PSLV: Zweiter Fehlstart einer indischen Rakete in Folge

Eigentlich zählt die indische PSLV-Rakete (Polar Satellite Launch Vehicle) als relativ sicheres Startfahrzeug. Dieser Raketentyp befindet sich seit 1993 im Einsatz und absolvierte bisher 64 Raketenstarts. In den vergangenen 30 Jahren scheiterten insgesamt vier Raumflüge mit der PSLV, doch die letzten beiden Fehlschläge ereigneten sich innerhalb von etwa acht Monaten, zuletzt am 12. Januar 2026(öffnet im neuen Fenster) .
Um 10:18 Uhr indischer Standardzeit brach die 44,4 m hohe PSLV mit dem Militärsatelliten EOS-N1, auch Anvesha genannt, und 15 weiteren Nutzlasten in den Erdorbit auf. Der Raketenstart erfolgte vom Raketenstartplatz Satish Dhawan an der indischen Südostküste. Es war seit Mai 2025 der erste Start für die vierstufige PSLV-Rakete , der zum Verlust der Rakete und des Erdbeobachtungssatelliten EOS-09 führte.
Die Satelliten auf der Mission vom 12. Januar
Anvesha ist ein kleiner Erdbeobachtungssatellit, der von einigen Quellen als hyperspektraler Bildgebungssatellit bezeichnet wird. Er wurde dafür konzipiert, unseren Planeten für das indische Militär in Hunderten von verschiedenen Wellenlängen des Lichts zu untersuchen.
Zu den anderen Nutzlasten gehörten unter anderem ein thailändisch-britischer Erdbeobachtungssatellit, ein brasilianischer Satellit zur Unterstützung von in Not geratenen Fischerbooten, eine Demonstration der Betankung im Orbit durch ein indisches Unternehmen sowie eine Wiedereintrittskapsel des spanischen Start-ups Orbital Paradigm.
Misserfolg der Mission
"Gegen Ende der dritten Stufe [Triebwerksbrand] beobachten wir etwas stärkere Störungen in den Rollraten des Fahrzeugs, und anschließend ist eine Abweichung in der Flugbahn zu beobachten" , teilte der Vorsitzende der indischen Raumfahrtbehörde Isro (Indian Space Research Organisation), V. Narayanan, in einem Update während der Liveübertragung des Raketenstarts mit.
Der Flug wurde von der Newspace India Limited, der kommerziellen Auskopplung der Isro, organisiert. Diese führte bis dato bereits neun Raketenstarts durch.
Die Anomalie im Mai 2025(öffnet im neuen Fenster) trat ebenfalls während des Verbrennens der dritten Stufe der PSLV auf. Die Ursache ist derzeit unbekannt. Das Team der Isro ist mit der Analyse der Anomalie beschäftigt.



