Plötzlich Pulitzer-Preisträger

Er versuche, es mit seinen Werkzeugen anderen zu ermöglichen, Daten zu recherchieren, sagt Buschek über seine generelle Intention. Im Fall der Buzz-Feed-News-Recherche hat das besonders gut funktioniert. Buschek, Rajagopalan und Killing erhielten die Auszeichnung in der Kategorie Internationale Berichterstattung "für eine Reihe klarer und fesselnder Geschichten, die Satellitenbilder und architektonisches Fachwissen sowie Interviews mit zwei Dutzend ehemaligen Gefangenen nutzen, um eine riesige neue Infrastruktur zu identifizieren, die von der chinesischen Regierung für die Masseninhaftierung von Muslimen gebaut wurde". So begründete die Stiftung die Verleihung des Preises auf ihrer Webseite.

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Wie Buschek davon erfuhr, war ganz unspektakulär. "Ich habe eine Textnachricht einer Kollegin bekommen", sagt er. Die Auszeichnung sei eine Überraschung gewesen, aber eine gute - und eine mit einem ungeahnten Nebeneffekt: Manchmal sei es doch etwas schwieriger gewesen zu vermitteln, was er mache, sagt der Pulitzer-Preisträger, "nun ist es einfacher zu verstehen."

Nicht das erste Projekt in Sachen Menschenrechte

Wie wird es für den Pulitzerpreisträger nun beruflich weitergehen? Wird er mit Angeboten aus dem In- und Ausland überhäuft? "Es werden sich andere Möglichkeiten auftun", ist sich Buschek sicher, "ich sehe diesen Preis als Vertrauenskapital. Das heißt, es wird vielleicht leichter, Finanzierungen aufzutreiben."

Ein wichtiges Thema für Buschek war und ist die Auseinandersetzung mit dem Holocaust. "In meiner Schulzeit kamen Zeitzeugen in unsere Klasse und berichteten, was sie erlebt hatten. Das waren furchtbare Geschichten, die sie erzählten, aber es war gleichzeitig so wichtig. Denn nur, wenn wir daraus lernen, können wir auch rechtzeitig erkennen, wenn so etwas wieder zu entstehen droht."

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Ein anderes Thema ist Syrien. Buschek wirkte hier an einer Software zur Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen mit. "Ich finde das eine wichtige Ressource, auch wenn es eines Tages darum gehen wird, den Krieg aufzuarbeiten", sagt er.

  • Die Übersichtsseite des Tools. "Bei so einem Werkzeug ist die schnelle und sichere Bedienbarkeit wichtiger als das Aussehen", sagt Buschek. (Bild: Christo Buschek)
  • Eine der Locations in der Bearbeitung: Marker können gesetzt, Auffälligkeiten markiert und Schlüsse gezogen werden. (Bild: Christo Buschek)
  • Eine Übersichtsseite über einzelne Locations mit den wichtigsen Daten und einem kleinen Satelitenbild, wo vorhanden. (Bild: Christo Buschek)
  • Noch eine Übersicht mit mehr Umgebung, basierend auf den bereits gesetzten Marken (Bild: Christo Buschek)
Eine der Locations in der Bearbeitung: Marker können gesetzt, Auffälligkeiten markiert und Schlüsse gezogen werden. (Bild: Christo Buschek)

Öffentlich zugänglich sind die Daten daraus bisher nicht, "auch um die Menschen zu schützen, die beispielsweise schildern, was ihnen widerfahren ist." Zugriff haben nur Organisationen wie die Vereinten Nationen. Aus Sicherheitsgründen sind die Daten auch nicht in einer Cloud gespeichert, "sondern auf Servern, zu denen nur wir Zugang haben", betont Buschek. Und die stehen in Europa.

Menschenrechtsverletzungen aufzeigen geht auch ohne Studium

Jungen Menschen, die sich für solche Projekte interessieren, rät Buschek einfach, möglichst viele Kontakte zu Menschen aufzubauen, die mit diesen Themen zu tun haben. "Einen offiziellen Weg gibt es nicht", vieles sei einfach Zufall oder ergebe sich eben durch Kontakte.

Eine unübliche Biografie sei wohl eher ein Plus, sagt Buschek und lacht; er selbst hat eher keinen klassischen Berufsweg eingeschlagen. Er habe weder Informatik studiert noch eine entsprechende Ausbildung gemacht. "Nach dem Abitur, das in Österreich Matura heißt, bin ich viel gereist, habe viel ausprobiert", sagt Buschek, "und dann bin ich in das hineingerutscht, was ich heute tue."

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Sommerschulen seien eine gute Gelegenheit, Einstiege zu finden, "generell wird im Journalismus ja mittlerweile umgedacht, Technologien werden aktiv gefördert - auch wenn man in den USA schon weiter ist." Und ganz wichtig, gerade wenn man von der technischen Seite komme: "Es geht nie um die Technik, es geht immer zuerst um die Menschen, das sollte man nie vergessen, auch wenn man tief in der Technik drinsteckt."

Er selbst arbeite zwar nicht wie seine Journalistenkollegen "inhaltlich, dazu habe ich die Qualitäten nicht. Aber ich möchte die Skills, die ich habe, dazu nutzen, anderen Menschen zu helfen."

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Cerdo 12. Aug 2021 / Themenstart

Okay, wenn Du darauf besteht können wir ja gerne "Umerziehungslager" für die größte...

theFiend 10. Aug 2021 / Themenstart

Einmal in die Liste der Preisträger geschaut, und du hättest Dir den Käse hier sparen...

theFiend 10. Aug 2021 / Themenstart

Wow, und um hier den einen Post zu veröffentlichen, und zur Schau zu stellen das Du die...

Kleba 10. Aug 2021 / Themenstart

Das hat ja die Frau Rajagopalan auch zuerst gemacht. Aber scheinbar hat es ja schon...

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