 2025 von Microsoft im Browser veröffentlicht. Die Demo führte zu viel Kritik aus der Community. Ein Grund dafür ist, dass der Level auf den ersten Blick nicht sonderlich spektakulär wirkt und stark ruckelt.
Allerdings handelt es sich nicht um einen prozedural aus Modulen erstellten Abschnitt, was schon länger und besser möglich ist.
Stattdessen generiert die KI – stark vereinfach gesagt – quasi den ganzen Abschnitt in Echtzeit mit allen Funktionen und Inhalten nach Vorgabe durch Microsoft, was tatsächlich etwas fundamental Neues darstellt.
Caramck geht allerdings auf den zweiten großen Punkt der Kritiker ein: dass die KI die Jobs von Entwicklern überflüssig mache. "Ja, wir werden eine Welt erleben, in der man ein Spiel (oder einen Roman oder einen Film) mit einem Prompt erstellen kann" , räumt Carmack ein. "Aber es wird weitaus bessere Medien geben, die von engagierten Teams mit leidenschaftlichen Entwickler geschaffen werden."

Er könne nicht absehen, ob es durch generative KI-Systeme mehr oder weniger Jobs für Entwickler geben werde. Nur halte er die Strategie, "keine Powertoys verwenden, weil sie Menschen die Arbeit wegnehmen" , langfristig nicht für erfolgversprechend.
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