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Python, Rust und der Einfluss von KI: Welche Programmiersprachen Entwickler 2025 können sollten

Welche Programmiersprachen waren 2024 wichtig, welche werden es 2025 sein? Klar ist: KI wird sie stark beeinflussen, Entwickler sollten sich darauf einstellen.
/ Fabian Deitelhoff
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Die größten Änderungen bei der Programmierarbeit wird es auch 2025 vermutlich wieder durch KI geben. (Bild: Yamu_Jay/Pixabay)
Die größten Änderungen bei der Programmierarbeit wird es auch 2025 vermutlich wieder durch KI geben. Bild: Yamu_Jay/Pixabay

Es scheint, als durchlaufe die Softwareentwicklung im Jahr 2024/2025 eine essenzielle Transformationsphase. Technologische Innovationen, insbesondere im Bereich künstlicher Intelligenz, beschleunigen Veränderungen in Entwicklungsmethoden und Programmierparadigmen. Der rasante Fortschritt zwingt Entwickler, Programmiersprachen nicht mehr als statische Werkzeuge, sondern als dynamische Systeme zu betrachten.

Programmiersprachen bilden die fundamentale Kommunikationsebene zwischen menschlicher Logik und maschineller Ausführung. Sie definieren nicht nur, wie Algorithmen geschrieben werden, sondern wirken auch bei Effizienz, Skalierbarkeit und Wartbarkeit von Softwarelösungen nach. Die Wahl der Programmiersprache entscheidet nicht selten über Performanz, Ressourcennutzung und Kompatibilität mit bestehenden Infrastrukturen.

Im aktuellen technologischen Kontext müssen Programmiersprachen mehrere kritische Anforderungen erfüllen: Hochperformante Rechenoperationen ermöglichen, Parallelverarbeitung beherrschen, mit KI-Systemen nahtlos interagieren und komplexe verteilte Systeme abbilden. Sprachen wie Rust, Go und moderne Versionen von Python und Javascript demonstrieren diese Entwicklung.

Die Bedeutung einer Programmiersprache bemisst sich dabei nicht mehr nur an ihrer Syntax, sondern auch an ihrer Fähigkeit, komplexe technologische Herausforderungen zu bewältigen. Entwickler müssen Sprachen wählen, die Innovationszyklen verkürzen, Sicherheitsanforderungen erfüllen und gleichzeitig Produktivität steigern. Dieser technologische Wandel zwingt die Softwareindustrie, Programmiersprachen als strategische Ressourcen zu verstehen - nicht nur als Werkzeuge, sondern Wegbereiter für technologische Transformation.

Rückblick auf 2024: Wichtige Trends

Das Jahr 2024 markierte einen Wendepunkt in der Entwicklung von Programmiersprachen. Technologische Fortschritte und veränderte Anforderungen an Softwarelösungen prägten die Landschaft der Softwareentwicklung.

Diese Zahlen machen das deutlich. Python behauptete seine dominante Position in wissenschaftlichen Anwendungen, bei Datenanalyse und maschinellem Lernen nicht nur, sondern baute seinen Vorsprung deutlich aus. Im Tiobe-Index(öffnet im neuen Fenster) rangiert die Sprache weiterhin auf Platz 1 und verzeichnet einen Sprung von fast 10 Prozentpunkten zwischen Dezember 2023 und 2024 - ein heißer Kandidat auf die Sprache des Jahres 2024 also.

Python erweiterte seine Bibliotheken für KI-Entwicklung und verteilte Berechnungen. Wissenschaftler und Entwickler nutzten es für komplexe Datenverarbeitungsaufgaben, während Frameworks wie PyTorch und Tensorflow die Entwicklung neuronaler Netze vereinfachen. Laut der Developer-Umfrage von Stack Overflow(öffnet im neuen Fenster) nutzen 51 Prozent aller Entwickler diese Sprache.

Javascript bleibt die zentrale Sprache für Webentwicklung. Im Tiobe-Index weiterhin auf Platz 6, verzeichnete sie ein Wachstum um 1,72 auf 4,87 Prozent - ein beachtlicher Anstieg. Die Weiterentwicklung von ECMAScript-Standards treibt die Leistungsfähigkeit der Sprache weiter voran. Moderne Javascript-Frameworks wie React, Vue und Angular ermöglichen komplexe, reaktive Webanwendungen mit verbesserten Rendering-Techniken und Zustandsmanagement.

Typescript ist laut verschiedenen Umfragen ebenfalls beliebt. In der Umfrage von Stack Overflow kommt sie auf 38,9 Prozent Nutzung. Im Tiobe-Index ist die Veränderung dagegen bisher minimal. Die statische Typisierung und verbesserte Fehlerprävention machen Typescript zur Präferenz für große Softwareprojekte.

