Prozessor: Modder startet Coffee Lake auf H110-Board

Ein Bastler hat ein älteres Mainboard mit H110-Chipsatz so modifiziert, dass Intels aktuelle Coffee-Lake-Prozessoren darauf funktionieren. Eigentlich verhindert fehlender Microcode, dass die neuen CPUs auf dem Sockel 1151 v1 laufen.

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Ein Coffee Lake
Ein Coffee Lake (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Und sie laufen doch: Ein Modder hat es geschafft, dass ein Core i3-8100 auf einer Hauptplatine wie dem Asrock H110M-HDS mit dem älteren H110-Chipsatz läuft. Intel selbst sieht das nicht vor, sondern sagt, dass die Coffee-Lake-Modelle nur auf Mainboards mit dem neueren und teureren Z370-Chipsatz starten. Hintergrund ist der überarbeitete Sockel 1151 v2 anstelle des bisherigen Sockels 1151 v1, der eine andere Verschaltung der Power-Pins aufweist.

Allerdings schränkt der Bastler seine Umsetzung ein und sagt, dass K-Modelle wie der Core i7-8700K (Test) eventuell nicht funktionieren. Ausprobiert hat er es nicht, sondern nur mit einem Core i3-8100 gearbeitet. Dieser Quadcore wird zwar von Intel als Coffee Lake bezeichnet, faktisch steckt im Package aber ein Kaby Lake, wie auch das B0-Stepping zeigt. Eventuell laufen daher Sechskerner wie der Core i5-8400 nicht mit den gezeigten Modifizierungen, weil sie zusätzliche Power Pins benötigen. Umgekehrt erhält ein massiv übertakteter Core i7-7700K (Test) wohl genug Energie trotz altem Sockel. Der Test eines Nutzers mit einem Core i7-8700 auf einer Z170-Platine scheiterte wie befürchtet dennoch.

Mechanisch entspricht der Sockel LGA 1151 v2 auf einem Z370-Board einem Sockel LGA 1151 v1 auf einer H110- oder Z270-Platine. Die Anzahl der Pins bleibt gleich, selbst die Kerben an den Außenkanten zur Aufnahme der Nasen am Prozessor sind identisch. Ein Kaby Lake startet aber nicht in einem Z370- und ein Coffee Lake nicht in einem Z270-Board, denn: Intel hat die Verschaltung der Pins geändert, die CPUs und die Sockel sind offiziell elektrisch inkompatibel.

Verglichen mit dem Sockel LGA 1151 für die 6th Gen und die 7th Gen (siehe Datenblatt, PDF) steigt bei Coffee Lake die Anzahl der spannungsführenden Pins (VCC) von 128 auf 146 und die Massekontakte (VSS) von 377 auf 391. Intel verwendet reservierte Pins (RSVD), die zuvor keine entsprechende Verschaltung aufwiesen. Die zulässige Stromstärke steigt von 100 auf 138 Ampere.

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  • 8th Gen alias Coffee Lake (Bild: Intel)
  • Blockdiagramm eines Z370-Systems (Bild: Intel)
  • Die-Shot von Coffee Lake (Bild: Intel)
  • Pin-Verschaltung des neuen Sockel LGA 1151 (Bild: Intel/Montage: Golem.de)
  • Pin-Verschaltung des bisherigen Sockel LGA 1151 (Bild: Intel/Montage: Golem.de)
  • Coffee Lake setzt Z370-Boards voraus. (Bild: Intel)
  • QS eines Core i7-8700K (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Pin-Verschaltung des neuen Sockel LGA 1151 (Bild: Intel/Montage: Golem.de)

Um einen Coffee Lake alias 8th Gen auf einer Platine mit 100er/200er-Chipsatz zum Laufen zu bekommen, müssen mehrere Schritte erfolgen. Am wichtigsten ist, dass das Board-UEFI mit einem Microcode für die CPU so modifiziert wird, dass die Management Engine einen Coffee Lake akzeptiert. Die ME muss älter sein als Version 11.8, was Sicherheitslücken mit sich bringt. Anders als bei früheren Versuchen funktioniert dank eingeimpftem Graphics Output Protocol auch die iGPU, der PCIe-Gen3-x16-Slot läuft ebenfalls.

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