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PXW: Huawei bietet bald wieder 5G-Smartphones an

Der Telekomausrüster Huawei kommt nicht ohne seine darniederliegende Smartphone-Sparte aus. Jetzt zeichnen sich trotz Handelskrieg echte Lösungen ab.
/ Achim Sawall
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Huawei-Mitarbeiter im Juli 2022 an der Firmenzentrale in Shenzhen (Bild: JADE GAO/AFP via Getty Images)
Huawei-Mitarbeiter im Juli 2022 an der Firmenzentrale in Shenzhen Bild: JADE GAO/AFP via Getty Images

Der chinesische Technologiekonzern Huawei plant bereits im nächsten Jahr den Relaunch von eigenen 5G-Smartphones. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. "Ein Unternehmen kann nicht endlos warten und muss 5G-Smartphones so schnell wie möglich wieder auf den Markt bringen", sagte eine der Quellen. "Huawei hat seine führende Position im Mobiltelefonmarkt vor Jahren durch US-amerikanische Sanktionen verloren. Jetzt schrumpft sogar der Marktanteil im Inland weiter."

Huawei kann durch das Nutzungsverbot von US-Technologie keine modernen Chips mehr von den Auftragsherstellern TSMC und Samsung Foundries produzieren lassen. Weltweit ist jeder Auftragshersteller, der Chipmaschinen aus den USA benutzt, von dem Verbot der US-Regierung betroffen. Zudem hat Huawei Schwierigkeiten, an Smartphonebauteile wie moderne SoCs zu kommen. 5G-Smartphones kann Huawei darum schon länger nicht mehr anbieten, auch nicht mit der Mate-50-Serie.

Vor dem Jahr 2020 war Huawei unter den Top-Smartphone-Anbietern und dabei, Apple zu überholen. Weil Huawei auch keine Google-Apps mehr auf seinen Geräten vorinstallieren darf, gingen die Verkäufe stark zurück. Huawei entwickelte daraufhin den Android-Fork Harmony OS und einen eigenen Appstore.

Huawei auf dem Markt weit abgeschlagen

Schon im April 2021 blieb Huawei laut Angaben des Marktforschungsunternehmens Canaly abgeschlagen hinter den führenden Herstellern zurück. Der einstige Weltmarktführer lag schon im Frühjahr des Vorjahres mit nur noch 18,6 Millionen verkaufter Smartphones auf dem siebten Platz. In der Top-5-Auflistung tauchte Huawei schon damals nicht mehr auf.

Ein Ansatz zur Umgehung der Sanktionen bestehe darin, das Smartphone so umzugestalten, dass Chips auf der US-Verbotsliste nicht mehr benötigt werden, berichtet die Financial Times, ohne weitere technische Angaben zu machen.

Huawei arbeite zudem mit einem Start-up in Shenzhen zusammen, das Chipherstellungsanlagen – auch von ausländischen Lieferanten – für eine Fertigungsanlage bestellt habe, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen, offenbar auch aus US-Geheimdienstkreisen. Das junge Unternehmen Pengxinwei IC Manufacturing Co. (PXW) wird von einem ehemaligen Huawei-Manager geleitet und baut laut Aufzeichnungen und Satellitenfotos Anlagen in der Nähe des Huawei-Hauptsitzes.

Es wird erwartet, dass Huawei den größten Teil, wenn nicht die gesamte Produktion von PXW kauft. PXW erklärte, man habe Vereinbarungen mit Lieferanten unterzeichnet und strebe an, die Produktion im Jahr 2025 aufzunehmen. Das Unternehmen plant, im nächsten Jahr mit der Arbeit an seiner 28-Nanometer-Technologie zu beginnen, sagte eine mit seiner Strategie vertraute Person laut Bloomberg. Das entspricht sechs Generationen hinter der fortschrittlichsten Fertigung.

Es ist nicht klar, ob das Unternehmen mit Vermögenswerten, geistigem Eigentum oder Experten von Hisilicon arbeitet, dem Chipentwicklungsbereich von Huawei. Der Hersteller hat weltweit einen großen Teil der 5G-Patente und Entwicklungen geschaffen.

"Obwohl Huawei derzeit keine Produktionsstätten besitzt, wird es aufgrund seiner Produkte in Endkundenmärkten für Netzwerke, künstliche Intelligenz, Cloud, Smartphones, IoT und Automobil eines der wichtigsten Unternehmen sein, um Chinas Halbindustrie voranzutreiben", schrieb Tammy Qiu, Analystin bei Berenberg, im September in einem Bericht.

PXW wird von der Stadtregierung von Shenzhen unterstützt, die bereits 2020 bei der Übernahme der Honor-Smartphone-Sparte von Huawei half. Das Start-up erwarb im Dezember große Mengen Land und zahlte 158 Millionen Yuan (23 Millionen US-Dollar).

Der Markt für Chipherstellungsanlagen wird von fünf Unternehmen dominiert: Es gibt die niederländische ASML und die japanische Tokyo Electron sowie die US-amerikanischen Applied Materials, KLA und Lam Research. Alle unterliegen Sanktionen der USA, die wegen geistigen Eigentums der USA Verkäufe an Huawei und andere chinesische Kunden sehr stark einschränken.

5G-Plug-on von Soyea Technology

Ein bekannterer Workaround ist das 5G-Plug-on von Soyea Technology aus China. Hier werde von Huawei eine engere Zusammenarbeit in Betracht gezogen, berichtet die Financial Times. Das 5G-Cover verfügt über ein eingebautes eSIM-Modul mit Hardware.

Innerhalb weniger Wochen, nachdem Huawei seine Mate 50-Serie auf den Markt gebracht hatte, begann der staatliche Netzbetreiber China Telecom, das Smartphone mit der 5G-Hülle zu verkaufen. In diesem Jahr brachte Soyea auch 5G-Hüllen für das Huawei P50 Pro auf den Markt. In der Hülle steckt ein Modem, eine CPU mit zwei 1,35 GHz Rechenkernen und Antennen. Die Verbindung zum Smartphone wird über USB Typ-C hergestellt. Die 5G-Hülle ist 3,2 Millimeter stark und wiegt 52 Gramm. 5G und die Signalstärke werden wie gewohnt links oben auf dem Smartphone-Display von Huawei angezeigt.


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