Prozessor-Technik: ARM beendet eilig Kampagne gegen RISC-V

Auf einer Webseite wollte ARM auf die angeblichen Risiken der RISC-V-Architektur hinweisen. Doch die Aktion ging gründlich daneben: Nach Protesten außerhalb und innerhalb der Firma wurde die Seite vom Netz genommen - soweit das eben möglich ist.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Ein RISC-V-Chip
Ein RISC-V-Chip (Bild: SiFive)

Nach nur wenigen Tagen im Netz ist die Webseite Riscv-Basics.com wieder offline, eine Kopie der Webseite ist aber weiter über das Internetarchiv verfügbar. Mit Hilfe dieser Webseite wollte der Hersteller ARM offenbar seine Kunden davon abhalten, auf den freien Befehlssatz (ISA) RISC-V zu setzen und nennt dafür fünf Gründe. Von den genannten Gründen sorgten einige für Heiterkeit unter Entwicklern, weil sie etwa ARM ebenso betreffen wie RISC-V. Zusätzlich dazu gab es aber auch massive Kritik an der Kampagne, so dass die Verantwortlichen bei ARM diese schnell wieder stoppten.

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RISC-V verwendet, im Gegensatz zu ARM, einen offenen Befehlssatz. Zu den Unterstützern unter den Förderern der RISC-V-Foundation gehören unter anderem Google, Nvidia, Qualcomm, Samsung und Western Digital (WD). Diese und weitere Unternehmen haben bereits angekündigt, künftig RISC-V-CPUs zu verwenden. Produkte, die auf RISC-V basieren, müssen allerdings trotz des freien Befehlssatzes nicht zwangsläufig offen sein, worauf etwa der bei Google angestellte Gründer des Coreboot-Projektes Ron Minnich im Hinblick auf die Hifive-Implementierung von Sifive hingewiesen hat. Zwar will Sifive dies ändern, die internen Implementierungen von Nvidia oder WD bleiben wohl aber auch langfristig proprietär.

Stark kritisierte Kampagne

Die für die Kampagne von ARM gewählte Taktik erinnert ein wenig an die FUD-Kampagnen etwa von Microsoft gegen Linux vor einigen Jahren und führte daher auch prompt zu Protesten außerhalb wie auch innerhalb der ARM-Community. Die besteht nämlich zu großen Teilen aus Open-Source-Entwicklern und -Anhängern.

ARM nahm die Seite nach den öffentlichen Protesten recht schnell wieder vom Netz. Zudem beeilte sich das Unternehmen, in einer Stellungnahme bei dem britischen Magazin The Register zu betonen, dass man absolut nicht den Eindruck vermitteln wolle, Open Source anzugreifen. Immerhin unterstütze ARM ja auch selbst die Open-Source-Communitys in zahlreichen Ländern. Vielmehr sei es ARM um eine "gesunde Diskussion über die Wahl einer Architektur gegangen".

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