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Provider: Googles DoH-Pläne verzerren angeblich den Wettbewerb

Die Einführung von DNS-über-HTTPS in Googles Chrome gefährdet angeblich das Geschäftsmodell der Provider mit Werbung. In den USA soll deshalb ein Kartellverfahren gegen Google angestrengt werden. Sinnvoll erscheint das kaum.

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Google bekommt eventuell Probleme mit den US-Wettbewerbshütern wegen DoH.
Google bekommt eventuell Probleme mit den US-Wettbewerbshütern wegen DoH. (Bild: Drew Angerer/Getty Images)

Die Wettbewerbshüter im US-Congress untersuchen offiziell die Pläne von Google, das verschlüsselte DNS-über-HTTPS (DoH) standardmäßig im Chrome-Browser zu verwenden. Dies geht offenbar auf Anstrengungen von Providern zurück, die entsprechende Beschwerden beim US-Justizministerium eingereicht haben, wie das Wall Street Journal berichtet.

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Verschiedene Provider beziehungsweise deren Interessenvertretungen sehen das eigene Geschäftsmodell mit Werbung gefährdet, sollte Chrome künftig DoH verwenden. In einer gemeinsamen Erklärung (PDF) erläutern die Organisationen NCTA, CTIA und US-Telecom gemeinsam, dass sie sich vor einer möglichen Zentralisierung der DNS-Anfrage durch Google fürchten.

DoH soll Geschäft mit Werbung gefährden

Sollte Google die DoH-Anfragen in Chrome und auch Android künftig standardmäßig über seinen eigenen DNS-Dienst auflösen, könnte dies "Konkurrenten hemmen und möglicherweise den Wettbewerb in der Werbung und in anderen Branchen ausschließen".

In den USA ist es üblich, dass Provider DNS-Anfragen ihrer Nutzer für Werbezwecke verwerten. Ebenso werden Anfragen für nicht existente Domains oft auf Seiten mit Werbung umgeleitet, was als DNS-Hijacking-Angriff angesehen werden kann. Dieses Vorgehen wird weltweit von verschiedenen Providern umgesetzt.

Die US-Provider argumentieren zudem, dass die befürchtete Art der zentralisierten Einführung von DoH in Chrome die von Eltern für ihre Kinder umgesetzten Sperren unterlaufe. Angeblich würde DoH außerdem die Verbindung mit dem nächstgelegene CDN für angefragte Domains verhindern sowie die Bekämpfung der "Online-Piraterie" sowie der "Ausbeutung von Minderjährigen" umgehen.

Googles DoH wird vom Kongress untersucht

Das für den Wettbewerb zuständige Gremium des US-Kongresses fordert nun von Google eine Reihe von Informationen (PDF) in Bezug auf seine Subunternehmen, seine Werbenetzwerke sowie speziell zu DoH in Chrome und Android. Vor allem soll sich Google dazu äußern, inwiefern DoH als Standard für Chrome oder Android umgesetzt werden soll sowie "ob über DoH erhobene oder verarbeitete Daten von Google für kommerzielle Zwecke verwendet werden".

Zu beiden hat sich Google bereits klar öffentlich geäußert. Zwar hat das Unternehmen angekündigt, testweise Chrome-Nutzer auf DoH zu migrieren, allerdings eben nur auf den DoH-Dienst ihres bisherigen DNS-Anbieters. Damit soll vermieden werden, dass Nutzer einen anderen DNS-Dienst verwenden als bisher. Die von den US-Providern befürchtete Zentralisierung ist diesen Plänen zufolge also völlig unbegründet.

Darüber hinaus nutzt der von Google selbst betriebene DNS-Dienst das für Werbezwecke beschriebene DNS-Hijacking explizit nicht. Die Nutzung von Googles-DNS-Dienst soll vielmehr genau davor schützen, mit DoH kann dies künftig sogar explizit unterbunden werden. Google wird auch selbst keine Werbung über seinen DNS-Dienst ausliefern.

Ebenso verspricht Google mit seinem DNS-Dienst keine personalisierten Daten zu sammeln und die darüber gesammelten Daten lediglich zum Verbessern des DNS zu verwenden und nicht an andere weiterzureichen. Als Ausnahme von Letzterem gibt Google explizit aber die Möglichkeit der Strafverfolgung an. Damit sind auch die restlichen von den Providern vorgetragenen Argumente nicht überzeugend.

Mozilla geht noch weiter als Google

Erst vor wenigen Monaten hat ein Provider-Verband im Vereinigten Königreich den Browser-Hersteller Mozilla für seine DoH-Pläne im Firefox als "Internetschurken" bezeichnet. Der Verband musste seine harsche Kritik schließlich zurücknehmen.

Mit seinen Plänen geht Mozilla sogar noch weiter als Google und hat angekündigt, DoH für alle US-Nutzer des Browsers standardmäßig zu aktivieren. Dafür wird der DoH-Dienst von Cloudflare verwendet. In einer rechtlich bindenden Vereinbarung mit Mozilla verpflichtet sich der Anbieter ebenfalls, die anlaufenden Daten nur für den Dienst selbst zu verwenden, keine personalisierten Daten zu erheben oder zu speichern, die Daten nicht mit anderen zu teilen und auch nicht mit anderen Diensten von Cloudflare selbst zu kombinieren.

Auch diese Umsetzung von DoH ist offensichtlich ein klarer Angriff auf das Werbegeschäft der Provider mit Nutzerdaten und das ist von Mozilla auch so gewollt. Mozilla betont, dass dies der Privatsphäre und Sicherheit seiner Nutzer diene. Ein ähnliches Vorgehen wie nun im Fall von Googles Chrome über ein Kartellverfahren erscheint im Fall von Mozilla damit sehr unwahrscheinlich. Inwiefern das Kartellverfahren gegen Google Erfolg haben wird, muss sich noch zeigen.

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ikhaya 01. Nov 2019

Wie misst man denn so was am besten? Könnte die Connect ja in ihren Providertest den sie...

bigeagle 01. Okt 2019

[...] Ich denke auch dass im 17. Jhd gerade in Preussen weniger Diskutiert wurde wenn...

Sonata_Facile 01. Okt 2019

Adguard Home unterstützt DoT und DoH out of the box und ist auch sonst dem...

mhstar 01. Okt 2019

da wird jetzt sachlich diskutiert, aber schon war sie wieder da, die Ausbeutung der...

Xar 30. Sep 2019

Henne-Ei-Problem Wenns ins OS kommen würde, könnten es viele nicht nutzen, da der...


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