Prozessor: Russisches Motherboard mit x86-CPUs von Zhaoxin angekündigt

Intel und AMD liefern nicht mehr nach Russland. Kompatiblen x86-Ersatz könnten chinesische Chips für Motherboards und Laptops bieten.

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Die x86-CPUs von Zhaoxin könnten bald in Russland zum Einsatz kommen.
Die x86-CPUs von Zhaoxin könnten bald in Russland zum Einsatz kommen. (Bild: Zhaoxin)

Der vor allem in Russland und China tätige Hersteller Dannie beliefert den russischen Inlandsmarkt mit Hardware-Auftragsarbeiten und künftig wohl auch mit eigenen Motherboards für chinesische x86-CPUs von Zhaoxin. Das berichten mehrere russische Medien wie etwa Habr.

Das Unternehmen hat demnach das Micro-ATX-Board MBX-Z60A angekündigt, das für einen Einsatz mit dem Prozessor Kaixian KX-6640MA gedacht ist. Dabei handelt es sich um eine CPU mit acht Kernen, die in einem 16-nm-Verfahren gefertigt wird und einen Takt von 2,7 GHz erreichen soll. Die chinesischen x86-CPUs werden mit VIA-Lizenz gefertigt. Ein ähnliches Modell dieser Generation schnitt im Test von Golem.de vergleichsweise gut ab.

Die für das Dannie-Mainboard vorgesehene CPU hat keinen L3-Cache, dafür einen 4 MByte großen L2-Cache und unterstützt kein Multithreading. Mit modernen und leistungsfähigen x86-Chips von Intel und AMD können die Chips schon allein deswegen nicht mithalten. Laut Habr wird diese CPU dennoch bereits in Laptops für den russischen Markt benutzt.

Das Board selbst bietet demnach zwei PCIe-x16-Slots, einen M.2-Slot, die Möglichkeit zum Anschluss einer WLAN/Bluetooth-Kombination, vier SATA-III-Anschlüsse sowie sechs USB-A-Anschlüsse mit USB 3.0. Ein nicht näher spezifiziertes Ethernet soll ebenso vorhanden sein wie VGA-, Displayport- und HDMI-Anschlüsse.

Unabhängige IT für Russland

Die russische IT will unabhängiger von Herstellern aus Europa und vor allem aus den USA werden. Bestärkt wird dieses Bestreben zwangsweise durch die Sanktionen, die wegen des Einmarschs in die Ukraine gegen Russland verhängt wurden. So liefern Intel und AMD derzeit keine Chips direkt in das Land. Eine Möglichkeit als alternative Hardware-Quelle sind dabei eben die x86-Chips von Zhaoxin. Diese sind immerhin kompatibel zu bestehender Software.

Bereits Mitte April dieses Jahres gab es Medienberichte, wonach Russland plant, eine eigene Chipfertigung aufzubauen. Doch schnell konkurrenzfähig dürfte diese nicht sein. So soll bis Ende 2022 eine eigene 90-nm-Produktion in Betrieb gehen, bis 2030 sollen 28 nm erreicht werden. Aber auch das dürfte immer schwieriger werden, da wegen der Sanktionen auch keine neuen ARM-Lizenzen in Russland mehr für neue Chips genutzt werden dürfen.

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Seitan-Sushi-Fan 21. Mai 2022

Die meisten x86-Patente sind längst abgelaufen und es kommen jedes Jahr neue hinzu. Die...

Trollversteher 20. Mai 2022

Öhm, also da die Russen bis vor den Sanktionen in der Regel "normale" westliche x86 CPUs...

Norcoen 19. Mai 2022

glaube die Leistung ist nicht so interessant wie die Menge. Vor allem wenn die jetzt neue...

mag 19. Mai 2022

Fakt ist: Trotz aller Wirtschaftsstreitigkeiten gehen etwa ein Drittel der chinesischen...



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