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Qt Developer Days 2014: Qt als globales Produkt mit starkem Ökosystem

Das Qt-Geschäft und Digia sind sehr verschieden. Die Neuausrichtung im Qt-Unternehmen und die enge Zusammenführung von freier und kommerzieller Variante sollen das Framework mit seinem großen und differenzierten Ökosystem aber deutlich stärken, sagt Chefentwickler Lars Knoll.

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Ein vereinheitlichtes Qt soll dem gesamten Ökosystem des Framworks dienen.
Ein vereinheitlichtes Qt soll dem gesamten Ökosystem des Framworks dienen. (Bild: qt.io)

Viele Informationen, warum Digia sein Qt-Geschäftsfeld in ein eigenes Tochterunternehmen auslagert, gibt es bisher nicht. Doch in der Keynote auf den diesjährigen Qt Developer Days verrät Chefentwickler Lars Knoll einige Details, die es erlauben, die Entscheidung besser nachvollziehen zu können. Auch die Ziele für das neue Unternehmen werden damit deutlich.

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Der Hauptgrund für die Ausgründung ist demnach die zu unterschiedliche Arbeitsweise und Ausrichtung der Unternehmensteile. Zwar ist Digia in den USA, Europa und Asien vertreten, doch ein großer Teil der Geschäftskunden befindet sich nach wie vor in Finnland, dem Stammland des Unternehmens. Zusätzlich zu rein technischen Dienstleistungen bietet Digia zudem eine klassische Unternehmensberatung für Industriekunden, die etwa Finanzen prüft oder auch die Logistik optimiert.

Bereits mit der Qt-Übernahme von Nokia waren die Entwickler des Frameworks und seine Nutzer weltweit vertreten. Durch die Öffnung der Entwicklung im Qt-Projekt ist diese Kooperation mit anderen Unternehmen und freien Projekten verstärkt worden. Darüber hinaus beschränken sich die Dienstleistungen in Verbindung mit Qt hauptsächlich auf die Software-Entwicklung, am Framework selbst oder in enger Zusammenarbeit mit einzelnen Kunden.

Nicht zuletzt "hat Digia mit Qt Geld verloren", sagt Knoll. Eine strikte Trennung der Unternehmensbereiche und die damit gewonnene Eigenständigkeit von Qt soll der weltweiten Verbreitung Rechnung tragen. Das Qt-Unternehmen kann sich so besser auf seine Stärken konzentrieren und ein Produkt anbieten, das auf sehr vielen unterschiedlichen Plattformen läuft und den damit verbundenen Ansprüchen gerecht wird.

Ökosystem soll sichtbar werden

Ein wichtiger Teil dieser Neuausrichtung ist die Zusammenführung von Informationen zu der freien und der kommerziellen Version von Qt auf einer Webseite. Sie soll zugleich Anlaufpunkt für das gesamte Ökosystem werden. Noch dominiert dort zwar der kommerzielle Aspekt und viel Infrastruktur zur freien Version findet sich noch auf den Seiten des Qt-Projects. Das soll sich aber möglichst schnell ändern, wie Knoll versichert.

Darüber hinaus werde das Unternehmen sich mehr auf die Stärkung des gesamten Ökosystem rund um Qt bemühen. Zwar tragen die Angestellten der Digia-Tochter weiterhin den mit Abstand größten Teil an Code zu dem Framework bei. Doch viele weitere Unternehmen bieten Kunden verschiedene Dienste mit und an den Qt-Bibliotheken und kooperieren zudem direkt oder indirekt mit dem Qt-Unternehmen. Die wohl größten sind die aus Schweden stammende Firma KDAB sowie das in den USA beheimatete ICS, die gemeinsam mit Digia die Qt Developer Days ausrichten.

Als Nutzer kommen viele kleine und mittelständische Unternehmen hinzu, aber auch multinationale und bekannte Konzerne wie der Chip-Hersteller Freescale oder QNX, das zu Blackberry gehört und etwa Produkte für den Automobilbereich mit Qt herstellt. Große Entwicklergemeinschaften freier Software wie KDE oder die finnisch-russische Forschungskooperation Fruct verwenden ebenfalls Qt.

Auf der vereinheitlichten Webseite sollen all diese Interessenten vertreten sein, wovon das gesamte Ökosystem profitieren soll. Um das finanzielle Überleben des Unternehmens zu sichern, bleiben allerdings einige Bestandteile des Codes langfristig ausschließlich der kommerziellen Variante vorbehalten. Dies betrifft zum Beispiel den QML-Compiler, wie Knoll auf Nachfrage aus dem Publikum erklärt.

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