Pulsar Fusion: Mit Plastikmüll-Treibstoff in den Weltraum

Das Raumfahrt-Startup Pulsar Fusion hat einen hybriden Treibstoff aus Plastikmüll entworfen. Die ersten Testzündungen waren erfolgreich.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Pulsar Fusion hat vergangene Woche seine Hybridrakete auf einem Militärstützpunkt des britischen Verteidigungsministeriums in Salisbury erfolgreich abgefeuert.
Pulsar Fusion hat vergangene Woche seine Hybridrakete auf einem Militärstützpunkt des britischen Verteidigungsministeriums in Salisbury erfolgreich abgefeuert. (Bild: Pulsar Fusion)

Mit Plastikmüll in den Weltraum fliegen? Daran arbeitet das britische Startup Pulsar Fusion aus der New-Space-Szene. Der hybride Treibstoff besteht aus Sauerstoff und hochdichtem Polyethylen (HDPE), einem Kunststoff, der unter anderem Bestandteil von Getränkeflaschen, Schneidebrettern und Rohrleitungen ist - und somit recht häufig vorkommt.

Als Oxidationsmittel wird Distickstoffoxid (N2O) verwendet. Für die Zündung wird das flüssige Oxidationsmittel unter einem geregelten Druck durch ein Steuerventil in eine Brennkammer geleitet. The Register erklärte Richard Dinan, der CEO von Pulsar Fusion, dass dieser Brennstoff als ungiftig beschrieben wird. Plastikflaschen und andere Abfälle können eingeschmolzen und zu Zylinderblöcken geformt werden, die vor jedem Abschuss in die Rakete geladen werden.

Testzündungen verliefen erfolgreich

Die ersten Testzündungen auf dem britischen Militärstützpunkt Cotec in Salisbury erfolgten am 17. und 18. November 2021 als statische Tests und waren erfolgreich. Bei dem Test war die Schubkraft des relativ kleinen Triebwerks auf fünf kN beschränkt - ein Bruchteil der 100 kN Schubkraft, die einmal erreicht werden sollen. "Dass eine britische Rakete auf britischem Boden getestet wird, ist ein Novum", erklärt Dinan New Atlas.

Am Wochenende erfolgte dann die Hardware-Demonstration für Kunden und Kundinnen aus der Raumfahrtindustrie. Diese fand in der verschneiten Schweiz statt, wie das Unternehmen auf Instagram zeigt.

Laut Dinan gehört Pulsar zu den wenigen Unternehmen weltweit, "die diese Technologien gebaut und getestet haben." Einen ähnlichen Versuch hatte bereits das private Raumfahrtunternehmen Virgin Galactic gestartet, sei jedoch nach einem gescheiterten Testflug 2014 davon abgekommen. Anders sieht es beim schottischen Unternehmen Skyrora aus. Dieses hatte seinen Ecosene-Treibstoff aus umgewandelten Kunststoffabfällen bereits erfolgreich getestet.

Neben Kunststoff-Antrieb arbeitet man an einem Fusionsantrieb

Mit ihren Raketentriebwerken möchte Pulsar Fusion in Zukunft nicht nur Satelliten ins Weltall befördern. Auch der Transport von Menschen soll damit gewährleistet werden. Pulsar Fusion arbeitet zudem ebenfalls an einem Kernfusionsantrieb und plant einen ersten statischen Feuertest für 2025.

Zwei Jahre darauf will man damit bereits in die Umlaufbahn vordringen. Nach Angaben des Unternehmens eignen sich die Plasmaschubdüsen ideal für kleine Raumfahrzeuge. Die Technologie soll dazu beitragen, dass die Nutzungsdauer von Satelliten in der Umlaufbahn verlängert wird. Da verwundert es schon, dass das Unternehmen jetzt in eine Technologie investiert, die mit Fusionsantrieb eigentlich nichts zu tun hat.

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MalEbenSo 30. Nov 2021

Hmm. Schöne Buzzwords Treibstoff aus Müll, Kernfusion, Plasma die aus...

FreiGeistler 29. Nov 2021

Ich sehe da keine Quellenangaben, nur Behauptungen?

eastcoast_pete 29. Nov 2021

Das Hauptproblem derartiger Hybrid Feststoff/Flüssig Raketen ist daß historisch nur...

fabiwanne 29. Nov 2021

Plastik wird mit viel Aufwand aus Öl hergestellt. Natürlich ist das mehr Wert. Das direkt...



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