Abo
  • IT-Karriere:

Purism: Librem 5 kann telefonieren

Zusätzlich zur Hardware arbeitet das Purism-Team an eigener Software für das freie Linux-Smartphone Librem 5. Unter anderem funktioniert nun das Telefonieren und die Bibliothek Libhandy macht GTK3-Anwendungen mobilfähig.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Das Librem 5 soll eine handelsübliche Linux-Distribution verwenden, kein Android.
Das Librem 5 soll eine handelsübliche Linux-Distribution verwenden, kein Android. (Bild: Purism/CC-BY-SA 4.0)

In einem Blogpost beschreibt der Community-Beauftragte Sriram Ramkrishna von Purism, dass die Entwickler des freien Linux-Smartphones Librem 5 nicht nur eifrig an der Hardware des Geräts feilen, sondern ebenso fleißig an der Software des Smartphones arbeiten. Dazu stellt er neue Funktionen und die dazugehörigen Codebeiträge vor. So funktioniert das für das Gerät wichtige Telefonieren nun technisch wie gewünscht, was beim Zusammenspiel von Hardware und Software für das Purism-Team schwieriger ist, als es zunächst klingt.

Stellenmarkt
  1. Bechtle Onsite Services GmbH, Hechingen
  2. Heymanns IT-Solutions GmbH, Willich

Zum Telefonieren hilft im Hintergrund ein eigens geschaffener Daemon namens Hægtesse, was soviel wie Hexe bedeutet. Der Daemon bereitet die Audiodaten des Modems für den Soundserver Pulseaudio auf und leitet diese entsprechend weiter. Das Modem ist anders als bei sonst üblichen Smartphones nicht direkt in das SoC integriert, sondern ein externes Bauteil, das abgeschaltet werden kann. Im nächsten Schritt müssen die Entwickler noch ein passendes grafisches Design implementieren, um die Anruffunktion auch benutzerfreundlich zu machen.

Um gängige Open-Source-Anwendungen auf das Smartphone zu holen, müssen sich diese auch auf wesentlich kleineren Monitoren bedienen lassen. Die Bibliothek Libhandy bereitet GTK3-Anwendungen entsprechend für Smartphones auf, befindet sich jedoch laut der Roadmap selbst noch in einem frühen Stadium. Version 0.1 soll im März erscheinen, der Anpassungsprozess dürfte sich also noch eine Weile hinziehen. Der Blogeintrag ermuntert GTK3-Entwickler aber, ihre Anwendungen mit der Libhandy zu testen.

Virtboard, Chatty und Phosh

Andere Baustellen sind die virtuelle Tastatur Virtboard sowie Chatty, die kombinierte App für SMS und verschlüsselte Kommunikation. Das Versenden von SMS zwischen den Telefonen funktioniert, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung klappt dank der Libpurple ebenfalls. In Arbeit sind bei beiden Funktionen ebenso noch das Design und die Benutzerführung.

Die eigentliche Benutzeroberfläche Phosh läuft auf der Wayland-Implementierung WLroot und soll das Look-and-Feel für das Librem 5 bestimmen. Phosh muss sich um das Dimmen der Beleuchtung kümmern, wenn der Nutzer das Smartphone nicht verwendet, sowie um die Bildschirmsperre.

Keine technischen Schulden

Abgesehen von den speziell für das Librem 5 entworfenen Komponenten arbeiten die Entwickler stark mit den Upstream-Projekten der Linux-Community zusammen. Das soll die so genannten technischen Schulden möglichst gering halten und doppelte Entwicklungen vermeiden. Im Wesentlichen listet der Eintrag dazu die Code-Beiträge vom Gnome-Projekt auf, weitere Merge Requests oder dokumentierte Probleme drehen sich um Wayland oder den Modem-Manager.

Derzeit geplant ist, das Telefon ab April 2019 an die Besteller zu verschicken. Ob dieser Plan nach den Verzögerungen im vergangenen Jahr eingehalten werden kann, muss sich noch zeigen. Die Entwickler-Kits mit der fast finalen Hardware sollen inzwischen aber bei allen interessierten Entwicklern angekommen sein. Die Materialliste (BOM) für das Gerät hat Purism mittlerweile bestätigt, das Hardwaredesign will das Unternehmen noch in diesem Monat final absegnen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. 4K-Filme im Steelbook und Amiibo-Figuren)
  2. ab 99,00€
  3. (u. a. GTA 5 für 12,99€, Landwirtschafts-Simulator 19 für 27,99€, Battlefield V für 32,99€)
  4. 169,00€

BambooWang 16. Jan 2019

Hallo, hab das nach Jahren endlich mal als Anlass genommen, mich hier anzumelden...

GodFuture 13. Jan 2019

Joa, Geld gegen Versprechen. Viele andere Hersteller sind auch schon mit weniger...

chuck 11. Jan 2019

Erinnert mich etwas an die Voicemail vom Freund: "Ja? Sorry, bin zurzeit nicht...

Kondom 11. Jan 2019

Was hat ein austauschbarer Akku bitte mit Android zu tun?

magheinz 11. Jan 2019

Erinnert sich noch jemand an open öko? Das ganze erinnert mich doch sehr daran.


Folgen Sie uns
       


Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich

Wir haben den neuen ANC-Kopfhörer von Audio Technica gegen die Konkurrenz von Bose und Sony antreten lassen. Im Video sind die Unterschiede bei der ANC-Leistung zwischen dem ATH-ANC900BT, dem Quiet Comfort 35 II und dem WH-1000XM3 deutlich hörbar.

Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich Video aufrufen
Chromium: Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen
Chromium
Der neue Edge-Browser könnte auch Chrome besser machen

Build 2019 Wie sieht die Zukunft des Edge-Browsers aus und was will Microsoft zum Chromium-Projekt beitragen? Im Gespräch mit Golem.de gibt das Unternehmen die vage Aussicht auf einen Release für Linux und Verbesserungen in Google Chrome. Bis dahin steht viel Arbeit an.
Von Oliver Nickel

  1. Insiderprogramm Microsoft bietet Vorversionen von Edge für den Mac an
  2. Browser Edge auf Chromium-Basis wird Netflix in 4K unterstützen
  3. Browser Microsoft lässt nur Facebook auf Flash-Whitelist in Edge

Lightyear One: Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom
Lightyear One
Luxus-Elektroauto fährt auch mit Solarstrom

Ein niederländisches Jungunternehmen hat ein ungewöhnliches Fahrzeug entwickelt, das Luxus und Umweltfreundlichkeit kombiniert. Solarzellen auf dem Dach erhöhen die Reichweite um bis zu 220 Kilometer.
Von Wolfgang Kempkens

  1. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  2. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern
  3. Elektroautos e.GO Mobile liefert erste Fahrzeuge aus

Strom-Boje Mittelrhein: Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein
Strom-Boje Mittelrhein
Schwimmende Kraftwerke liefern Strom aus dem Rhein

Ein Unternehmen aus Bingen will die Strömung des Rheins nutzen, um elektrischen Strom zu gewinnen. Es installiert 16 schwimmende Kraftwerke in der Nähe des bekannten Loreley-Felsens.

  1. Speicherung von Überschussstrom Wasserstoff soll bei Engpässen helfen
  2. Energiewende DLR-Forscher bauen Kohlekraftwerke zu Stromspeichern um
  3. Erneuerbare Energien Wellenkraft als Konzentrat

    •  /