• IT-Karriere:
  • Services:

Prozessor: Den einen Core M gibt es nicht

Kaum eine Prozessorfamilie kann umfangreicher für Notebooks konfiguriert werden als der Core M. Das Problem: Welche Geschwindigkeit die Skylake-Chips erreichen, hängt von der jeweiligen Implementierung ab. Wir haben sogar einen Fall gefunden, wo ein eigentlich deutlich flotterer Core i5 geschlagen wird.

Artikel von veröffentlicht am
Hauptplatine mit Core M
Hauptplatine mit Core M (Bild: iFixit)

Für Notebook-Hersteller umfangreich konfigurierbar, für Käufer undurchsichtig: Intels Core M genannte Prozessoren decken ein großes Leistungsspektrum ab - prinzipiell clever. Für Endkunden ist aber ohne zeitraubende Tests nicht erkennbar, wie schnell welcher Core M in welchem Gerät läuft. Die Geschwindigkeit hängt von mehreren Faktoren ab, die wir uns exemplarisch an Lenovos Thinkpad X1 Tablet angeschaut haben.

Stellenmarkt
  1. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  2. EGS-plan Ingenieurgesellschaft für Energie,- Gebäude- und Solartechnik mbh, Stuttgart

Vorab ein paar Hintergrundinformationen: Die aktuellen Core-M-Chips basieren auf der Skylake-Architektur, sie nutzen zwei CPU-Kerne mit Hyperthreading und verfügen über eine integrierte Grafikeinheit mit 24 Shader-Blöcken (HD Graphics 515). Alle Varianten - M3, M5 und M7 - weisen einen 4 MByte fassenden Cache auf. Gedacht sind die Prozessoren für 2-in-1-Geräte und Ultrabooks. Beispiele sind das Macbook 12, das Surface 4 Pro oder eben das X1 Tablet.

  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Im Notebook-Modus läuft der Core M mit bis zu 8,5 Watt und bis zu 85 Grad Celsius. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Im Notebook-Modus läuft der Core M mit bis zu 8,5 Watt und bis zu 85 Grad Celsius. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)


Damit die Core M universell einsetzbar sind, überlässt es Intel den Herstellern, die maximale Leistungsaufnahme und die höchste zulässige Kerntemperatur unter Dauerlast einzustellen. Die Bandbreite reicht von unter 3 bis über 8 Watt und von unter 60 bis über 80 Grad Celsius. Lenovo hat sich beim Thinkpad X1 Tablet für eine clevere Implementierung entschieden.

Wird das Detachable klassisch als Notebook verwendet, darf der verbaute Core M5-6Y54 mit bis zu 8,5 Watt und bis zu 85 Grad laufen. Ziehen wir die Tastatur ab, wechseln wir in den Tablet-Modus. Hier ist der Core M auf 6 Watt und 60 Grad beschränkt, was Sinn ergibt: Halten wir das Detachable in der Hand und arbeiten per Touch, darf die Rückseite nicht zu heiß werden und es ist unwahrscheinlich, dass aufwendige Berechnungen laufen.

  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Im Notebook-Modus läuft der Core M mit bis zu 8,5 Watt und bis zu 85 Grad Celsius. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54, 8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64


Bedingt durch die höhere Leistungsaufnahme und Temperatur taktet der Core M seine Kerne und die Grafikeinheit höher, wenn längere Lasten anliegen. Wird kurzfristig Leistung abgefragt, egalisiert die thermische Trägheit der passiven Kühlung die Unterschiede zwischen beiden Chip-Implementierungen. Wie sich das äußert, haben wir mit ein paar Anwendungen ausprobiert und einen Core i5-6200 mit 15-Watt- und 75-Grad-Limit als Vergleich hinzugefügt.

Die Umwandlung der 1080p-Version von Sintel in ein 720p-Video zeigt, dass der Core i5 die zwei Core M schlägt. Die Differenz zwischen den beiden 6Y54-Chips ist aber gering - was bei Taktraten von 1,6 und 1,4 GHz kaum verwundert. Bei der Fotoverkleinung per Faststone Image Viewer auf einem Kern wird das Temperaturlimit innerhalb der Messung nicht ausgereizt, da nur ein Kern rechnet. Kleine Überraschung: Dank 4 statt 3 MByte L3-Cache sind beide Implementierungen des Core M schneller als der Core i5.

