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Pushpak: Indiens wiederverwendbares Raumschiff erneut gelandet

Auch der dritte Testflug von Pushpak, einem künftigen indischen Raumgleiter, war erfolgreich. Die Wiederverwendbarkeit soll bis zum Ende dieses Jahrzehnts erreicht werden.
/ Patrick Klapetz
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Das dritte und letzte Landeexperiment RLV-LEX-03 mit dem Prototyp eines Raumflugzeugs am 23. Juni 2024. (Bild: Isro)
Das dritte und letzte Landeexperiment RLV-LEX-03 mit dem Prototyp eines Raumflugzeugs am 23. Juni 2024. Bild: Isro

Die indische Raumfahrtorganisation Isro konnte am 23. Juni 2024 das dritte und letzte RLV-Landeexperiment (Lex)(öffnet im neuen Fenster) mit dem Prototyp eines geplanten wiederverwendbaren Raumgleiters erfolgreich abschließen. Der Demonstrationsflug erfolgte an der staatlichen Freilufttestanlage in Karnataka, einem Bundesstaat in Südindien.

Das Raumflugzeug Pushpak "führte eine präzise horizontale Landung durch und demonstrierte damit fortgeschrittene autonome Fähigkeiten unter schwierigen Bedingungen" , ließ die Isro über den Kurznachrichtendienst X(öffnet im neuen Fenster) mitteilen.

Geleitet wurde der Flug vom Vikram Sarabhai Space Centre (VSSC) mit Sitz in Kerala, das seit dem Jahr 2020 die Entwicklung von Launch-Fahrzeugen vorantreibt. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll eine vollständige Wiederverwendbarkeit erreicht werden.

"Nachdem die Ziele von RLV Lex erreicht sind, beginnt die Isro mit RLV [Reusable Launch Vehicle]" , das den Prototyp für eine autonome Rückkehr ins All fliegen soll, heißt es auf X.

Umfassende Tests

Ausgehend von den Beobachtungen der ersten beiden Landetests – dem RLV Lex-01 im vergangenen Jahr und dem im März 2024 durchgeführten Lex-02 – hat die Isro nach eigenen Angaben die mechanischen Strukturen und das Fahrwerk des Pushpak verstärkt. Dadurch kann das Raumflugzeug eine höhere Landegeschwindigkeit verkraften.

Laut der Raumfahrtorganisation wurden beim letzten Test am 23. Juni 2024 die Landefähigkeiten des Raumfahrzeugs unter schwierigeren Bedingungen als bei früheren Tests untersucht, darunter auch stärkerer Wind. Ebenso gehört der Transport des 6,5 Meter langen Raumflugzeugs mit einem Chinook-Hubschrauber der indischen Luftwaffe zu den Tests. Auf einer Höhe von 4,5 Kilometern über der Erdoberfläche wurde das Raumfahrtzeug in der Luft abgesetzt.

Um die Landetechnik des Flugzeugs zu testen, wurde das Fahrzeug absichtlich 500 Meter von der Landebahn entfernt abgesetzt. Das Raumflugzeug manövrierte sich dann automatisch auf die Landebahn zu und setzte genau in deren Mitte auf. Bei der Landung war das Fahrzeug lediglich elf Zentimeter von der Mittellinie der Startbahn entfernt.

Abgebremst wurde Pushpak durch einen Fallschirm, der die Geschwindigkeit von fast 322 Kilometern pro Stunde auf etwa 104 km/h reduzierte. Dann bremste das Fahrzeug selbst ab. Auf diese Weise wurden bei dem Test laut Isro Anflug- und Landebedingungen simuliert, die denen eines Fahrzeugs ähneln, das nach einem Ausflug ins Weltall wieder in die Erdatmosphäre eintritt.


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