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Proxima Fusion: Kernfusion und die Möglichkeit, dass sie doch funktioniert

Proxima Fusion will das erste kommerzielle Fusionskraftwerk bauen. Die technischen Hürden sind riesig, aber es gibt einen Plan. Wir haben nachgefragt.
/ Mario Petzold
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Der Stellarator Alpha, noch als Zeichnung, und das Team von Proxima Fusion (Bild: Proxima Fusion)
Der Stellarator Alpha, noch als Zeichnung, und das Team von Proxima Fusion Bild: Proxima Fusion
Inhalt
  1. Proxima Fusion: Kernfusion und die Möglichkeit, dass sie doch funktioniert
  2. In der Praxis noch keine Fusion
  3. Tritium, Supraleiter und die deutsche Industrie
  4. Kernfusion kommt, aber langsam

Das Start-up Proxima Fusion aus München hat das Ziel, dass das erste Fusionskraftwerk in Deutschland gebaut wird. Dafür wurde eine Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik beschlossen, Bayern hat bereits einen dreistelligen Millionenbetrag zugesichert. Sogar ein Standort für das Kraftwerk ist bereits gefunden.

Ein paar Fragen bleiben aber noch. Immerhin muss der Forschungsvorsprung aufgeholt werden, den der im Bau befindliche Forschungsreaktor Iter derzeit aufweist. Und überhaupt: Hohe technische Hürden lassen berechtigte Zweifel aufkommen, ob der enorme Aufwand sich wirklich lohnen könnte. Golem hat nachgefragt.

Rede und Antwort standen Maria Dantz und Armin Reinartz, Head of Communications und Head of German Policy, bei Proxima Fusion. Zu besprechen gibt es einiges, schließlich will Proxima Fusion in Deutschland nicht nur das erste kommerzielle Fusionskraftwerk der Welt bauen. Die Kernfusion soll nebenbei zur Energiewende beitragen, den Technologiestandort Deutschland sichern, zum Exportschlager werden, die weltweite Energieknappheit beseitigen und nebenbei auch noch die Klimakrise beenden.

Nur ein funktionierendes Fusionskraftwerk fehlt derzeit noch. Und der Stellarator, ein extrem komplexer Aufbau eines magnetischen Einschlusses für die Kernfusion, hat bisher nur bewiesen, dass er Plasma einschließen kann. Mehr bisher nicht.

Beim Tokamak, der einem wesentlich geradlinigeren Aufbau folgt, wird das Demonstrationskraftwerk Iter in Südfrankreich bereits gebaut. In fünf bis zehn Jahren könnten hier tatsächlich Deuterium und Tritium unter Freisetzung enormer Energiemengen fusionieren; aber Strom wird auch Iter weiterhin nicht einspeisen können.

Die Theorie spricht für Proxima Fusion

Proxima Fusion dagegen setzt bewusst auf den Stellarator. Es ist die elegantere Art des magnetischen Einschlusses, die kleiner gebaut werden kann und weniger Energie benötigt. Perspektivisch würde ein solches Kraftwerk deshalb mehr Energieüberschuss aus der identischen Kernfusion ermöglichen.

Der Prototyp Wendelstein 7-X steht in Greifswald und wurde über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren für 1,3 Milliarden Euro vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik(öffnet im neuen Fenster) gebaut. Ehemalige Wissenschaftler des Instituts finden sich auch in der Belegschaft von Proxima Fusion.

Mittlerweile besteht eine Kooperationsvereinbarung mit dem Institut. Deshalb soll die nächstfolgende Version eines Stellarators, Alpha genannt, in der anderen Zweigstelle des Max-Planck-Instituts entstehen, in Garching bei München.


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