Wie der QR-Code entstanden ist

Das "QR" steht für "Quick Response" und der Begriff zeigt bereits an, woher die Technik ursprünglich stammt: aus der Welt der Effizienzsteigerung und der Beschleunigung von Logistik- und Handelsprozessen.

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Der QR-Code wurde 1994 in Japan von einem Team von Denso Wave entwickelt, einer Firma aus der Unternehmensgruppe Toyota. Chefentwickler Masahiro Hara sollte für die Firma einen maschinenlesbaren Code erfinden, mit dem sich Autos und Autoteile während der Fertigung leicht verfolgen lassen. Das Verfahren, dank dessen wir in Corona-Zeiten wieder Zutritt zur Gaststube erhalten, sollte also ursprünglich nur festhalten, wo in der Lieferkette sich gerade Lenkräder und Einspritzdüsen befinden.

Zuvor hatte man das mit einem herkömmlichen Barcode geregelt, wie man ihn aus dem Supermarkt kennt. Doch für komplexe Logistikprozesse wie das Tracken von Kfz-Bauteilen war die Summe der Informationen, die ein Barcode speichern kann, nicht mehr ausreichend.

Hochhaus als Inspiration

Der eindimensionale Bar- oder Strichcode ist der Stammvater des zweidimensionalen QR-Codes: Er entstand in den Sechzigerjahren in den USA, setzte sich aber in Japan durch, als das Land in eine Phase des großen Wirtschaftswachstums eintrat und Supermärkte entstanden, die eine breite Palette von Waren, von Lebensmitteln bis zu Kleidung, verkauften.

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Bezahlt wurden diese Waren an Registrierkassen, an denen jeder Preis per Hand eingegeben werden musste. Viele Kassiererinnen litten deshalb unter Sehnenscheidenentzündungen oder Taubheitsgefühlen im Handgelenk. Dank des Barcodes konnten Scannerkassen entwickelt werden, bei denen man die Ware nur noch über einen optischen Sensor ziehen musste.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Barcodes wurden jedoch auch deren Grenzen deutlich: Sie konnten nur 20 alphanumerische Zeichen speichern, also Abfolgen der Ziffern 0 bis 9 oder der Buchstaben A bis Z. Für komplizierte logistische Prozesse sollte Masahiro Hara nun einen optisch lesbaren Code entwickeln, der mehr Daten enthalten konnte - auch die im Japanischen genutzten Kanji-Schriftsymbole.

Dass seine Erfindung wie der konstruktivistische Entwurf eines vom Bauhaus inspirierten Architekten aussieht, ist übrigens kein Zufall: Inspiriert wurde Hara bei einem Spaziergang, als ihm ein Hochhaus mit einer gleichförmigen Fassade aus lauter Quadraten auffiel, erzählte er später.

Aus Logistikinstrument wird Designobjekt

Aber sein Code durfte gleichzeitig keine Ähnlichkeit mit anderen auf Verpackungen üblichen Symbolen haben, um Verwechslungen beim Scannen zu verhindern. Hara begann darum, systematisch Bücher, Flugblätter, Zeitschriften, Kartons und andere Drucksachen zu untersuchen, um ein Schwarz-Weiß-Muster zu identifizieren, das so selten wie möglich auf Verpackungen erschien.

Nach Monaten der computerunterstützten Bildanalyse war er sich sicher: Vierecke mit Quadraten in drei Ecken waren so selten, dass Verwechslungen ausgeschlossen waren. Außerdem entstand durch diese Struktur ein Codebild, das unabhängig vom Scanwinkel gelesen und vom Computer verarbeitet werden konnte.

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Anderthalb Jahre nach Beginn des Entwicklungsprojekts entstand so die erste Version des QR-Codes, die nicht nur etwas mehr als 7.000 Ziffern, sondern auch Kanji-Zeichen codieren konnte. Und dieses Codebild konnte nicht nur eine große Menge an Informationen speichern, sondern auch zehnmal schneller gelesen werden als andere Codes.

Die abstrakten Muster bleiben auch dann maschinenlesbar, wenn sie beschädigt oder verschmutzt sind. Und sie erlauben structured appending (strukturiertes Anhängen): Sollen mehr Daten hinterlegt werden, als auf einen QR-Code passen, können die Informationen auf mehrere Codes aufgeteilt werden, die beim Scannen so zusammengefügt werden, dass der ursprüngliche Inhalt erhalten bleibt.

Zunächst wurden QR-Codes nur von Toyota in der Produktion eingesetzt. Doch nachdem das Verfahren im Jahr 2000 als ISO-Standard anerkannt wurde, begann es sich im technikaffinen Japan auch in anderen Bereichen zu verbreiten. Heute sind QR-Codes besonders in China allgegenwärtig, wo sie von Firmen wie Alibaba im großen Stil genutzt werden.

Toyota ließ den QR-Code zwar patentieren, verzichtet aber darauf, dieses Patent zu nutzen. Darum kann heute jeder im Internet eigene QR-Codes generieren und diese sogar in verschiedenen Formaten, Farben und Designs mit individuellen Logos und Symbolen gestalten. Aus einem Organisationsinstrument der Logistikbranche ist ein Designobjekt geworden.

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 QR-Code: Der späte Triumph einer TechnologieEine unerwartet erfolgreiche Technologie 
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TrollNo1 05. Jul 2021 / Themenstart

Wurden sie ja gar nicht. Nur nicht für Frauen, jedem anderen Geschlecht wird die...

tob_ 03. Jul 2021 / Themenstart

Wäre sicher auch für Phishing gut geeignet - z.B. die QR-Codes an E-Auto-Ladesäulen. Der...

Pyromaniac 03. Jul 2021 / Themenstart

Klar, so wie Mörder, Straftäter, Schlächter. Jeder weiß doch mittlerweile, dass alles...

gol 01. Jul 2021 / Themenstart

Kannst Du Dir erst den Inhalt des QR-Codes anzeigen lassen, bevor Du der Ausführung...

Killerkeks 01. Jul 2021 / Themenstart

Eigentlich nicht. Sonst könnte man alles behaupten und alle anderen wären dauerhaft mit...

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