Prozessor: Intel verabschiedet sich vom Tick-Tock-Modell

Intel-Chef Brian Krzanich hatte es im Sommer 2015 angedeutet , in der alljährlichen 10-K-Pflichtmitteilung ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) an die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission – SEC) findet sich ein entsprechendes Diagramm: Das sogenannte Tick-Tock-Modell der CPU-Entwicklung hat ausgedient. Unter dieser 2006 eingeführten Bezeichnung versuchte Intel, im Jahresrhythmus Chips mit einer neuen Fertigungstechnik gefolgt von solchen mit einer neuen Architektur zu liefern.

In der Mitteilung an die SEC weicht Intel das Tick-Tock-Modell auf: Statt des Wechsels von Fertigungstechnik (Tick) und Architektur (Tock) sieht der Hersteller eine dreistufige Technologieentwicklung vor. Auf den neuen Prozess folgt wie gehabt eine neue Architektur, die dann in einem weiteren Schritt optimiert wird, bevor der Zyklus von vorne beginnt. Konkret handelt es sich um die älteren Broadwell-Prozessoren wie den Core i7-5775C , die erstmals im 14FF-Verfahren hergestellt wurden, sowie die aktuellen Modelle mit der neuen Skylake-Architektur wie dem Core i7-6700K und deren optimierte Variante namens Kaby Lake, die im zweiten Halbjahr 2016 erscheint.

Ab 2017 möchte Intel den dreistufigen Zyklus dann mit der 10FF-Fertigungstechnik erneut durchlaufen, beginnend mit den Cannon Lake genannten Prozessoren, gefolgt von einer neuen Architektur und deren optimierter Variante. Hintergrund des Strategiewechsels und des Endes des Tick-Tock-Modells sind die immer aufwendiger und teurer werdenden Herstellungsprozesse, weshalb sich deren Einführung verzögert.