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Tech-Unicorns machen es vor

Auch die nackten Zahlen sprechen für den Purpose. Unzählige Studien (diese, diese oder auch diese) zeigen, dass sinnbehaftete Unternehmen langfristig finanziell erfolgreicher sind, auch die börsengelisteten Quartalszahlen-Lieferanten. Auf bis zu 15-mal höheren Ertrag als bei durchschnittlichen Unternehmen können ihre Aktionäre hoffen. Das Silicon Valley macht es vor, ob Facebook ("Make the world more open and connected") oder Tesla ("Accelerate the world's transition to sustainable energy"): Ein Großteil der Tech-Unicorns lässt sich vom Heiligenschein des Purpose leiten.

Facebook mit Problemen

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Der Managementexperte und Autor Jim Collins sieht die Verantwortung für den Purpose stark in den Führungspositionen. Wer es schaffe, höheren Sinn, menschliche Empathie und Gewinnermentalität zu vereinen - in seiner Sprache ein Level 5 Executive -, habe zweifelsohne mehr Erfolg. Bestes Beispiel dafür: die Unternehmer-Ikone Steve Jobs. Was mitnichten heißen muss, dass sie dadurch eine bessere Welt gestalten, wie die prekären Arbeitsbedingungen einiger iPhone-Zulieferer nahelegen. Der Glaube aber, zu etwas Höherem beizutragen, lässt die Mitarbeiter mitunter Berge versetzen.

Wenn der Glaube an den Sinn aber nachlässt, kann aus dem Berg ein Vulkan werden. Facebook bekommt nach den etlichen Skandalen des vergangenen Jahres das Mistrauen seiner Mitarbeiter zu spüren. Die Atmosphäre sei toxisch, berichtet Buzzfeed, immer mehr Mitarbeiter erwägten zu kündigen, schreibt CNBC. Ein Sprecher nennt es hinsichtlich der Firmenkultur "eine herausfordende Zeit". Schwierig für ein Unternehmen, das ohne hochtalentierte Coder nicht wäre, was es ist. Was ihnen aber versprochen wurde, war die Welt zu vernetzen - und nicht Nutzerdaten mit Amazon-Konten.

Wenn also so viel dafür spricht, warum macht es dann nicht jeder? "Einen Purpose wirklich zum Leben zu erwecken ist anstrengend und kann ressourcenintensiv werden", sagt Hans Rusinek. Denn es kann bedeuten, Dinge anders zu machen als vorher, und Wandel kommt immer mit Schmerzen daher. Hinsichtlich der Mitarbeitermotivation sieht Rusinek hauptsächlich Vorteile, doch gehe es dabei nicht darum, jede Aufgabe nach ihrem Sinn zu hinterfragen. Sonst drohe ein Chaos der Sinnsuche. Eine richtige Einbettung des Purpose sei also auch erforderlich, um die neu gewonnene Energie zu kanalisieren. "Der Prozess der Sinnfindung hört nicht mit dem richtig formulierten Text auf - er beginnt dort erst", fasst Rusinek zusammen.

Es bleibt zu beobachten, ob Unternehmern die Sinnstiftung mehr als nur ein Lippenbekenntnis wert ist. Ihre Angestellten sollten darauf hoffen, denn es macht sie effizienter und glücklicher.

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 Ein moralischer Kompass im Maschinenzeitalter
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Targi 05. Mär 2019

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