Pumpspeicherwerk: Schottland treibt Energiewende mit Wasserkraft voran
Innerhalb weniger Tage hat der britische Wasserkraftspezialist Gilkes Energy(öffnet im neuen Fenster) zwei ambitionierte Projekte für Pumpspeicherwerke vorgestellt. Mit jeweils 1,8 Gigawatt Leistung und knapp 20 Stunden durchgehender Betriebsdauer könnten sie einen erheblichen Teil des in Schottland benötigten Stroms bereitstellen.
Bis mit dem Bau begonnen werden kann, dürfte es aber noch dauern. Derzeit sind nur grundlegende Planungen abgeschlossen und die entsprechenden Anträge bei der zuständigen Behörde eingereicht.
Laut Gilkes Energy liegt die Bauzeit für jedes der Projekte bei sechs bis sieben Jahren. Anschließend könnte jedes Pumpspeicherwerk so viel Strom liefern wie ein aktueller Atomreaktor. Die Kapazität des oberen Beckens würde einmal für 20 und einmal für 22 Stunden Betrieb ausreichen.
Gute Idee, schwierige Umsetzung
Die Leistungsfähigkeit entspräche einer Vielzahl von Batteriespeicherprojekten, wie sie in Schottland bereits realisiert werden. Insgesamt müsste man beispielsweise 20.000 Tesla-Megapacks zusammenschließen, um die identische Kapazität zu erhalten.
Möglich sind derart leistungsfähige Pumpspeicherwerke aber nur unter engen Voraussetzungen. Neben ausreichend Wasser muss auch ein Höhenunterschied von mehreren Hundert Metern in kurzer Entfernung vorhanden sein. Dann können sie mit einer typischen Effizienz von 80 Prozent überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder abgeben.
Damit wären die schottische Highlands die perfekte Umgebung und Schottland selbst das nahezu perfekte Land, weil hier vor allem aus Wind mehr erneuerbare Energie produziert(öffnet im neuen Fenster) wird als insgesamt benötigt.
Schottland mit großen Ambitionen
Für die optimale Nutzung müsste diese für die Nächte und Zeiten mit weniger Wind zwischengespeichert werden. Sollte die Pumpspeicherwerke tatsächlich gebaut werden, wäre Schottland der durchgängigen Stromversorgung aus erneuerbaren Quellen in jedem Fall deutlich nähergekommen.
Zehn solcher Anlagen könnten das gesamte Land einen Tag lang mit dem gespeicherten Strom aus der regelmäßigen Überproduktion aus Windkraftanlagen versorgen. Das dürfte wahrscheinlich genügen, denn auch an Wind mangelt es in Schottland nicht.
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