Qnap: NAS-Ransomware erpresst in wenigen Tagen 230.000 Euro
Mit ihrer Schadsoftware Qlocker hat es eine Erpressergruppe auf nicht gepatchte NAS-Geräte von Qnap abgesehen. Innerhalb weniger Tage soll die Ransomwaregruppe knapp 230.000 Euro von Betroffenen erpresst haben. Bereits vergangene Woche hatte Qnap seine Kunden gewarnt und zum Einspielen von Patches aufgefordert.
Die Ransomwaregruppe hat es dabei auf kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen abgesehen. Während viele Ransomwaregruppen Lösegeldbeträge in Höhe von von Tausenden oder gar Millionen Euro fordern, beschränkt sich Qlocker auf 0,01 Bitcoin. Das sind rund 430 Euro beim aktuellen Kurs von 43.000 Euro pro Bitcoin.
Das Onlinemagazin Bleepingcomputer überprüfte(öffnet im neuen Fenster) 20 Bitcoin-Adressen, die von Qlocker verwendet werden: Demnach gingen auf diesen insgesamt 5,45 Bitcoins im Wert von knapp 230.000 Euro ein. Insgesamt bezahlten bis dato 525 Betroffene das Lösegeld. Allerdings dauert die Ransomware-Kampagne immer noch an.
Qlocker verschlüsselt die Daten per 7zip
Dabei mussten die Ransomwaregruppe nicht einmal die Verschlüsselung selbst entwickeln oder auf ausgefeilte Angriffsvektoren setzen. Stattdessen scannten die Eindringlinge schlicht nach verwundbaren Geräten, die über das Internet erreichbar waren, und nutzten eine kürzlich bekannt gewordene Sicherheitslücke aus.
Diese ermöglicht es mit Hilfe des 7zip-Archivierungsprogramms, alle Dateien auf dem NAS aus der Ferne mit einem Passwort zu schützen. Mit diesem recht trivialen Ansatz konnte die Gruppe binnen weniger Tage mindestens Tausend, wenn nicht mehrere Tausend NAS befallen.
Bereits vergangene Woche hatte der Hersteller Qnap vor den Ransomwares Qlocker und Ech0raix gewarnt . Der NAS-Hersteller rät dazu, die neueste Version des Malware Removers zu installieren und einen Scan laufen zu lassen. Zudem sollten die Multimedia Console, das Media Streaming Addon sowie die Hybrid-Backup-Sync-Apps auf die neueste Version aktualisiert werden.
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