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Prozess gegen OpenAI: Die schmutzige Wäsche von Musk und Altman

Der Prozess zwischen Elon Musk und OpenAI erinnert an einen Rosenkrieg zwischen getrennten Partnern. Doch es könnte noch weitergehen.
/ Friedhelm Greis
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OpenAI-Chef Sam Altman verteidigt sich vor Gericht. (Bild: Vicki Behringer/Reuters)
OpenAI-Chef Sam Altman verteidigt sich vor Gericht. Bild: Vicki Behringer/Reuters
Inhalt
  1. Prozess gegen OpenAI: Die schmutzige Wäsche von Musk und Altman
  2. Altman lässt sich nicht provozieren

Elon Musk ist bekanntlich nie darum verlegen, sich fast unerreichbare Ziele setzen. Doch die Ankündigung vor dem Prozess gegen OpenAI war sogar für seine Verhältnisse utopisch. In einer E-Mail drohte er den OpenAI-Verantwortlichen Sam Altman und Greg Brockman: "Bis Ende dieser Woche werdet ihr – du und Sam – die meistgehassten Männer Amerikas sein."

Dazu hätten sie in kurzer Zeit noch unbeliebter als Musk werden müssen. Was wohl schwieriger als ein Flug zum Mars sein dürfte.

Musk verfolgte in dem Verfahren zwei parallele Ziele. Zum einen wollte er mit juristischen Mitteln den Unternehmenserfolg von OpenAI torpedieren, um damit einen Konkurrenten seines eigenen KI-Start-ups xAI zu schwächen. Zum anderen ging es ihm darum, die Reputation von Altman und Brockman als Firmenchefs zu beschädigen. Der Prozess erschien daher von außen betrachtet wie die ein Scheidungsverfahren, in dem schmutzige Wäsche gewaschen wurde, um die Schuldfrage zu klären. Wer hat wen mit wem betrogen?

Musk wollte die volle Kontrolle über OpenAI

Die Frage, wie es zur Trennung zwischen Musk und OpenAI kam, wurde durch Zeugenaussagen und Gerichtsdokumente mehr oder weniger geklärt. Musk wollte OpenAI zu einer ernsthaften Konkurrenz für Googles Deepmind aufbauen und die gemeinnützige Organisation in seine Elektroautofirma Tesla integrieren. Natürlich mit ihm selbst als Chef. Doch Altman und Brockman machten dabei nicht mit. Aus nachvollziehbaren Gründen.

So kam in dem Prozess zur Sprache, wie sich Musk eine Nachfolgeregelung im Falle seines Todes vorstellte. Laut Altman erklärte Musk dazu: "Ich habe mir darüber noch nicht allzu viele Gedanken gemacht, aber vielleicht sollte die Kontrolle über OpenAI an meine Kinder übergehen." Diese Vorstellung gefiel dem OpenAI-Chef natürlich gar nicht.

Greg Brockman zog zudem Musks Kompetenz auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz in Zweifel. "Er kennt sich mit Raketen aus, er kennt sich mit Elektroautos aus, aber von KI hatte er keine Ahnung – und ich glaube, das ist auch heute noch so. Das war ein großes Problem", sagte er laut Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster).

Nach dem finalen "Trennungsgespräch" befürchtete Brockman sogar, von Musk tätlich angegriffen zu werden. "Er stand auf und stürmte förmlich um den Tisch herum. (...) Ich dachte wirklich, er würde mich schlagen. Ich dachte ernsthaft, er würde mich körperlich angreifen", sagte er im Prozess.

Ein Tagebuch als Starzeuge

Brockman wiederum geriet in Erklärungsnöte, weil es Musks Anwälten gelungen war, sein privates Tagebuch als Beweismittel heranzuziehen(öffnet im neuen Fenster). Dieses avancierte dem Wall Street Journal zufolge in dem Prozess zum "Starzeugen".

Darin notierte Brockman im zweiten Halbjahr 2017 seine Gedanken zum Streit mit Musk und zur Zukunft von OpenAI. "Was bringt mich finanziell auf $1Mrd?", heißt es darin. Was nach Ansicht von Musks Anwälten beweist, dass es Brockman bei OpenAI vor allem ums Geldverdienen ging. In einer weiteren Notiz hielt er fest: "Ich spüre allmählich wieder mehr Kampfgeist – und mir gefällt die Vorstellung, etwas Eigenes auf die Beine stellen zu können. Es geht nicht mehr um einen Kampf ums Geld, sondern darum, welche Art von Unternehmen wir aufbauen wollen."

Zu Musk schrieb er damals: " Ich bin nicht glücklich darüber, wie er Sam platt macht – und darüber, dass er verlangt, CEO zu werden, nur damit unmissverständlich klar ist, dass er die volle Kontrolle hat. Er will es einfach nur haben, und das wird Sams Arbeit erschweren."

Altman wiederum war schon vor dem Prozess nicht unbedingt ein Sympathieträger.


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