Die Integration in moderne Entwicklungsumgebungen und Build-Tools vereinfacht den Einsatz und lässt Unternehmen und Entwickler erwägen, ob eine Migration sinnvoll ist. Die Wahrscheinlichkeit wird höher, dass jemand, der mit Javascript zu tun hat, früher oder später auch mit Typescript in Berührung kommt. Eine Ablösung von Javascript ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Go und Rust gewinnen an Bedeutung

Cloudnative Sprachen wie Go und Rust haben 2024 an Bedeutung gewonnen. Go optimiert die Entwicklung von Microservices und verteilten Systemen. Seine Einfachheit und Effizienz bei nebenläufigen Prozessen machen Go zur Schlüsselsprache für Cloudarchitekturen.

Rust hat sich für systemnahe Programmierung mit höchsten Sicherheitsanforderungen etabliert, besonders in Bereichen wie Netzwerkprogrammierung und Betriebssystementwicklung.

Wie zeigt sich der Einfluss von KI auf die Sprachen?

Der KI-Einfluss hat Programmiersprachen auch im Jahr 2024 weiter stark transformiert. Generative KI-Systeme wie Github Copilot haben Entwicklungsprozesse verändert: Sie generieren Codevorschläge, komplettieren Funktionen und helfen bei Fehlerbehebungen.

Programmiersprachen mussten KI-Kompatibilität neu definieren: klare Strukturen, gute Typisierung und modulare Architektur sind entscheidend geworden.

Im Rückblick lassen sich die Programmiersprachen im Jahr 2024 durch Flexibilität, Performanz und KI-Interoperabilität charakterisieren. Entwickler mussten Sprachen wählen, die schnelle Iteration, Sicherheit und Skalierbarkeit gewährleisteten.

Python, Javascript und Typescript blieben Schlüsselsprachen, Go und Rust erschlossen neue Anwendungsdomänen. Entscheidend waren nicht nur technische Fähigkeiten, sondern die Anpassungsfähigkeit an komplexe Softwareanforderungen. Die Grenzen zwischen Programmiersprachen verschwammen, hybride Ansätze und mehrsprachige Entwicklungsumgebungen wurden zur Norm.

Aufstrebende Sprachen im Jahr 2025

Das nächste Jahr bleibt spannend. Python wird sicherlich seine Position festigen können. Ob die Sprache wieder Prozente vom letzten Sprung abgeben muss, wird sich zeigen müssen. Der nahe Einsatz an Daten und KI bleiben aber wichtige Schlüsselelemente der Sprache und damit auch der Signifikanz im Markt.

Im Jahr 2025 zeichnet sich eine Entwicklung bei Programmiersprachen ab. Rust wird sich wohl weiter als wichtige Sprache für systemnahe Programmierung etablieren. Sie überzeugt durch ihre einzigartige Fähigkeit, Speichersicherheit ohne Garbage Collector zu gewährleisten und reduziert Sicherheitslücken(öffnet im neuen Fenster) im Vergleich zu traditionellen Sprachen wie C/C++.

Go festigte schon im Jahr 2024 seine Position in Cloudtechnologien und verteilten Systemen. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend mindestens stabilisiert - oder seine Bedeutung in diesem Bereich weiter steigt.

Die Sprache erreicht weiterhin gute Werte in Github-Repositorys und ist ein Liebling führender Cloudanbieter(öffnet im neuen Fenster) . Besonders in Microservice-Architekturen zeigt Go eine beeindruckende Leistungsfähigkeit. Die Nummer eins ist hier Python, es hat mittlerweile Javascript überholt.

Auch bei Kotlin ist ein weiteres Wachstum zu erwarten. Kotlin wird nach Umfragen zufolge von 60 Prozent der Android-Entwickler genutzt. Die vollständige Interoperabilität mit Java macht Kotlin zu einer attraktiven Option für Entwickler und Unternehmen. Dieser Trend wird sich nicht so schnell umkehren, solange nicht gravierende Probleme zu Tage treten.

Swift dominiert zwar weiterhin das Apple-Ökosystem und Version 6.0 brachte signifikante Performanceverbesserungen und erweiterte die Interoperabilität mit Objective-C. Allerdings ist die Beschränkung auf das Apple-Ökosystem zu spüren.

Der Trend für 2024 zeigt weiter nach unten, was auch im nächsten Jahr weiter voranschreiten dürfte. Mobile Anwendungen ausschließlich für das Apple-Universum zu erstellen ist unüblich, so dass schnell andere Sprachen mit einer breiteren Plattformunterstützung in die engere Wahl kommen.

Der Einfluss von (Dev-)Plattformen

Integrierte Entwicklungsumgebungen (IDEs), Online-IDEs und Entwicklungsplattformen haben einen signifikanten Einfluss auf die Nutzung und Entwicklung von Programmiersprachen. Das wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern.

Dieser Einfluss manifestiert sich in verschiedenen Aspekten der Softwareentwicklung. Zunächst tragen diese Tools erheblich zur Effizienzsteigerung und Produktivität bei.

