Qingzhou: China baut neuen Raumgleiter für seine Tiangong-Raumstation
In China wird gerade an einem kleinen, leichten und potenziell kostengünstigen Ergänzungsobjekt gearbeitet, das für Versorgungsflüge zur staatlichen Raumstation Tiangong (Himmelspalast) vorgesehen ist. Bisher übernahm das Tianzhou-Frachtschiff (Himmelsbote) diese Aufgabe, doch mit dem geplanten Ausbau des Himmelspalastes möchte man in China eine neue, agile Lösung für Nachschuboperationen(öffnet im neuen Fenster) anstreben.
Das Qingzhou-Raumfahrzeug (Leichtes Schiff) der nächsten Generation wird als Nachfolger der Tianzhou-Serie entwickelt, die seit 2017 das Rückgrat der Tiangong-Frachtmissionen bildet. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist Qingzhou für höhere Automatisierung, Wiederverwendbarkeitstests und verbesserte Andocksysteme ausgelegt.
Für den niedrigen Erdorbit und darüber hinaus
Zudem soll es eine höhere Nutzlastkapazität und Orbitalflexibilität ermöglichen. Dadurch soll Qingzhou schwerere Nutzlasten mit einem geringeren Kraftstoffverbrauch zur Tiangong-Station transportieren können.
Das Raumfahrzeug wird laut einem Bericht des chinesischen Staatsfernsehsenders CCTV jedoch auch für Missionen über die niedrige Erdumlaufbahn (Leo: low earth orbit) entwickelt – möglicherweise, um als technologische Brücke für zukünftige Mondorbitaloperationen und den Tiefenraumfrachttransport zu dienen.
Immerhin möchte man in Peking die ersten beiden Landsleute bis zum Jahr 2030 auf der Mondoberfläche sehen und am Südpol des Trabanten die erste Bauphase seiner Mondbasis abschließen.
Fakten zum Qingzhou-Versorgungsraumschiff
Die Designüberprüfung bestand Qingzhou im Juni 2025. Seitdem befindet sich der Frachter in seiner ersten Fertigungsphase und wird von der Innovationsakademie für Mikrosatelliten der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (IAMCAS) entwickelt.
Der Prototyp misst etwa 3,3 m im Durchmesser, hat eine Startmasse von ungefähr 5.000 kg und kann bis zu 1.800 kg Fracht in den Orbit bringen. Seine Hybridstruktur kombiniert ein Druckmodul für die Versorgung der Besatzung und empfindliche Instrumente mit einem drucklosen Heckbereich, der externe Nutzlasten und Weltraumexperimente transportieren kann.
Qingzhou durchläuft abschließende Tests
"Wir haben nun großangelegte Experimente durchgeführt und laden und überprüfen derzeit den Status der verbleibenden einzelnen Maschinen sowie die abschließenden Tests", teilt Wu Huiying, stellvertretende Chefkonstrukteurin des Frachtraumschiffs Qingzhou, gegenüber CCTV mit.
Wus Äußerungen deuten darauf hin, dass das Programm in die letzte Phase der Vorstartbereitschaft eintritt, die oft von umfassender Validierung von Subsystemen und Umwelttests geprägt ist. Diese Schritte sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Qingzhou seine erste Mission ohne Anomalien absolvieren kann, insbesondere angesichts der erhöhten Komplexität des Raumfahrzeugs.
Die neue Generation von chinesischen Raumfahrzeugen
Die vollständige Produktion von Ingenieurmodellen ist für Anfang 2026 geplant, der Bau soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Sein Debütflug soll je nach den operativen Anforderungen der Tiangong-Raumstation stattfinden, teilt Wu mit. Einen genauen Zeitplan für den Jungfernflug gibt es derzeit nicht, er könnte aber innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen.
Qingzhou ist eines von zwei neuen Raumfahrzeugen, die von Chinas bemannter Raumfahrtbehörde (CMSA: Chinas Manned Space Agency) in Auftrag gegeben wurden. Das Haolong-Raumschiff basiert auf einem wiederverwendbaren Shuttle-Konzept, das vom Chengdu-Institut für Flugzeugkonstruktion und -forschung (CADI: Chengdu Aircraft Design and Research Institute) unter der staatlichen Luftfahrtindustriegesellschaft Chinas, der AVIC (Aviation Industry Corporation of China), entwickelt wird.
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