Prozessoren: AMDs Tablet-Kern Jaguar kommt mit AVX
In einer Mailingliste zur Weiterentwicklung(öffnet im neuen Fenster) des Compilers GCC hat ein AMD-Mitarbeiter verraten, dass die kommende Architektur Jaguar die "advanced vector extensions" (AVX) unterstützen wird. Aufgefallen ist das unter anderem Planet3Dnow(öffnet im neuen Fenster). AVX ist bei Intel seit den Core-i-2000 (Sandy Bridge) Standard, AMD unterstützt die Befehle seit der Bulldozer-Architektur.
Mit AVX können Datenstrukturen bei SIMD-Verarbeitung bis zu 256 Bit breit sein, was mit besonders optimierten Programmen große Geschwindigkeitssteigerungen verspricht. Typische Anwendungen auf privat genutzten PCs mit AVX sind aber noch recht selten. Die Programmierer stützen sich häufig noch auf SSE, das mit Version 4.2 von Intels Seite aus aber nicht mehr weiterentwickelt wird. Kleinere CPUs wie der Atom unterstützen nicht einmal SSE4, so dass die Anpassung an neue Befehlssätze in den letzten Jahren ins Stocken kam.
Daher ist es ungewöhnlich, dass AMD ausgerechnet dem ebenfalls kompakten und auf Sparsamkeit ausgelegten Jaguar als Nachfolger von Bobcat nun AVX einbauen will. Das Design, das mit den APUs "Kabini" (Notebooks) und "Temash" (Tablets) nach AMDs letzter Roadmap im Jahr 2013 mit 28-Nanometer-Fertigung erscheinen soll, könnte daher von Bulldozer abgeleitet sein. Dies ist die bisher einzige Architektur von AMD, die AVX unterstützt.
Ein weitere Befehlssatzerweiterung ist für AMD nicht nur aufwändig zu unterstützen, sondern konkurriert bei gut zu parallelisierenden Aufgaben auch mit der Idee, immer mehr Aufgaben auf den Grafikteil auszulagern. Immerhin nennt AMD seine Chips erst "accelerated processing units", APUs, seit Grafikkerne integriert sind. Diese GPU-Teile werden mit Jaguar deutlich schneller werden, weil AMD sie von der GCN-Architektur der aktuellen Grafikkarten der Serie Radeon HD 7000 ableitet.
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