  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54,  8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64
  • Im Notebook-Modus läuft der Core M mit bis zu 8,5 Watt und bis zu 85 Grad Celsius. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
Thinkpad X1 Carbon v5 (Core i5-6200U, 8 GByte LPDDR3-1866), Thinkpad X1 Tablet (Core M5-6Y54, 8 GByte LPDDR3-1866), Windows 10 x64


Sobald auch die Grafikeinheit genutzt wird, setzt sich der 15-Watt-Chip deutlich ab, da Intels GPU-Technik weitaus weniger effizient und sparsam rechnet als die CPU-Kerne. Im Spiel Titan Quest treten zwischen dem Core M im Notebook- und im Tablet-Modus große Unterschiede auf: Die Bildrate fällt von 35 auf 27 fps, wenn wir vom 8,5-Watt- in den 6-Watt-Betrieb umschalten.

Grundsätzlich gilt also: Je höher das Temperatur- und das Watt-Limit und je besser die Kühlung, desto schneller rechnet ein Core M - ein M3 kann daher einen M7 schlagen. Leider gibt aber kein Hersteller an, welche Werte er eingestellt hat. Eine flotte Implementierung nutzt beispielsweise Microsoft beim Surface Pro 4, eine besonders schnarchige Dell beim Latitude 7370.

Daher gilt: Wer ein Gerät mit Core M kauft und gelegentlich etwas mehr Leistung wünscht, sollte darauf achten, dass das Temperatur- und das Watt-Limit hoch angesetzt sind. Unterm Strich ist das in den meisten Fällen obendrein effizienter, da der Chip schneller wieder in einen Ruhezustand wechseln kann.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. 79€ (Bestpreis!)
  2. 79€ (Bestpreis!)
  3. (u. a. 65UM7100PLA für 689€, 49SM8500PLA für 549€ und 75SM8610PLA Nanocell für 1.739€)
  4. 89,90€ + Versand (Vergleichspreis 135,77€ + Versand)

Xim 29. Jun 2016

Das ist richtig, weshalb für mich die Spiele ein guter (von einigen) Indikatoren sind...

Lala Satalin... 27. Jun 2016

Ja, ich habe auch erst gedacht, dass es keine Core M Prozessoren gibt. :D

subjord 27. Jun 2016

Core M ist halt etwas teurer. Nimm lieber einen i5 oder so, wenn du nicht zu viel Geld...


Folgen Sie uns
       


Google Stadia - Test

Beim Test haben wir verschiedene Spiele auf Stadia von Google ausprobiert und uns mit der Einrichtung und dem Zugang beschäftigt.

Google Stadia - Test Video aufrufen
VW-Logistikplattform Rio: Mehr Fracht transportieren mit weniger Lkw
VW-Logistikplattform Rio
Mehr Fracht transportieren mit weniger Lkw

Im Online-Handel ist das Tracking einer Bestellung längst Realität. In der Speditionsbranche sieht es oft anders aus: Silo-Denken, viele Kleinunternehmen und Vorbehalte gegenüber der Digitalisierung bremsen den Fortschritt. Das möchte Rio mit seiner Cloud-Lösung und niedrigen Preisen ändern.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Vernetzte Mobilität Verkehrsunternehmen könnten Datenaustauschpflicht bekommen
  2. Studie Uber und Lyft verschlechtern den Stadtverkehr
  3. Diesel-Ersatz Baden-Württemberg beschafft Akku-Elektrotriebzüge Mireo

Quantencomputer: Intel entwickelt coolen Chip für heiße Quantenbits
Quantencomputer
Intel entwickelt coolen Chip für heiße Quantenbits

Gebaut für eine Kühlung mit flüssigem Helium ist Horse Ridge wohl der coolste Chip, den Intel zur Zeit in Entwicklung hat. Er soll einen Quantencomputer steuern, dessen Qubits mit ungewöhnlich hohen Temperaturen zurechtkommen.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. AWS re:Invent Amazon Web Services bietet Quanten-Cloud-Dienst an
  2. Quantencomputer 10.000 Jahre bei Google sind 2,5 Tage bei IBM
  3. Google Ein Quantencomputer zeigt, was derzeit geht und was nicht

Minikonsolen im Video-Vergleichstest: Die sieben sinnlosen Zwerge
Minikonsolen im Video-Vergleichstest
Die sieben sinnlosen Zwerge

Golem retro_ Eigentlich sollten wir die kleinen Retrokonsolen mögen. Aber bei mittelmäßiger Emulation, schlechter Steuerung und Verarbeitung wollten wir beim Testen mitunter über die sieben Berge flüchten.
Ein Test von Martin Wolf


      •  /