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Pÿur: Tele Columbus setzt in Berlin auf Glasfaser statt Koax

Der Kabelnetzbetreiber will auf 50.000 Kilometer Glasfaser ausbauen. Doch bis wann das passiert, ist unklar und soll in der Verantwortung des Senats liegen, nicht von Tele Columbus .
/ Achim Sawall
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Netzausbau von Tele Columbus (Bild: Tele Columbus)
Netzausbau von Tele Columbus Bild: Tele Columbus

Tele Columbus wird in Berlin sein Netz auf 50.000 Kilometer Glasfaser ausbauen. Das gab der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber am 29. Februar 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Derzeit versorge man mit der Marke Pÿur "rund eine Million Bewohner der Stadt" mit seinem Koaxialnetz.

Angaben dazu, wie viele Kilometer das Glasfasernetz gegenwärtig umfasst, machte Tele Columbus auf Nachfrage von Golem.de nicht. Somit ist keine Aussage dazu möglich, wie viel Glasfaser neu errichtet wird. Die Angabe "eine Million Bewohner" ist auch wenig aussagekräftig. Berlin hat knapp zwei Millionen Haushalte. Ob die eine Million sich auf Haushalte bezieht, sagte Tele Columbus nicht.

In den nächsten Jahren werde zuerst auf Fiber to the Building (FTTB) und in einem zweiten Ausbauschritt, je nach Vereinbarung mit der Wohnungswirtschaft, bis in die Wohnung auf FTTH (Fiber to the Home) verlängert.

Bereits seit 2019 ermöglicht Tele Columbus nach eigenen Angaben einer Million Bewohnern Berlins den Zugang zu Datenraten von bis zu 1 GBit/s über sein Koaxialkabelnetz mit Docsis 3.1.

Ausbauzusagen hängen von Erleichterungen im Umgang mit Bürokratie ab

Unternehmenssprecher Sebastian Artymiak sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir überbauen unser Netz und werden auch neue Anschlüsse bauen. Auch wenn unser Ausbauziel mit Vollglasfaser feststeht, hängt ein finales Ausbaudatum von mehreren Faktoren ab. Beispiele für diese Faktoren sind behördliche Erleichterungen beim Tiefbau, eine weiter verbesserte Zusammenarbeit mit den Tiefbauämtern beziehungsweise anderen Behörden und die Vereinbarungen mit der Wohnungswirtschaft, wann Sanierungen anstehen." Berlin ist bekannt dafür, dass man auf Tiefbauanträge oft jahrelang warten muss, während die Stadt voller Baustellen ist, die jahrelang offen sind. Oft bleiben Bauanträge der Stadtverwaltung lange unbearbeitet liegen.

Am 29. Februar findet ein Treffen mit der Senatorin Franziska Giffey (SPD) im Rahmen der Gigabit-Strategie Berlin statt, um die "beeinflussenden Faktoren zu besprechen und Beschleunigungen zu verabreden" . Daran nimmt auch Tele-Columbus-Chef Markus Oswald teil. Laut den Angaben des Branchenverbands Breko vom August 2023 belegte Berlin beim Glasfaserausbau bundesweit den letzten Platz. Mit Stand Juni 2023 werde damit "eine Abdeckung von 19,77 Prozent erreicht" .

Aktuell erfolgt der Glasfaserausbau durch die zehn Unternehmen Colt Technology Services, Deutsche Giganetz, DNS:Net, Deutsche Telekom, Globalconnect, Tele Columbus, 1&1 Versatel, Vattenfall Eurofiber, Vodafone Deutschland und dessen Partnerunternehmen OXG Glasfaser.


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