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Prozessoren: Facebook entwickelt eigene Chips, nicht nur für KI

Zuckerbergs Konzern sucht öffentlich Chipentwickler. Die sollen sowohl komplett neue als auch modifizierte Bausteine für künstliche Intelligenz und Videoanwendungen bauen. Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook eigene Hardware entwickelt.
/ Nico Ernst
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Facebooks "Hacker Square" in der Firmenzentrale (Bild: Facebook)
Facebooks "Hacker Square" in der Firmenzentrale Bild: Facebook

In Form einer Stellenanzeige(öffnet im neuen Fenster) auf seiner Homepage sucht Facebook nach Chipentwicklern, die in der Konzernzentrale im kalifornischen Menlo Park tätig werden sollen. Darauf weisen unter anderem der Facebook-Mitarbeiter Yann LeCun mit einem Tweet(öffnet im neuen Fenster) und Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) hin.

Der gesuchte Ingenieur soll sowohl mit anwendungsspezifischen Schaltungen (ASICs) als auch programmierbaren Arrays (FPGAs) vertraut sein, und das nicht nur theoretisch: Als eine der Qualifikationen wird das Beherrschen der Designsprache Verilog vorausgesetzt. Damit lassen sich Schaltungen in Software simulieren, sie dient aber auch der Vorbereitung der tatsächlichen Produktion von neuer Hardware. Auch mit anderen Tools für den Start einer Prototypherstellung soll der Entwickler vertraut sein.

Aus dem Jobangebot geht weiter hervor, dass es Facebook um recht sparsame Chips geht, denn die Balance zwischen Leistungsaufnahme, Performance und Diefläche - auch PPA genannt - ist ein Schwerpunkt der Entwicklung. Gesucht sind neue Mikroarchitekturen, die wie üblich zum Teil in FPGAs simuliert werden sollen. Offenbar arbeitet der Konzern also an recht neuartigen Chips und könnte sich dabei auf existierende Technik stützen: Sowohl "custom" als auch "semi-custom" sollen die Designs sein.

Daraus zu schließen, Facebook würde so etwas wie ein Smartphone-SoC bauen, wäre jedoch vorschnell. Sparsame und kleine Prozessoren werden auch in einer Vielzahl anderer Geräte benötigt, unter anderem in Netzwerkswitches. Für diese Komponenten hatte sich das Unternehmen schon einmal ein eigenes Design ausgedacht, das dann auch als Open Hardware veröffentlicht wurde .

Die in Entwicklung befindlichen Bausteine sollen laut der Anzeige für KI, maschinelles Lernen und Videoanwendungen genutzt werden. Dem Text zufolge hat Facebook "die Beschränkungen aktueller Hardware" erkannt, die Fortschritte in diesen Bereichen behindern. Künstliche Intelligenz hatte Mark Zuckerberg bei seinen Anhörungen in US-Kongress und Senat immer wieder als Schlüsseltechnologie gegen Manipulationen seines sozialen Netzwerks bezeichnet. Auch Intel, das unter Hochdruck an eigenen KI-Chips arbeitet, zitierte Facebook als einen der ersten Anwender seines Bausteins Nervana NPP, früher als Lake Crest bekannt.


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