IDEs bieten eine Vielzahl von Funktionen wie intelligente Code-Vervollständigung, Syntaxhervorhebung und integrierte Debugging-Tools, die den Schreibprozess beschleunigen, Tippfehler reduzieren und eine effizientere Fehlerbehebung ermöglichen. Diese Funktionen fördern die Nutzung komplexerer Sprachen, da sie den Entwicklungsprozess vereinfachen und beschleunigen.

Moderne IDEs unterstützen häufig mehrere Programmiersprachen, was die polyglotte Entwicklung erleichtert. Entwickler können in einer einheitlichen Umgebung mit verschiedenen Sprachen arbeiten, was die Adoption neuer Sprachen fördert und den Wechsel zwischen ihnen erleichtert.

Cloudbasierte Entwicklung gewinnt zunehmend an Bedeutung, wobei Online-IDEs und cloudbasierte Entwicklungsplattformen ortsunabhängiges Arbeiten und vereinfachte Teamzusammenarbeit ermöglichen. Diese Entwicklung begünstigt insbesondere Sprachen, die gut für Cloud-native Anwendungen geeignet sind, wie beispielsweise Go.

IDEs können auch die Popularität bestimmter Sprachen beeinflussen, da Sprachen mit guter IDE-Unterstützung oft bevorzugt werden. Ein Beispiel dafür ist die wachsende Popularität von Kotlin, die durch seine starke Integration in Android-Entwicklungsumgebungen gefördert wurde.

Moderne IDEs werden immer wichtiger

Moderne IDEs integrieren zunehmend KI-basierte Funktionen wie automatische Code-Generierung und intelligente Vorschläge, was die Entwicklung beschleunigt und Sprachen begünstigt, die gut mit KI-Tools zusammenarbeiten, wie Python für Machine Learning und KI-Entwicklung. Darüber hinaus tragen IDEs zur Standardisierung von Entwicklungspraktiken bei, indem sie eine einheitliche Plattform für Teams bieten, was die Zusammenarbeit und den Code-Austausch erleichtert und die Konsistenz in der Codequalität und den Entwicklungspraktiken über verschiedene Sprachen hinweg fördert.

IDEs, Online-IDEs und Entwicklungsplattformen spielen somit eine entscheidende Rolle in der Evolution und Nutzung von Programmiersprachen. Sie beeinflussen nicht nur die Effizienz und Produktivität der Entwickler, sondern auch die Wahl und Popularität bestimmter Sprachen.

Im Jahr 2025 werden diese Tools weiterhin die Landschaft der Softwareentwicklung prägen, indem sie die Adoption neuer Sprachen erleichtern, die Zusammenarbeit fördern und die Entwicklung komplexer Anwendungen vereinfachen.

Blick in die Zukunft

Die bisherigen Entwicklungen zeigen eine klare Verschiebung technologischer Paradigmen: Programmiersprachen entwickeln sich von reinen Codierungswerkzeugen immer mehr hin zu komplexen Systemen, die Sicherheit, Performanz und KI-Interoperabilität vereinen.

Trends der Softwareentwicklung konzentrieren sich auf drei wesentliche Dimensionen: Sicherheit, Effizienz und KI-Integration. Python, Javascript und Rust haben diese Entwicklung neu definiert. Microservice-Architekturen und verteilte Systeme haben an Bedeutung gewonnen, containerbasierte Infrastrukturen sind Standard geworden.

Erwartete Veränderungen bei den Programmiersprachen zeigen dabei klare Konturen: Statische Typisierung wird wichtiger, modulare Architekturkonzepte gewinnen an Relevanz. Sprachen wie Typescript und Kotlin demonstrieren diese Entwicklung. Die Grenzen zwischen Programmiersprachen verschwimmen zunehmend, hybride Ansätze werden zur Norm.

Ein Blick auf Sprachen mit klarer Typisierung, KI-Kompetenzen bei (generativen) Systemen, ein Fokus auf Sicherheitsaspekte und Performance-Optimierung, sowie eine flexible Einstellung zu Programmiersprachen und deren Ökosysteme schaden sicherlich im kommenden Jahr nicht.

Softwareentwicklung erfordert im Jahr 2025 mehr denn je systemisches Denken, Adaptionsfähigkeit und die Bereitschaft, etablierte Konzepte zu hinterfragen. Entwickler müssen Technologien als dynamische Ökosysteme verstehen, nicht als statische Werkzeuge.

Fabian Deitelhoff(öffnet im neuen Fenster) ist IT-Leiter bei Sportnavi.de GmbH und als Gründer in der MINT-Bildung tätig. Seine Schwerpunkte sind Low- und No-Code, generative KI und digitale Geschäftsmodelle.

Weitere Beiträge und Angebote zu Karrierethemen und Services gibt es auch in der Golem Karrierewelt.


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