Prozessoren: Hisilicon zeigt ein eigenes RISC-V-Design

Huawei braucht dringend eine Alternative zu Prozessoren im ARM-Design. Der chinesische Technologiekonzern wird seit Anfang 2019 durch die USA boykottiert. Hisilicon – hundertprozentige Tochter von Huawei und Chinas größter Fabless-Halbleiterhersteller – musste seine ARM-basierte Prozessorlinie Kirin daraufhin im September 2020 einstellen. Gleichzeitig war seither klar, dass die Firma als Alternative in Betracht ziehen würde, RISC-V-Mikroprozessoren zu entwickeln.
Die Befehlssatzarchitektur RISC-V steht unter BSD-Lizenz und kann damit von jedem verwendet werden, um eigene Prozessoren und Controller zu entwerfen und herzustellen. Im Unterschied zu ARM ist das frei verfügbare RISC-V allerdings keine fertige Mikroarchitektur, was es für Hersteller aufwendiger macht, eigene Prozessoren oder Systems-on-a-Chip (SoC) zu produzieren – zunächst muss schließlich ein Design erstellt und verifiziert werden.
Hisilicon stellte nun das Entwicklerboard Hisilicon Hi3861(öffnet im neuen Fenster) vor, basierend auf dem gleichnamigen Hi3861-Controller. Auf dem WLAN-Board befinden sich zusätzlich noch ein Controller für eine serielle Schnittstelle und ein USB-C-Port. Gedacht ist das Entwicklerboard für Huaweis Betriebssystem Harmony OS.
Allerdings ist das Hisilicon Hi3861 ein Board, das auf den IoT-Markt zielt. Historisch gesehen bewegte sich Hisilicon bisher in den Märkten für Smartphones, Tablets und Embedded Devices, die deutlich höhere Margen versprechen. Trotzdem kann diese Entwicklung ein großer Schritt im Hinblick auf Erfahrung mit der offenen Befehlssatzarchitektur sein. Eine recht schnelle Weiterentwicklung in Richtung Smartphone-Prozessoren würde auf jeden Fall nicht besonders überraschen.