Quadrigacx: Kryptomarktbesitzer tot, 137 Millionen Dollar unerreichbar

Der Inhaber einer Kryptowährungsbörse ist plötzlich gestorben. Er hinterlässt verschlüsselte Festplatten mit Währung im Wert von 137 Millionen US-Dollar. Allerdings wusste nur er das Passwort.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Chef des Unternehmens nimmt viel Geld mit ins Grab.
Der Chef des Unternehmens nimmt viel Geld mit ins Grab. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)

Der plötzliche Tod des 30-jährigen Chefs der Kryptowährungsbörse Quadrigacx bringt den Verlust von Kryptowährungen im Wert von 137 Millionen US-Dollar mit sich. Das Geld stammt größtenteils von etwa 100.000 Kunden, die es in die Hände des Unternehmens gegeben haben. Es wird als Cold Wallet, einer Kryptogeldbörse ohne Zugang zum Internet, verschlüsselt auf einem Firmenlaptop gespeichert. Das Problem ist, dass nur die verstorbene Person das Passwort und den Wiederherstellungsschlüssel kannte, berichtet das US-Onlinemagazin Ars Technica.

Stellenmarkt
  1. IT-Support Mitarbeiter (1st Level) (m/w/d)
    Bruno Bader GmbH + Co.KG, Pforzheim
  2. IT-Projektmanager*in (m/w/d)
    Landau Media GmbH & Co. KG, Berlin
Detailsuche

Die Witwe des Mannes konnte nach langem Suchen weder Passwort noch Schlüssel finden. Sie habe darauf Experten angeheuert, die das Notebook manuell entschlüsseln sollen. Einer der Beauftragten habe per Social Engineering ein Profil des verstorbenen Mannes erstellt, um darüber das eventuelle Passwort herauszufinden. Mit diesen Methoden ist er bereits an einigen persönlichen und arbeitsrelevanten E-Mail-Verkehr gelangt.

Kein Backup eingerichtet

Allerdings sei es schwierig, Gespräche zu rekonstruieren, da sich verschlüsselte Nachrichten nach gewisser Zeit löschen. Auch ein verschlüsselter USB-Stick konnte bisher nicht entschlüsselt werden. Die Kryptowährungsbörse hat zudem keine Backups oder andere Sicherheitsmaßnahmen für ein solches Ereignis höherer Gewalt eingerichtet, obwohl es solche Richtlinien bereits seit 2015 gibt.

Das ist wohl nicht das einzige Problem, vor dem QuadrigaCX steht. Anteile von insgesamt 53 Millionen US-Dollar sind auf drei Drittparteien aufgeteilt. Die Webseite wurde wegen den nach dem Todesfall noch immer eingehenden Transaktionen offline genommen. Momentan kommt keiner der 115.000 Kunden an sein Geld.

Nachtrag vom 4. Februar 2019, 16:08 Uhr

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    8.–12. November 2021, virtuell
  2. LDAP Identitätsmanagement Fundamentals: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.–24. November 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Einem detaillierten Bericht zufolge, ist der Vorfall recht merkwürdig. Nicht nur wurde der Tod des Besitzers wohl wesentlich später bekanntgegeben, es gibt auch Ungereimtheiten in den Geschäften und Transaktionen des Unternehmens. Möglicherweise haben es die vielen Kunden mit betrügerischem Vorgehen zu tun. Das ist allerdings nicht sicher bewiesen.

Nachtrag vom 5. Februar 2019, 9:19 Uhr

Der Bericht auf dem Portal Medium wurde mittlerweile offline gestellt. Die Anschuldigungen könnten eventuell falsch oder unvollständig sein. Im einem Reddit-Thread wird die Diskussion weitergeführt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


edgario 20. Feb 2019

Das Problem, das ich hier sehe, ist: Menschen verschmelzen Dienste und Plattformen, die...

JanZmus 06. Feb 2019

Welche Banken handeln denn mit Zelten oder Whisky?

Anonymer Nutzer 06. Feb 2019

Wenn da 137 Mio drin sind? Wetten ich finde für einen Bruchteil davon einen...

kalleknackwurschd 06. Feb 2019

Es gäbe nicht nur eine. Schlüssel, denk mal drüber nach. Wenn der Ersatzschlüssel im...

berritorre 06. Feb 2019

Naja, es hiess ja auch "plötzlich". Aber auch ich stimme zu, das hört sich alles sehr...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kickstarter
Die Pibox ist ein Mini-NAS mit Raspberry Pi

Auf Basis des Raspberry Pi CM 4 entsteht die Pibox. Mittels Carrier-Platinen können daran zwei 2,5-Zoll-Laufwerke angeschlossen werden.

Kickstarter: Die Pibox ist ein Mini-NAS mit Raspberry Pi
Artikel
  1. Quartalsbericht: Amazon kämpft mit höheren Kosten und weniger Wachstum
    Quartalsbericht
    Amazon kämpft mit höheren Kosten und weniger Wachstum

    Der neue Amazon-Vorstandschef sieht auch im vierten Quartal weniger Wachstum wegen Investitionen und Problemen in den Lieferketen.

  2. Neuer Firmenname: Aus Facebook wird Meta
    Neuer Firmenname
    Aus Facebook wird Meta

    Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat den Namen der neuen Dachgesellschaft seiner Dienste genannt. Dieser lehnt sich stark an das geplante Metaversum an.

  3. S9U fürs Homeoffice: Samsung stellt 49-Zoll-Ultrawide-Monitor mit KVM-Switch vor
    S9U fürs Homeoffice
    Samsung stellt 49-Zoll-Ultrawide-Monitor mit KVM-Switch vor

    Der S9U ist Samsungs neuer 32:9-Bildschirm. Er integriert USB-C mit 90 Watt Power Delivery und einen KVM-Switch. Das Panel schafft 120 Hz.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • WD Black SN750 1TB 89,90€ • Acer 27" FHD 165Hz 191,59€ • PS5 Digital + 2. Dualsense + 100€-Amazon-Gutschein mit o2-Vertrag sofort lieferbar • Kingston 1TB PCIe 69,90€ • GTA Trilogy Definitive 59,99€ • Alternate-Deals (u. a. Apacer 960GB SATA 82,90€) [Werbung]
    •  /