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In der Praxis noch keine Fusion

Zwei Milliarden Euro soll dieser etwas größere Stellarator kosten, und weniger als zehn Jahre dürfte auch dessen Bau kaum dauern. Er müsste dann zunächst den ganz grundlegenden Beweis der Funktionstüchtigkeit der Technik erbringen.

Denn eine Kernfusion mit den Wasserstoffisotopen Deuterium und Tritium hat im Stellarator noch nicht stattgefunden. Sicher ist bisher nur, dass der magnetische Einschluss wie gewünscht funktioniert, alles andere muss noch gezeigt werden.

Damit ist der Tokamak, der in Iter zum Einsatz kommt, ein gutes Stück voraus. Bereits vor mehr als 30 Jahren konnte gezeigt werden, dass sich auf diese Weise Energie erzeugen lässt. Den Nachweis, dass das auch mit dem Stellarator geht, soll der Fusionsreaktor Alpha erbringen.

Neutronenstrahlung als hohe Hürde

Dass in Wendelstein 7-X keine Fusionsexperimente durchgeführt wurden, hat ganz praktische Gründe. Bei der Verschmelzung von Deuterium und Tritium werden Neutronen freigesetzt. Diese braucht man für das Aufrechterhalten der Fusionsreaktionen genauso wie für das selbstständige Erzeugen von Tritium, das in natürlicher Form praktisch nicht existiert.

Die Neutronen werden allerdings auch den gesamten Aufbau bestrahlen und dabei die unterschiedlichsten Isotope erzeugen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Cobalt-60. Das stark radioaktive Element entsteht in Eisen bei der Bestrahlung mit Neutronen und findet sich unter anderem in der Armierung des Betons von Atomkraftwerken.

Bei anderen Materialien sind vergleichbare Reaktionen zu erwarten, so dass der Fusionsreaktor am Ende schwach radioaktiv strahlen dürfte. Für einen experimentellen Reaktor, in dem häufig Umbauarbeiten stattfinden, wäre das wenig praktikabel.

Zeigen muss dann der Reaktor Alpha, dass die Technik auch unter Realbedingungen inklusive Neutronenstrahlung funktioniert.

Energieproduktion lässt auf sich warten

Strom produzieren soll allerdings erst Stellaris. Es ist nochmal größer als Alpha und bisher allenfalls ein theoretisches Konstrukt. In 10 bis 15 Jahren könnte dessen Bau beginnen, zehn Jahre später könnte ein Plasma darin zünden.

Gedulden muss sich Proxima Fusion beim Baubeginn ohnehin. Als Standort ist das ehemalige Kernkraftwerk Gundremmingen(öffnet im neuen Fenster) an der Donau vorgesehen, das erst 2021 abgeschaltet wurde. Der Rückbau der Anlage dürfte noch eine Weile dauern, aber das Gelände einer Atomanlage bietet sich folgerichtig an.


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