Altman lässt sich nicht provozieren
So verglich er im Februar 2026 den Stromverbrauch von KI-Modellen mit der Energie, die die Erziehung und Ausbildung eines Menschen erfordere. Kurze Zeit später machte er sich nicht gerade beliebt, weil er im Gegensatz zum Konkurrenten Anthropic einen Vertrag mit dem Pentagon über die Nutzung der KI-Systeme von OpenAI akzeptierte.
Zudem wurde Altman im November 2023 kurzzeitig als Chef des Unternehmens entlassen, was den Anwälten ebenfalls eine willkommene Angriffsfläche bot.
Im Gegensatz zu Musk blieb Altman jedoch ruhig und ließ sich nicht provozieren. Auf die Frage, ob er "absolut vertrauenswürdig" sei, antwortete er auf Nachfrage einfach mit "Ja." Die Suggestivfrage, ob er "immer die Wahrheit" sage, beantwortete er zunächst mit: "Ich glaube, ich bin ein wahrheitsliebender Mensch." Um dann einzuräumen: "Ich bin sicher, es gab Momente in meinem Leben, in denen ich das nicht getan habe."
Musk beim Lügen ertappt
Musk wurde im Prozess direkt beim Lügen ertappt. So räumte er ein, dass xAI entgegen seiner anderslautenden Behauptungen derzeit keine Allgemeine Künstliche Intelligenz (AGI) entwickle. Zudem stellte sich heraus, dass er nur 38 Millionen US-Dollar und nicht, wie von ihm behauptet, 100 Millionen US-Dollar in OpenAI investiert hatte.
Am Ende spielte die ganze schmutzige Wäsche für den Ausgang des Verfahrens überhaupt keine Rolle. Denn nach Einschätzung der neun Geschworenen sind die Vorwürfe Musks gegen OpenAI bereits verjährt. Daher wurde juristisch nicht geprüft, ob Altman und Brockman tatsächlich ein "gemeinnütziges Unternehmen gestohlen haben", wie es Musk dem Wall Street Journal zufolge 17-mal in seiner Vernehmung behauptete.
Auch dürfte es ihm nicht gelungen sein, die OpenAI-Chefs zu den meistgehassten Männer Amerikas zu machen. Im Gegenteil. Eine Reporterin von The Verge notierte nach den ersten Prozesstagen: "Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Verständnis für Sam Altman gehabt." Geht es nach Musk, ist der Prozess damit noch nicht zu Ende. Sowohl er als auch seine Anwälte kündigten umgehend an, das Urteil anzufechten.
Doch welche Erkenntnisse kann die Öffentlichkeit aus dem Verfahren ziehen? Schließlich standen zwei Wochen lang einige der wichtigsten Personen vor Gericht, die über die Zukunftstechnologie KI zu entscheiden haben.
Weder Musk noch Altman und Brockman hinterließen dabei den Eindruck, als ginge es ihnen bei der KI-Entwicklung vor allem um das Wohl der Menschheit. Es geht um Kontrolle, um den Vorsprung vor der Konkurrenz und natürlich um sehr viel Geld. Weder bei xAI noch bei OpenAI scheint eine künftige AGI besonders gut aufgehoben zu sein.
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