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Wenige Audio-Blu-rays spielen mit den Surround-Kanälen

Neuveröffentlichungen gibt es dennoch. Im High-Fidelity-Pure-Audio-Packungsdesign wird etwa BTs Electronic Opus verkauft, die witzigerweise in der Pressemitteilung vom September 2016 als Pure Audio Blu-ray vermarktet wird. Doch abseits dieser Disc gibt es kaum neues Material. Die wenigen Veröffentlichungen sind meist in der orchesterbasierten Musiknische zu finden. Moderne Musik ist sehr selten.

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Eine der wenigen nennenswerten Veröffentlichungen von bekannter neuer Musik in diesem Bereich ist der schwer verfügbare 5.1-Mix A Head Full of Dreams von Coldplay von Mitte 2016. Diese Blu-ray, die übrigens weder als BDPA noch als PABD oder HFPA vermarktet wird, zeigt gut, was das Format prinzipiell kann. Coldplay verwendet die unterschiedlichen Kanäle für das gezielte Setzen von Musikeffekten. Die Disc ist damit nicht nur etwas für die sehr spezielle Zielgruppe der Audiophilen, sondern auch für die breite Masse geeignet. Allerdings ist die Bedienung im Vergleich zu einer SACD ziemlich hakelig und entspricht eher der typischen HFPA. Aber das ist nicht der Grund für das Versagen der Audio-Blu-ray in einem größeren Markt.

Moderne Audioformate klingen besser dank Surround

Dass sich das Format nicht durchsetzt, hat mehrere Gründe. Zum einen nutzen Musiker nicht dessen Möglichkeiten, etwa mit dem Raumklang zu spielen; in der Regel wird nur mit zwei Kanälen per Stereo experimentiert. Und zum anderen wird die Musik mit hoher Bandbreite gern als audiophile Spinnerei abgetan. Nicht wenige Nutzer sagen, es sei nicht möglich, einen Unterschied zwischen einer SACD und einer normalen CD zu hören. Sie vergessen dabei allerdings, dass die Nachfolgeformate der CD allesamt als Besonderheit Raumklang bieten und es durchaus Musik gibt, die entsprechend codiert ist.

Ein dediziertes Ansprechen eines Surround-Lautsprechers ist selbst für Nutzer mit schlechtem Gehör wahrnehmbar, solange die Ortung von Signalen funktioniert. Auch das direkte Ansprechen eines Subwoofers ist allemal besser, als dies den Verstärker anhand einer Frequenzschwelle übernehmen zu lassen. Diese Vorurteile waren für die Entwicklung der Surround-Audio-Discs nicht gerade hilfreich. Allerdings versäumten es die Hersteller, der breiten Masse genau diesen Vorteil zu erklären.

Technisch ist die Audio-Blu-ray im Unterschied zur SACD allerdings grundsätzlich schlecht umgesetzt. Zwar hat die Pure-Audio-Gruppe die Bedienung ohne Fernseher vorgesehen, das ändert aber nichts daran, dass ein Blu-ray-Player per HDMI-CEC beim Einlegen einer Audio-Blu-ray den Fernseher anschaltet und die Ladezeiten lang sind. Bei einer SACD ist das nicht der Fall. Die Blu-ray Disc Association bietet kein vernünftiges Audioformat.

Durch die Schwierigkeiten bleiben die modernen discbasierten Audioformate wohl eine absolute Nische, die durch Hi-Res-Audio ohnehin in Bedrängnis gebracht wird. Hi-Res-Audio arbeitet von einem bestimmten Datenträger und die Unterstützung hat in den vergangenen Jahren zugenommen.

Im Videobereich wird die 4K-UHD-Blu-ray präsenter

Insgesamt unterscheidet sich damit der Erfolg der neuen Audioformate erheblich von dem moderner Videoformate. Während die CD-Nachfolger nie erfolgreich wurden, haben sich die Video-CD- und Laserdisc-Nachfolger teils enorm verbreitet. Die DVD wird weiterhin gut verkauft und auch der Blu-ray-Disc geht es gut. Selbst die sehr spezielle 4K-UHD-Blu-ray-Disc (Teil 1 und Teil 2 unseres Praxistests) wird im Handel immer präsenter, obwohl für den Genuss dieses Formats teure Anschaffungen im Bereich mehrerer Tausend Euro notwendig sind, die bei der Audio-Blu-ray entfallen. Die Coldplay-Audio-Blu-ray verlangt allenfalls einen 50-Euro-Blu-ray-Player als Aufrüstung für DVD-Nutzer und kostet selbst rund 20 Euro.

Trotz der geringen Kosten hat das discbasierte Audioformat mit hohen Datenraten wohl ausgedient und wird abseits des sehr speziellen Fachhandels keine Bedeutung mehr haben. Selbst die Schallplatte ist heutzutage erfolgreicher und Neuveröffentlichungen sind leichter zu erwerben.

 Pure Audio: Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische
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ecv 20. Feb 2017

Warten wir noch zehn Jahre, dann geht das bestimmt ;-)

mac4ever 20. Feb 2017

Ich hatte mir mal die Tommy-Oper der Who als 5.0-BD gegönnt. Es war eine einzige...

derdiedas 20. Feb 2017

Weitestgehend stimme ich Dir zu, nur nicht bei der Bandbreite zum Internet. Dabei ist...

bccc1 19. Feb 2017

Nur wenn man FIR Filter einsetzt, was mehrere Nachteile mit sich bringt und selten...

Berner Rösti 18. Feb 2017

Die allermeisten geben sich doch bereits mit komprimierten Datenformaten zufrieden.


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